Heer

„Charlie and Bravo attack!“

„Charlie and Bravo attack!“

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Rheinland-Pfalz
Lesedauer:
5 MIN

Die französischen Husaren geben Deckungsfeuer, die Artillerie nimmt dem Feind mit Nebel die Sicht, gleichzeitig greift der deutsche Zug mit seinen GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer flankierend an und setzt die Soldaten für den Häuserkampf ab. Die Deutsch-Französische Brigade beweist im Oktober bei der Großübung Feldberg eindrucksvoll ihre Schlagkraft.

Mehrere Soldaten hocken hinter einer Häusermauer. Sie koordinieren den Angriff durch die Ortschaft.

Deutsche und französische Soldaten kämpfen sich Schulter an Schulter durch die Häuser.

Armée de terre/James

Im Oktober hat die Deutsch-Französische Brigade mit rund 1.600 Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Baumholder die Landes- und Bündnisverteidigung geübt.

Sämtliche Truppenteile von Metz in Frankreich bis Stetten am kalten Markt in Deutschland sind dem Auftrag der Brigade zu dieser Großübung gefolgt. Die Brigadeübung stellt damit den taktischen Höhepunkt des 30-jährigen Jubiläums dar und unterstreicht den operativen Charakter des Einsatzverbandes.

Brigadegeneral Mirow gibt Ziel vor

Zwei Soldaten hocken auf einem Panzer, einer erläutert dem anderen etwas.

Brigadegeneral Peter Mirow (r.) lässt sich von Oberstleutnant Martin Winkler die Lage erläutern.

Bundeswehr/Julia Schlegel

„Ich möchte, dass die Verbände nicht nur ein Verständnis für die gegenseitigen Fähigkeiten entwickeln, sondern auch, dass wir hier in Baumholder die Voraussetzungen schaffen für zukünftige gemeinsame deutsch-französische Operationen.“ Mit diesen klaren Worten unterstrich Brigadegeneral Peter Mirow die Absicht für die Großübung Feldberg. In der ersten Woche standen Gruppen- und Zugübungen auf der Agenda. Schließlich musste erst ein einheitlicher Ausbildungsstand der Soldaten hergestellt werden, um die Grundlagen für die gemeinsame Operation in der zweiten Woche zu bilden.

Das 1. Infanterieregiment, das Jägerbataillon 291 und das Jägerbataillon 292 legten den Schwerpunkt auf das Zuggefechtsschießen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Die Soldaten waren begeistert. „Die Motivation ist sehr hoch. Die Übung hat mich ehrlich gesagt schon jetzt positiv überrascht“, sagte Oberstabsgefreiter Daniel J. aus dem Jägerbataillon 292 beim Zuggefechtsschießen in der ersten Woche.

Säuberung nach ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Angriff

Ein Soldat steht in Schutzkleidung auf einem Panzer und sprüht ihn ein. Er ist komplett vom Nebel umhüllt.

Der Feind schreckt auch nicht vor dem Angriff mit ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kampfstoffen zurück. Das 2. Regiment der Dragoner dekontaminiert den Transportpanzer Fuchs des Jägerbataillons 292.

Bundeswehr/Björn Trotzki

Das Artilleriebataillon 295 nutzte alle Möglichkeiten auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder. Die Soldaten übten mit ihrer Raketen- und Rohrartillerie und französische Soldaten des 1. Artillerieregiments mit französischen Raketenwerfern. Zeitgleich bildete das französische 2. Regiment der Dragoner, eingebunden in das Gesamtszenario, sämtliche Verbände in der Säuberung von atomaren, biologischen oder chemischen Kampfstoffen von Soldaten und Fahrzeugen aus. Schließlich hat im taktischen Szenario der Feind auch ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Waffen und ist willens sie gegen den Einsatzverband, die Task Force, einzusetzen.

