Heer
Öffentlicher Appell

Zwei Bataillone aufgelöst, Reform wird umgesetzt

Zwei Bataillone aufgelöst, Reform wird umgesetzt

Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
3 MIN

Die Ausbildung der künftigen Unteroffiziere und Feldwebel des Heeres wird neugestaltet. Ein öffentlicher Appell der Unteroffizierschule des Heeres vor dem Schloss Hubertusburg in Wermsdorf am 22. September in Anwesenheit des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, markiert einen wesentlichen Schritt bei der Umsetzung der Reform.

Drei Soldaten laufen an einer Reihe angetretener Soldaten vorbei. Im Hintergrund sind vier Truppenfahnen zu erkennen.

Nach dem Einmarsch der Ehrenformation und dem Abschreiten der Front durch den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais (M.), beginnt die knapp zweistündige Zeremonie

Bundeswehr/Alexander Pensch

Die militärische Zeremonie bestand aus drei Abschnitten. Im ersten Teil des Appells verlieh Generalleutnant Mais die Feldwebelbücher an die Absolventinnen und Absolventen des Feldwebellehrgangs allgemein-militärischer Teil. Die zwei Lehrgangsbesten wurden zusätzlich mit dem Preis des Inspekteurs ausgezeichnet. Danach wurden die Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillone 1 aus Sonderhausen und 2 aus Celle durch den Kommandeur des Ausbildungskommandos, Generalmajor Michael Hochwart, aufgelöst. An ihrer Stelle wurden die Lehrgruppen C und D neu aufgestellt und der USH unterstellt. Mit diesem Schritt der Außerdienststellung und Neuaufstellung beginnt zum vierten Quartal 2022 die neugestaltete Ausbildung der Unteroffiziere und Feldwebel des Heeres. Am Ende des Appells übertrug der Kommandeur der USH, Oberst Axel Hermeling, das Kommando über die Lehrgruppen A und B neuen Lehrgruppenkommandeuren.

Das Feldwebelbuch

Zum Abschluss des Feldwebellehrgangs allgemein-militärischer Teil werden in jedem Quartal den Absolventen dieser Ausbildung die Feldwebelbücher überreicht. Mit dem Buch, das seit September 2010 verliehen wird, verfolgt der Inspekteur des Heeres die Absicht, den jungen Feldwebeln die Grundwerte des Unteroffizierberufes sowie die Anforderungen und Erwartungen an den Feldwebel nahezubringen. Das Buch vermittelt anhand von praxisnahen Beispielen die Kernelemente des Unteroffizierberufes als „Meister seines Faches“ und zugleich Führer, Ausbilder und Erzieher. Außerdem soll es den jungen Feldwebeln Anregungen für ihr Handeln geben und Grundlagen für Diskussionen über die Besonderheiten des Unteroffizierberufes schaffen.

Eindringliche Rede des Inspekteurs

Ein Soldat hält eine Rede an einem Pult. Im Hintergrund sitzen auf einer Tribüne zahlreiche Gäste.

„Jeder Soldat des Heeres muss sich grundsätzlich als Kämpfer betrachten und darauf seine fachliche Qualifikation aufsatteln“, so Generalleutnant Alfons Mais

Bundeswehr/Rolf Schrader

Mais sprach zu den angetretenen Soldaten. „Die Soldatinnen und Soldaten, die das zukünftige Heer tragen und am Laufen halten werden, stehen heute hier vor mir“, sagte der Inspekteur des Heeres in seiner Ansprache an die Paradeaufstellung. Die Binnenstruktur des Heeres werde so angepasst, dass die Großverbände, die Brigaden und Divisionen kaltstartfähig und wieder zum Gefecht in der Landes- und Bündnisverteidigung befähigt werden. Die vor ihm stehenden Männer und Frauen sind zukünftig ein nicht unerheblicher Teil des hierfür erforderlichen Personals. Sie beenden ihre Ausbildung zum Ende des Jahres 2024.

