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Unterfranken gibt den Fernmeldern Rückhalt

Unterfranken gibt den Fernmeldern Rückhalt

Datum:
Ort:
Veitshöchheim
Lesedauer:
5 MIN

Das in Veitshöchheim neu aufgestellte Fernmeldebataillon 10 freut sich über die Neubegründung und Fortführung bestehender Patenschaften mit unterfränkischen Kommunen. 

Soldatinnen und Soldaten sind im Karree angetreten, daneben das Blasorchester der Gemeinde und im Hintergrund viele Zuschauer

Mit einem Appell der Fernmelder wurde in Sand am Main die Patenschaft mit dem Stab des Fernmeldebataillon 10 beschlossen. Über 300 Besucher verfolgten interessiert den feierlichen Akt und feierten mit den Soldatinnen und Soldaten die Patenschaft.

Bundeswehr/Volker Schreiner

Noch bevor das erste Jahr des jungen Verbandes vergangen ist, wurde in Sand am Main eine Patenschaft mit dem Stab des Bataillons besiegelt, wodurch die Familie der Patenschaften nun komplett ist. Insgesamt vier Kommunen geben mit einer Patenschaft der Truppe Rückhalt. Das neue Bataillon komplettiert die Divisionstruppen der 10. Panzerdivision, deren Stab ebenfalls in der Veitshöchheimer Balthasar-Neumann-Kaserne ansässig ist.

Mit dem Schlachtruf „Fernmelde - Hurra“, der sicherlich zum ersten Mal über den malerischen Altmainfestplatz in der unterfränkischen Gemeinde Sand am Main (Landkreis Haßberge) hallte, wurde am9. September 2022 ein feierlicher Appell der Soldatinnen und Soldaten beendet, der die Patenschaft der Gemeinde mit dem Stab des Bataillons begründete. Knapp ein Jahr nach der Indienststellung des Fernmeldebataillons 10 ist die Familie der Patengemeinden nun komplett. Der feierliche und würdevolle Appell in Sand am Main wurde von Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine sowie vom Blasorchester Sand am Main begleitet. Mehr als 300 Zuschauer, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Gemeinde und Militär, verfolgten den Festakt und konnten sich im Anschluss mit den Soldatinnen und Soldaten aus Veitshöchheim austauschen.

Großes Interesse an der Truppe

Ein Zivilist im Anzug und ein Soldat in Flecktarn halten eine eingerahmte Urkunde.

Von jetzt an fest verbunden! Der Bürgermeister der Gemeinde Sand am Main, Bernhard Ruß (links), und der stellvertretende Kommandeur des Fernmeldebataillon 10, Oberstleutnant Thomas Lischitzki (rechts), präsentieren stolz die Patenschaftsurkunde.

Bundeswehr/Volker Schreiner

Die Fernmelder aus Veitshöchheim präsentierten dabei ihre Fahrzeuge und ihre Ausrüstung.  Neben einer kleinen Multiband-Bodenstation, einem Satellitenkommunikationssystem, war sicherlich die bewegliche Befehlsstelle des Divisionskommandeurs in einem Transportpanzer „Fuchs“, die Hauptattraktion für Jung und Alt. „Es ist schön zu sehen, wie groß das Interesse an der Truppe ist. So wünscht man sich als Soldat die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit“, freute sich Oberstabsfeldwebel Martin P., der als Projektfeldwebel maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung mitwirkte. Die neue Patenschaft soll kein Papiertiger sein, verspricht er: „Ich freue mich auf viele weitere Veranstaltungen mit unserer neuen Patengemeinde.“ 

Rüdenhausen hält die Treue

Das Rathaus der Gemeinde Rüdenhausen im Landkreis Kitzingen ist mittlerweile mit zahlreichen Patenschaftsurkunden geschmückt: Seit fast 50 Jahren pflegt die Gemeinde Patenschaften mit Bundeswehreinheiten am Standort Veitshöchheim – was von stetigem Wechsel geprägt war. Denn von Auflösungen, Umgliederungen und Umbenennungen seitens der Bundeswehr hat sie die Gemeinde nie beirren lassen – und hielt stets der Truppe die Treue. Die erste Patenschaft war die Gemeinde im Jahr 1973 mit der Stabskompanie der 12. Panzerdivision eingegangen, bis die Division 1992 aufgelöst. Als der Stab der Panzerbrigade 36 nach Veitshöchheim verlegt und später in der Division Luftbewegliche Operationen aufging, die wiederum 2014 von der 10. Panzerdivision abgelöst wurde, hielt die Gemeinde ihre Patenschaft mit der jeweiligen Stabskompanie aufrecht. Nun bekräftigten die Rüdenhausener ihre Patenschaft mit der ersten Kompanie des Fernmeldebataillons 10, die aus der früheren Stabs- und Fernmeldekompanie der 10. Panzerdivision hervorging.    
Die „Erste“ besiegelte am 30. Juli 2022 mit der Marktgemeinde Rüdenhausen ihre neue Patenschaft. Der Kompaniechef Hauptmann, Joachim D., und der Erste Bürgermeister, Gerhard Ackermann, unterzeichneten im Rahmen des alljährlichen Patenschaftsbiwaks in Rüdenhausen die neuen Patenschaftsurkunden. Mit Dosenwerfen für die Kinder, Fußballturnier und vielem mehr boten die Soldatinnen und Soldaten den Rüdenhausenern ein erlebnisorientiertes Rahmenprogramm. Somit wird eine der traditionsreichsten Patenschaften der Bundeswehr fortgeführt. 