Für das Deutsch-Französische Versorgungsbataillon lag in der ersten Woche die Truppenverlegung und Transportausbildung im Fokus. Pro Fahrzeug legten sie rund 2.000 Kilometern zurück. Der Marschweg begann im badischen Müllheim, mit Zwischenstopp im französischen Zentralmassivs in La Courtine in Frankreich und endete schließlich in der Westpfalz in Baumholder.

Weitere binationale Ausbildungsvorhaben, wie Unterricht an den unterschiedlichen Aufklärungssystemen, Scharfschützenwettkampf, oder auch gemeinsame Abende förderten das zwischenmenschliche Verständnis der Verbände und den Austausch von Erfahrungen zwischen den zwei Nationen.

Höhepunkt Operation Thunderstrike

Zwei Panzer stehen versetzt auf einem abschüssigen Gelände.

Die französischen Radpanzer AMX10RC überwachen und schützen den flankierenden Angriff des Zuges der GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer.

Armée de terre/Nicolas

Der Höhepunkt der Großübung stellte die Operation Thunderstrike dar. Die Operation zeichnete sich durch hohe Intensität aus und ist eingebettet in ein Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung. Der gemeinsame Kampf aller Truppenteile, inklusive der Luftnahunterstützung durch zwei Eurofighter der Luftwaffe unterstrich die Schlagkraft der Deutsch-Französischen Brigade. Die Brigade stellte für die Operation einen eigenen Gefechtsverband, der aus Soldaten sämtlicher Truppenteile der Brigade gebildet wurde.

Der Auftrag über die Führung des Verbandes ging an Capitaine Baptiste. Er ist Kompaniechef der 1. Kompanie im 3. Husarenregiment. Als französischer Absolvent der deutschen Offiziersausbildung beherrscht er die deutsche und französische Befehlsgebung und versinnbildlicht wie kaum ein anderer die Deutsch-Französische Brigade. „Für mich ist es eine große Chance, die binationale Task Force (dt.: Einsatzverband) führen zu dürfen. Solch eine Chance bekommt man nicht jeden Tag“, freute sich Capitaine Baptiste über die Verantwortung.  

Oberstleutnant Martin Winkler, der Kommandeur des Jägerbataillons 291, übernahm die Leitung der Operation Thunderstrike. Er hatte die Verantwortung über die Gesamtorganisation und schlussendlich auch die Sicherheit des komplexen Gefechtsschießens.

Das Verhalten und die Anzahl des Feindes, Minensperren, Barrikaden und mögliche Luftunterstützung waren die Stellschrauben, die es Winkler ermöglichten flexibel die Übung zu steuern.

Artilleriefeuer im Morgengrauen

Ein Soldat steht vor einem Panzer und schaut durch ein Fernglas ins Gelände. Aus der Luke des Panzers ragt ein Soldat bewaffnet.

Panzerhaubitzen und Raketenwerfer bekämpfen die aufgeklärten Stellungen des Feindes.

Bundeswehr/Julia Schlegel

In der zweiten Woche, bei Morgengrauen, rollte der Donner des Artilleriefeuers über den Truppenübungsplatz Baumholder. Die Panzerhaubitzen hatten auf Befehl des Kommandeurs mit Artilleriefeuer auf die aufgeklärten Stellungen den Feind bekämpft. Im Anschluss griffen die Husaren mit ihren Aufklärungskräften und dem Radpanzer AMX10 RC im Gefechtsstreifen an.

Den deutschen Pionieren gab Capitaine Baptiste den Auftrag, die Sperren zu räumen. „Alpha and Delta fire support, Target fog, Charlie and Bravo attack!“ Capitaine Baptiste koordinierte Feuer und Bewegung. Durch die gesamte Operation war die Befehlssprache Englisch. Frontales Deckungsfeuer durch die Husaren und ein flankierender Angriff der deutschen und französischen Infanterie. Gleichzeitig nahm die Artillerie dem Feind mit einer Nebelwand die Sicht.

Rechts flankierend griffen die GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen auf den Befehl des Task Force Kommandeurs an. Kurz vor der Ortschaft „Fabrik“ saß die Infanterie ab und deutsche und französische Soldaten kämpften sich Schulter an Schulter durch die Häuser. Der Feind hatte keine Chance.

