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Bauen, bohren, sägen – Pioniere beim KSKKommando Spezialkräfte

Bauen, bohren, sägen – Pioniere beim KSKKommando Spezialkräfte

  • Spezialkräfte
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Datum:
Ort:
Calw
Lesedauer:
4 MIN

Pioniere lenken den Feind auf dem Gefechtsfeld, hemmen gegnerische Bewegungen, fördern die Angriffsgeschwindigkeit und erhöhen die Überlebens- und Durchhaltefähigkeit der eigenen Truppe. Die Pioniere des Pionierspezialzuges vom Kommando Spezialkräfte in Calw sind in allen Bereichen vertreten.

Ein Soldat in Uniform und Schutzausstattung bearbeitet mit einer Kettensäge einen Holzstamm.

Pioniere sind Teil der Unterstützungskräfte im KSKKommando Spezialkräfte und bereiten den Kommandosoldaten den Weg, bauen Feldlager oder helfen bei der Gewässerüberquerung.

Bundeswehr/Marco Dorow

Als Teil des Standardeinsatzverbandes (SEV) gehören die Pioniere zu den Unterstützungskräften des KSKKommando Spezialkräfte. Sie unterstützen die Kommandosoldaten vor allem im amphibischen Transport, also zum Beispiel bei der Gewässerüberquerung mit Booten. Wenn im Einsatzland noch nichts vorhanden ist, ist der Pionierspezialzug gefragt. Er übernimmt den Feldlagerbau und sorgt für den reibungslosen Ablauf seines Betriebes. Die KSKKommando Spezialkräfte-Pioniere sind speziell für den ersten schnellen Einsatz gedacht. Dabei sind sie ausgestattet mit modernstem Material, das einzigartig ist in der Bundeswehr.

Wenn ein neuer Einsatz ansteht, wird bei den Spezialkräften in der Regel ein SEV gebildet, der dann geschlossen verlegt. Er setzt sich aus Soldatinnen und Soldaten mit verschiedenen Fähigkeiten zusammen, darunter sind auch Unterstützungskräfte wie die Pioniere. Es verlegen nur die Teile des SEV in den Einsatz, die lageabhängig benötigt werden. Jedes Element ist somit einmal vertreten. Im SEV dienen dann bis zu sechs Pioniere: ein Feldwebel, ein Unteroffizier und drei bis vier Soldaten der Mannschaftsdienstgrade.

Immer autark arbeiten

Ein Soldat sitzt in einem Radlader mit großem Schaufelarm und bewegt Erde.

Pioniere bereiten den Kommandosoldaten den Weg. Sie bauen Feldlager oder helfen bei der Gewässerüberquerung.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Pioniere sind gefragt, wenn vorhandene, aber zerstörte Strukturen wiederhergestellt oder erneut für militärische Zwecke nutzbar gemacht werden sollen. „Man muss auch mal damit leben können, nicht im Container, sondern im Zelt oder in einer Wagenburg zu wohnen“, berichtet Zugführer und Bautechniker Hauptfeldwebel Gustav K.* über die ersten Tage im neuen Einsatz. „Unter uns sind Gas-Wasser-Installateure, Metallbauer, Tischler, Maurer, also von jedem Gewerk mehrere Vertreter. Dadurch können wir auf der ganzen Welt nahezu autark arbeiten.“

Daheim, am Standort Calw, unterstützen sie die Truppe im Alltag, unter anderem bei der Verbesserung der Standortinfrastruktur in der Graf-Zeppelin-Kaserne oder bei der Sprengausbildung. „Oben am Sprengplatz bauen wir beispielsweise neue Türen für Sprengübungen ein in der Zeit, in der die Kommandosoldaten ihre Nachbesprechung machen. Wir richten sie wieder her und dann können die Kommandosoldaten sie wieder zerstören“, beschreibt Oberstabsgefreiter Phil K.* seinen Dienst mit einem Lächeln. Sprengübungen, wie das Öffnen von Türen, dienen dazu, das Vorgehen in einer Zugriffsoperation bereits vor dem Einsatz minutiös zu trainieren, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Das erhöht die Sicherheit für die Truppe. Kommandosoldaten öffnen unter anderem mit Sprengladungen versperrte Wege oder Barrikaden des Feindes.