Auch Lohr am Main bleibt treu

Auch die 2. Kompanie des Fernmeldebataillons 10 freut sich über die Neubesiegelung einer Patenschaft mit einer Gemeinde, die schon seit zwölf Jahren ihre Verbundenheit mit den Bundeswehrsoldaten in Veitshöchheim pflegt: Die Stadt Lohr am Main (Landkreis Main-Spessart) setzt diese Verpflichtung nun durch eine Patenschaft mit der zweiten Kompanie fort. Am 17. Mai 2022 unterzeichneten Bürgermeister Dr. Mario Paul und der Kompaniechef der 2. Kompanie des Fernmeldebataillons 10, Major Alexander W., die neuen Patenschaftsurkunden. Der Kompaniechef freut sich nach eigenen Worten darauf, „die Erfahrung zu machen, was die Patenschaft mit einer Kommune bedeutet. Ich will diese mit Leben füllen“.

Ein Wappen für Poppenhausen

Neu in der Familie der Patengemeinden ist neben Sand am Main auch die Gemeinde Poppenhausen (Landkreis Schweinfurt). Sie hat am 21.Mai 2022 eine Patenschaft über die 3. Kompanie des Fernmeldebataillons 10 übernommen. Mit einem Großteil ihrer Soldatinnen und Soldaten war die 3. Kompanie zu einem Festakt ins Rathaus der Gemeinde eingerückt. Neben zahlreichen geladenen Gästen unter anderem aus Politik, Vereinen und von der örtlichen Reservistenkameradschaft wurde die Patenschaft begründet. Der Kommandeur des Fernmeldebataillons 10, Oberstleutnant Jan Mosel, beglückwünschte die Gemeinde und die Kompanie zur neu geschlossen Patenschaft. Der Bürgermeister der Gemeinde Poppenhausen, Ludwig Nätscher, sowie der Kompaniechef der „Dritten“, Major Alexander H., tauschten nach der offiziellen Beurkundung gegenseitig Schilder aus: Die Gemeinde erhielt ein Wappen der Kompanie, den Soldaten wiederum schenkte Bürgermeister Nätscher ein gelbes Ortsschild mit dem Schriftzug „Poppenhausen“. Seither ist das Kompaniegebäude der „Dritten“ in der Veitshöchheimer Balthasar-Neumann-Kaserne schnell zu finden: Das Poppenhausener Ortsschild prangt am Eingang und ist von weitem zu sehen. Das Wappen der Kompanie wiederum erhalte im Rathaus einen besonderen Platz, versprach Bürgermeister Nätscher.

Neues Bataillon mit alten Wurzeln

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Mit den vier Patenschaften sind der Stab und die drei bislang aufgestellten Kompanien des neuen Fernmeldebataillons 10 nun fest in der Region verankert.   „Es war mir wichtig, bereits frühzeitig das Thema Patenschaften in meinem noch jungen Bataillon voranzutreiben“, erklärt der Kommandeur, Oberstleutnant Mosel.  „Gerade in der aktuellen Lage, in der ein Krieg innerhalb Europas uns alle erschüttert, ist es wichtiger denn je, die Verbindung zur Gesellschaft zu stärken und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu fördern.“ Er freue sich nun auf viele kommende Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit den vier Patengemeinden. Patenschaften zwischen einzelnen Kompanien von Bundeswehrverbänden und Kommunen in der Umgebung ihrer Kaserne sind seit Jahrzehnten Tradition bei der Bundeswehr. Das Fernmeldebataillon, aufgestellt am 7. Oktober 2021 in der Balthasar-Neumann-Kaserne ist aus der Stabs- und Fernmeldekompanie hervorgegangen. Das neue Bataillon soll im Felde die Führungsfähigkeit des Divisionsstabes der 10. Panzerdivision durch Fernmeldeverbindungen, Satellitentechnik und digitale Technik im Gefechtsstand sicherstellen. Es umfasst - drei Kompanien, sowie eine vierte Kompanie als nicht aktiver Ergänzungstruppenteil. Das neue Bataillon knüpft an die Tradition des früheren Fernmeldebataillons 10, (Sigmaringen) sowie an die des Veitshöchheimer Fernmeldebataillons 12 an. 

von René Mühlfelder