„Frontal binden, flankierend schlagen“, dieser infanteristische Grundsatz bewährte sich auch bei der Operation Thunderstrike immer wieder aufs Neue.

Luftunterstützung durch Eurofighter

Ein Spähwagen steht auf einer Anhöhe und überwacht das Gelände mit seiner Optik, die aus dem Wagen herausragt.

Soldaten überwachen den Reckelsberg und lenken die Eurofighter, um die Reserve des Feindes zu zerschlagen.

Bundeswehr/Julia Schlegel

Die gegnerischen Kräfte konnten die Ortschaft „Fabrik“ nicht halten und formierten sich deshalb im Angriffsziel auf dem Reckelsberg neu. Capitaine Baptiste‘s Aufgabe war es, die binationalen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Als die Task# Force die Stellung auf dem Reckelsberg genommen hatte, wird der bevorstehende Angriff der feindlichen Reserve gemeldet.

Weit vorne hinter dem Angriffsziel beobachteten die Joint Terminal Attack Controller-Teams (JTAC) der Brigade mit ihrem Fennek die Bewegung der feindlichen Reserve. Ein JTAC-Team koordiniert den Einsatz der zur Verfügung stehenden Fluggeräte mit dem Einsatz der Bodentruppen. Der Kommandeur entschied sich, Close Air Support, also Luftnahunterstützung, anzufordern, um die gepanzerte Reserve zu zerschlagen. Die Wirkung der Eurofighter im Ziel war durchschlagend und die gegnerischen Kräfte damit besiegt.

Voll operativer Einsatzverband

Ein deutscher Soldat überreicht einem französischen Soldaten eine Plakette als Anerkennung.

Oberstleutnant Martin Winkler (l.) bedankt sich beim Kompaniechef der Eingreifkräfte Capitaine Baptiste für die hervorragende Leistung

Armée de terre/Nicolas

Ob deutsche oder französische Soldaten, ob Soldaten im Stab oder auf dem Gefechtsfeld, durch das Zusammenwirken konnten in Baumholder alle ihre Leistungen deutlich steigern. „Das Vertrauen zueinander und die Einsatzbereitschaft der Soldaten haben mich überzeugt“, so Brigadegeneral Peter Mirow beim Abschlussantreten am Mittwochnachmittag. Die Leistung und die Motivation aller Soldaten war trotz fordernder Witterungsbedingungen sehr hoch. Die „vollständige Integration aller Truppenteile und die taktische Leistung als Task Force Kommandeur“, hob der Brigadekommandeur besonders hervor. Capitaine Baptiste freute sich sichtlich und ist zu Recht stolz auf seine Leistung.

Der Erfolg der Übung unterstreicht, dass die Brigade sich inzwischen von einem Symbol der deutsch-französischen Freundschaft zu einem operativen Einsatzverband entwickelt hat. „Wir sind auf dem richtigen Weg für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force “, bescheinigte der Kommandeur seiner Brigade. 2022 wird sie den Brigadegefechtsstand für die Schnelle Eingreiftruppe der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) stellen und nach kurzer Vorwarnung an die Randgebiete der NATONorth Atlantic Treaty Organization verlegbar sein. Die Übung Feldberg war dabei nur der erste Schritt zum Ziel.

von Markus Bayer

Operation Thunderstrike in Bildern

Die französischen Husaren geben Deckungsfeuer, die Artillerie nimmt dem Feind mit Nebel die Sicht, gleichzeitig greift der deutsche Zug mit ihren GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer flankierend an und setzt die Soldaten für den Häuserkampf ab.

Eingesetzte Technik

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Der Transportpanzer Fuchs

Der Transportpanzer Fuchs ist ein echtes Multitalent auf drei Achsen.

Gerätetyp:
Gepanzerte Fahrzeuge
Streitkräfte:
Sanitätsdienst
Cyber- & Informationsraum
Heer
Freigestelltes Fahrzeug

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Zu den Verbänden

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