Umfangreiche Ausbildung

Ein Soldat mit orangefarbener Schutzausrüstung zerschneidet mit einer Motorsäge einen Baumstamm.

Das korrekte Sägen mit einer Kettensäge will gelernt sein.

Bundeswehr/Marco Dorow

Phil K. ist seit Mitte 2016 bei der Bundeswehr und war von Anfang an im Pionierspezialzug. Momentan ist er als Zugsoldat eingesetzt und eher für administrative Aufgaben zuständig. Neben der Unterstützung bei der Lehrgangsplanung für die Soldaten hilft er auch bei Baumaßnahmen aus oder dient als Hilfsausbilder, zum Beispiel bei Kettensägenlehrgängen oder bei Kursen zum Erwerb eines Bootsführerscheins. Phil, der eigentlich ausgebildeter Verkäufer ist, wollte schon immer Soldat werden. Für ihn war dann die Pioniersparte mit amphibischer Unterstützung und die Arbeit mit Kettensäge, Baumaschinen, Baugerät und Booten aller Art ganz spannend. „Wir als Pioniere absolvieren hier verschiedene nützliche Lehrgänge, etwa einen Kettenmotorsägen- oder Baumaschinenlehrgang. Danach darf man dann Schwenklader bedienen. Wir erwerben die Sprengberechtigung und die Betriebserlaubnis für Wasserfahrzeuge auf Binnengewässern“, berichtet der Pionier über seine umfängliche Ausbildung.

Mit Ehrgeiz und Geduld

Ein Soldat nimmt eine grüne, schwere Kiste aus dem Regal einer Lagerhalle.

In der Lagerhalle: Der Pionierzug verfügt über eine besondere Werkzeugausstattung für seine Aufträge.

Bundeswehr/Marco Dorow

Was braucht ein Pionier beim KSKKommando Spezialkräfte? „Einen Akkuschrauber“, sagt Phil lachend. „Nein, zunächst brauchen wir eine gute Ausbildung. In unserem Bereich bringen sich alle gegenseitig ihr Gewerk bei. Der Elektriker macht die Elektronikausbildung, genau dasselbe bei Metallbauern, die das Schweißen vermitteln oder Tischler und Zimmerleute, die den Umgang mit Holz lehren.“ Die Pioniere beim KSKKommando Spezialkräfte verfügen über eine einzigartige Ausstattung, die sonst bei keinem Pionierzug in der Bundeswehr zu finden ist. Sie benötigen diese nicht nur für die zahlreichen Übungen, die weltweit stattfinden, sondern insbesondere für die Einsätze. Die gesamte Werkzeugausstattung passt in zwei Container, die jeweils sechs Meter lang sind.

„Wir brauchen aber auch gewisse Charaktereigenschaften, wie zum Beispiel Ehrgeiz und gleichzeitig Geduld. Manchmal zieht es sich ein bisschen, dann darf man nicht ungehalten werden“, erklärt Phil. „Ein guter Pionier sollte ein ganz normaler bodenständiger Typ sein, der weiß, wo er hinwill und vor allem weiß, was er kann und er sollte zum Erfolg des Auftrags beitragen wollen. Für die Unteroffizierlaufbahn wird eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung vorausgesetzt und natürlich handwerkliches Geschick. Ich möchte mich in der Zukunft am liebsten noch mehr mit Holz oder Elektrotechnik beschäftigen.“

*Name zum Schutz des Soldaten geändert

von Peter Müller
Ein Soldat in Uniform mit Schutzbrille und Gesichtsmaske hält mit beiden Händen eine Pistole.

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