Der ranghöchste Heeressoldat forderte in seiner Ansprache die künftigen militärischen Führerinnen und Führer dazu auf, sich ganz individuell die Frage zu stellen, ob sie geistig und körperlich in der Lage sind, den Anforderungen an die Einsatzbereitschaft, an die Kriegstüchtigkeit zu genügen. Denn: „Die Leistung der Landstreitkräfte, der militärische Erfolg auf dem Gefechtsfeld wird maßgeblich vom Unteroffizier- und Feldwebelkorps der Landstreitkräfte bestimmt.“

Soldatisches Handwerkzeug ab dem ersten Tag

Vor einem Schloss sind acht Soldaten angetreten. Im Vordergrund ist eine Gewehrpyramide aufgestellt.

Ein letztes Mal sind Fahnenabordnungen der Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillone 1 und 2 zum Appell angetreten

Bundeswehr/Rolf Schrader

Die Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillone 1 und 2 wurden beim Appell durch den Kommandeur des Ausbildungskommandos, Generalmajor Hochwart, aufgelöst. Um die Bindung des Führernachwuchses an die Truppe zu erhöhen und die Truppengattungsbindung zu stärken, durchlaufen die künftigen Feldwebel und Unteroffiziere jetzt ihre ersten militärischen Schritte in einem Verband ihrer Truppengattung im Heer. Gemeinsam mit Mannschaftssoldaten und Offizieranwärtern erleben diese jungen Soldatinnen und Soldaten von nun an die Truppenpraxis und das Handwerkszeug hautnah ab dem ersten Tag. Das stärkt dienstgradgruppenübergreifend den inneren Zusammenhalt und fördert den Korpsgeist – eine wesentliche Voraussetzung, um die Herausforderungen für die Landes- und Bündnisverteidigung gemeinsam zu bewältigen.

„Da die Anzahl der einzustellenden Unteroffiziere und Feldwebel jedoch in Summe gleichbleibt, ist es gleichzeitig notwendig, Teile der Ausbildungskapazität in Sondershausen und Celle zu erhalten. Aus diesem Grund wird die Struktur der USH vergrößert um die Lehrgruppen C und D“, so Oberst Hermeling während des Appells.

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Auf einem Tisch sind mehrere Bücher mit der Aufschrift „Feldwebel“ aufgestellt, im Hintergrund das Schloss Hubertusburg.

Zum Abschluss des Feldwebellehrgangs allgemein-militärischer Teil werden in jedem Quartal den Absolventen dieser Ausbildung die Feldwebelbücher überreicht

Bundeswehr/Rolf Schrader
Ein General mit weinrotem Barett schüttelt einem jungen Unteroffizier mit grünem Barett die Hand.

Den Hörsaalbesten – vorgetreten als Abordnung vor der Truppe – des mittlerweile beendeten Feldwebellehrgangs allgemein-militärischer Teil übergibt Generalleutnant Alfons Mais gemeinsam mit anderen Vorgesetzten das Feldwebelbuch

Bundeswehr/Rolf Schrader
Ein Soldat mit weißen Handschuhen hält eine Truppenfahne. Ein anderer entfernt davon das grüne Fahnenband.

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Daniel Faul (r.) entfernt das Fahnenband. Anschließend wird die Truppenfahne seines Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillons 1 eingerollt und verhüllt.

Bundeswehr/Rolf Schrader
Ein Soldat stülpt eine schwarze Lederhülle über eine eingerollte Truppenfahne, die ein weitere Soldat hält.

Nachdem er das Fahnenband entfernt hat, rollt Oberstleutnant Peter Schröbel (l.) die Truppenfahne des Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillons 2 ein und verhüllt sie. Bis dato war er der Bataillonskommandeur in Celle.

Bundeswehr/Rolf Schrader
Hunderte angetretene Soldaten schauen nach links, einige grüßen militärisch. An ihnen läuft ein Musikkorps vorbei.

Der knapp zweistündige Appell in Wermsdorf wird musikalisch durch das Heeresmusikkorps aus Kassel unter der Leitung von Oberstleutnant Tobias Terhardt begleitet

Bundeswehr/Alexander Pensch

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von Susanne Rehwagen

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