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Ein traditionsreicher Panzerstandort wird wiederbelebt

Ein traditionsreicher Panzerstandort wird wiederbelebt

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Datum:
Ort:
Hardheim
Lesedauer:
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„Es ist toll, wie die Bundeswehr hier wertgeschätzt wird: Überall ist spürbar, dass die Menschen in der Region die Bundeswehr wollen“, sagt Generalmajor Harald Gante, Kommandeur der 10. Panzerdivision. Die Trendwenden Personal und Material greifen. Nach acht Jahren kehrt damit wieder ein Panzerverband in den traditionsreichen Odenwald zurück.

Im Vordergrund ein Wegweiser zum Stabsgebäude des Panzerbataillon 363. Im Hintergrund ein Kampfpanzer.

Ein Dienstfahrzeug der Panzertruppe, ein Kampfpanzer Leopard 2 A6, steht schon in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim.

Bundeswehr/André Klimke

Die Entscheidung der Neuaufstellung eines Panzerbataillons sorgte für viel Freude im baden-württembergischen Hardheim. Die veränderte Sicherheitslage rückt eine ganze Truppengattung wieder stärker in den Fokus. Wurden im Zuge der Verkleinerung der Bundeswehr jahrzehntelang Panzerverbände geschlossen, profitiert nun eine ganze Region von der Neuaufstellung. Das der Panzergrenadierbrigade 37 im sächsischen Frankenberg unterstellte Panzerbataillon 363 wird langfristig eine Standortsicherheit für die Region bringen.

Die Panzertruppe kehrt in den Odenwald zurück

Zehn Soldaten hocken und stehen rund um den Schriftzug „Carl Schurz Kaserne“ vor dem Kasernentor.

Es kehrt wieder Leben ein. Seit August sind die ersten Soldaten des neuen Panzerbataillons in Hardheim. Aktuell sind es rund 70 Kameraden, 2021 sollen es über 400 sein.

Bundeswehr/André Klimke

Im Jahr 2011 verließ mit dem Panzerflakbataillon 12 der letzte Panzerverband die Carl-Schurz-Kaserne und damit die gesamte Region im Norden Baden-Württembergs. Vor zwei Jahren brachte dann schließlich eine Unterstützungskompanie des Kommandos Spezialkräfte wieder militärisches Leben in die Kaserne. Nun kehrt die Panzertruppe, die einst mehrere gepanzerte Verbände beheimatete, in die Region zurück. Bis das Bataillon mit 44 Kampfpanzern Leopard 2 voll einsatzbereit sein wird, werden insgesamt rund 55 Millionen Euro in den Standort investiert. „Es stehen insgesamt 30 Baumaßnahmen an, dabei geht es vor allem um die Unterbringung der Soldaten und um die Instandsetzung für das Gerät“, erklärt Oberstleutnant Alexander Brundisch, der Stellvertreter des Kommandeurs des neuen Panzerbataillons. Nach und nach kommen weitere Soldatinnen und Soldaten an den Standort, die offizielle Indienststellung des Verbandes erfolgt im April 2020, die ersten Kampfpanzer sollen im Oktober eintreffen. Das Bataillon wird, vollständig aufgestellt, über drei Kampfkompanien und eine Unterstützungskompanie verfügen.

„Ein Siebener im Lotto“

Sieben Personen stehen vor einem Kampfpanzer. Im Hintergrund befindet sich das Kasino.

Generalmajor Harald Gante (3. v .r.) gemeinsam mit Landrat Achim Brötel (1. v. l.), dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (M.) und Oberstleutnant Alexander Brundisch (1. v. r.).

Bundeswehr/André Klimke

„Ein Siebener im Lotto“, so kommentiert der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Achim Brötel, die Stationierungsentscheidung für Hardheim. Die Soldaten um Brundisch fühlen sich wohl in der Region, sie werden positiv wahrgenommen. Die sicherheitspolitische Notwendigkeit, ein neues Panzerbataillon aufzustellen, bringt hier viele positive Begleiterscheinungen mit sich. „Als ländliche und damit strukturschwächere Region freuen wir uns besonders über die Investitionen und die Synergien am Standort“, sagt der örtliche Bundestagsabgeordnete Alois Gerig. Die lange Historie der Bundeswehr in der Region und die folglich gute Verbindung zwischen der Truppe und der Zivilgesellschaft vor Ort war neben der guten Infrastruktur der entscheidende Faktor für die Wiederbelebung des Traditionsstandortes.

von Renzo di Leo

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