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Luftrettungsmeister im Interview

„Es ist sehr motivierend, Leben zu retten“

„Es ist sehr motivierend, Leben zu retten“

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Datum:
Ort:
Niederstetten
Lesedauer:
2 MIN

Stabsfeldwebel Dirk Lange ist Luftrettungsmeister beim Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr. Menschen zu retten, war schon immer ein Teil seines beruflichen Werdegangs. Dies auch aus der Luft zu machen, kam erst später hinzu. Eine Entscheidung, die sein Leben geprägt hat. Wir sprechen mit ihm über seinen Arbeitsalltag.

Ein Soldat gekleidet in einer Fliegerkombi blickt in die Kamera. Hinter ihm steht weit entfernt ein Rettungshubschrauber.

Stabsfeldwebel Dirk Lange ist die Berufszufriedenheit anzusehen. Besonders die Zusammenarbeit im Team gefällt dem Luftrettungsmeister.

Bundeswehr/SAR

Der militärische Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr dient vor allem der militärischen Einsatzunterstützung und ist zugleich Teil des nationalen SARSearch and Rescue-Dienstes (Search and Rescue, dt.: suchen und retten) der Bundesrepublik Deutschland.

Was hat Sie motiviert, zur SARSearch and Rescue-Staffel zu gehen?

Stabsfeldwebel Lange: Die Luftrettung zeichnet sich durch ein sehr breites Aufgabenspektrum aus. Sie verbindet die Fliegerei mit der Medizin. Ich war bereits Rettungsassistent und erfuhr über meinen damaligen Vorgesetzten von der Verwendung des Luftrettungsmeisters. Ich habe mich dann darüber informiert und entschieden, diesen Weg einzuschlagen.

Was ist die Besonderheit der Verwendung im SARSearch and Rescue-Einsatz?

Die Besonderheit ist die enge Zusammenarbeit mit der gesamten Besatzung. Bei den Einsätzen, zu denen wir gerufen werden, geht es fast immer um Leben und Tod. Sei es bei der dringenden Eilhilfe oder bei der Suche nach vermissten Luftfahrzeugen. Dabei erfolgreich zu sein, ist sehr motivierend.

In der Dämmerung steht ein Hubschrauber vor einem Hangar.

Der Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr ist auch nachts im Einsatz. Hierzu stehen die Hubschrauber einsatzbereit „auf der Platte“.

Bundeswehr/SAR

Wie sieht der Alltag im Dienst aus?

Auf der einen Seite haben wir unseren normalen Dienst in der Staffel. Wir fliegen Trainingsflüge und üben Abläufe, die wir für den Rettungseinsatz brauchen. Auf der anderen Seite haben wir die Bereitschaft, bei der wir rund um die Uhr, also 24 Stunden sieben Tage die Woche, abrufbereit sind und unser medizinisches Equipment pflegen. Daneben haben wir wochenweise theoretische Fortbildung und vier Wochen medizinisch-praktische Weiterbildung auf zivilen Rettungswachen. So halten wir unsere Qualifikation als Notfallsanitäter aufrecht.

Was für Einsätze kommen am häufigsten vor?

Ein Großteil unserer Einsätze nimmt der Krankentransport als Form der dringenden Eilhilfe ein. Von Zeit zu Zeit werden wir aber auch zu Unfällen oder größeren Schadenslagen unterstützend herbeigerufen.

Welches Erlebnis im SARSearch and Rescue-Dienst hat Sie am meisten bewegt?

Der Transport eines fünfjährigen Kindes mit schweren Brandverletzungen, das wir von der Einsatzstelle in ein Fachkrankenhaus geflogen haben. Dieser Einsatz ist mir nachdrücklich in Erinnerung geblieben und war sehr intensiv. Wir waren die einzigen, die mitten in der Nacht verfügbar waren und sofort starten konnten. Das Kind haben wir erfolgreich und schnell an die Spezialklinik übergeben.

Was möchten Sie Menschen mitgeben, die sich für den SARSearch and Rescue-Dienst interessieren?

Wer sich für den Job als Luftrettungsmeister interessiert, muss flexibel, kommunikativ und fachlich gewillt sein. Man muss sich auf alle möglichen Situationen schnell einstellen, immer offen für Neues und lernfähig sein. Man muss bereit sein, sich stetig weiterzubilden und sich der eigenen Verantwortung immer bewusst sein.

von Frederik Ströhlein

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