Heer
Wettbewerbssieger

Soldaten der Panzertruppenschule sind die kreativsten

Soldaten der Panzertruppenschule sind die kreativsten

  • KVP
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

2021 war für die Panzertruppenschule ein erfolgreiches Jahr. So wurde die Dienststelle im September mit dem ersten Platz für die meisten eingereichten Vorschläge beim bundeswehrweiten KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr-Cup ausgezeichnet. KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr steht dabei für Kontinuierliches Verbesserungsprogramm in der Bundeswehr. Nun wurden auch einige der Soldaten hinter den Ideen für ihre kreativen Vorschläge mit Prämien an der Panzertruppenschule ganz persönlich belohnt.

Vier Soldaten stehen nebeneinander vor einem Kampfpanzer, der wiederum vor einer hellen Fahrzeughalle steht.

Der stellvertretende Kommandeur der Panzertruppenschule, Oberst Jesko Peldszus (1.v.l.), freut sich mit den prämierten Soldaten Stabsunteroffizier Jan Groszyk (2.v.l.), Stabsunteroffizier Dominik Winter und Hauptfeldwebel Marco Boldt.

Bundeswehr/Michel Baldus

Bei der Initiative KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr sind alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr aufgerufen, umsetzbare Vorschläge zu machen, um künftig Arbeitsabläufe zu vereinfachen und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Der dafür ausgelobte Wettbewerb, der KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr-Cup, hat bislang in den Jahren 2014, 2019 und 2021 stattgefunden. Nachdem die Panzertruppenschule 2019 den sechsten Platz erreicht hatte, konnten die kreativen Kameraden diesmal mit 48 Verbesserungsvorschlägen die Spitze des Siegerpodestes erklimmen. „Die Vorschläge der Teilnehmer am KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr-Cup führen nicht nur zu finanziellen Einsparungen. Viele der Beiträge tragen deutlich zur Verbesserung der Sicherheit oder zur Vereinfachung des Dienstbetriebes bei“, berichtet Hauptmann Bastian Block, der KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr-Beauftragte an der Panzertruppenschule.

Manchmal kann es einfach sein

Ein gelbes Kunststoffteil ist in einer Waffenanlage eingesetzt. Davor hängt an einer Schnur ein rotes Dreieck.

Der Prototyp der neuen Keilsicherung in der Waffenwiege eines Kampfpanzers: Die auffällige Farbe soll aufmerksam machen, um Störungen zu vermeiden. Der rote Anhänger wird in der Serienversion nicht mehr angebracht.

Bundeswehr/Michel Baldus

„Das Vorschlagsverfahren ist recht einfach und unproblematisch. Ich finde es sehr gut, gehört zu werden und so zur Verbesserung beizutragen“, berichtet Stabsunteroffizier Dominik Winter. Ein Vorfall beim Schießen mit dem Kampfpanzer Leopard 2 brachte ihn gemeinsam mit Stabsunteroffizier (Feldwebelanwärter) Jan Groszyk auf eine Idee zur Verbesserung. „Eine vergessene Keilsicherung sorgte bei einem Schießen mit dem Leopard für eine zeitaufwendige Instandsetzung. Die herkömmliche Keilsicherung gibt es in Schwarz oder Weiß, sie kann leicht übersehen werden“, so Groszyk. Diese Sicherung soll ein unbeabsichtigtes Schließen des Waffenverschlusses beispielsweise beim Reinigen verhindern; vor dem Schießen muss sie entfernt werden. Die einfache Idee: Die Keilsicherung wird auffällig eingefärbt. Bei ihrem Zugführer, dem Leiter der technischen Abteilung, fanden beide Instandsetzungssoldaten ein offenes Ohr. Gemeinsam wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Zunächst wurde die Sicherung grell lackiert. Zukünftig werden diese Sicherungen von der Industrie bereits auffällig gefärbt hergestellt und ausgeliefert. Der Verbesserungsvorschlag der beiden Soldaten wurde mit jeweils 450 Euro prämiert. „Ein Teil des Geldes lasse ich bei einem Grillabend meiner Fußballmannschaft zukommen“, so Groszyk. Sein Kamerad Winter ließ noch offen, was er mit seiner Prämie macht.

Umweltschützer und „Wiederholungstäter“

Ein Handfunkgerät mit zwei Batteriebehältern steht auf einem Fahrzeug

Der Akku eines Funkgerätes SEM 93 (l.) kann auch im Funkgerät SEM 52 (M.) eingesetzt werden. Dadurch können bis zu 1.300 Batterien eingespart werden. Der schwarze Batteriebehälter (r.) wird normalerweise für das SEM 52 verwendet.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Rund 30 Vorschläge hat Hauptfeldwebel Marco Boldt bereits beim KVPKontinuierliches Verbesserungsprogramm der Bundeswehr eingebracht. Diesmal konnte er sich für seinen Vorschlag über eine Prämie von 600 Euro freuen. „Kleine Ideen mit wenig Aufwand können zu mehr Sicherheit und erheblichen Optimierungen beitragen. Dabei ist es unerheblich, ob der Gefreite oder der Oberst einen Vorschlag einbringt“, so Boldt. Der Vorschlag: Der Batteriesatz eines Funkgerätes vom Typ SEM 93 verfügt über eine Blockbatterie zum Erhalt der Systemuhr und der internen Speicher. Dieser Akku muss bei Fristarbeiten jährlich getauscht werden. Dabei ist es unerheblich, ob der Akku noch Restkapazitäten aufweist oder leer ist. Boldts Idee: „Der Akku passt doch auch in das Funkgerät vom Typ SEM 52, da könnte der Akku doch noch eingesetzt und weiter genutzt werden.“

Das SEM 52 wird üblicherweise mit acht LR6 AAAuswärtiges Amt-Mignon-Batterien betrieben. Mit Boldts Idee werden nicht nur die Akkus weiterverwendet, sondern auch die Kapazität für das SEM 52 von 16 auf 40 Stunden erhöht. Allein an der Panzertruppenschule lassen sich jährlich so bis zu 1.300 Batterien einsparen, führte Boldt in seinem Vorschlag an. Neben der wirtschaftlichen Einsparung schont diese Maßnahme auch die Umwelt erheblich. „Mit dem Geld mache ich was Schönes mit meiner Familie“, so der kreative Hauptfeldwebel abschließend.

Die drei Soldaten erhielten bei einem Antreten durch den stellvertretenden Kommandeur der Panzertruppenschule, Oberst Jesko Peldszus, ihre Prämien und die anderen Kameraden wurden vielleicht angeregt, selbst auch kreativ zu werden.

von Thomas Rotter

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