Heer

Mit Followern gegen den Krebs

Mit Followern gegen den Krebs

  • Menschen
  • Heer
Ort:
Bogen
Lesedauer:
2 MIN

„Ich wollte, ich musste irgendwie helfen“, erzählt die 28-Jährige. Oberleutnant Wiebke Hönicke ist Pionieroffizier und Kompanieeinsatzoffizier im Panzerpionierbataillon 4 in Bogen. Ihr Kampf gegen den Krebs war ein ganz besonderer. Gemeinsam mit über 26.000 Followern half sie einer Soldatin, die an Krebs erkrankt war.

Montage: Eine Frau umringt von Interneticons.

Ihre Reichweite in den sozialen Medien nutzt Oberleutnant Wiebke Hönicke, um eine an Krebs erkrankte Kameradin zu unterstützen.

Bundeswehr/Wiebke Hönicke

Als junge Offizieranwärterin begann Wiebke Hönicke ihre militärische Karriere 2012 im Offizieranwärterbataillon in Munster. Ihr Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften schloss sie 2019 erfolgreich ab. „Irgendwie ein patriotischer Grundgedanke, der Wille unserer Gesellschaft etwas zurückzugeben und mein großes Interesse an Außen- und Sicherheitspolitik, dazu die Suche nach einem interessanten und vielseitigen Tätigkeitsfeld brachten mich zur Bundeswehr“, beschreibt sie ihren Antrieb Soldatin zu werden.

Mit Klicks unterstützen

Auf einer Wiese stehend blickt eine Soldatin mit Tarnfarbe im Gesicht in die Ferne.

Kameradschaft, Engagement und Helfen ist für viele Soldatinnen und Soldaten selbstverständlich.

Bundeswehr/Wiebke Hönicke

Hönicke ist seit Jahren auf dem sozialen Netzwerk Instagram aktiv und hat heute fast 26.000 Follower. Die 28-Jährige berichtet dort über ihren Dienstalltag und private Momente vor allem mit Fotos, Grafiken und kleinen Texten. „Ich möchte Vorbild sein für viele andere junge Menschen. Vorbild, aber auch Ansprechpartnerin für junge Frauen, die überlegen, zur Bundeswehr zu gehen“, erzählt Hönicke. Über so ein Profil auf der Onlineplattform hätten viele überhaupt zum ersten Mal Kontakt mit Menschen in Uniform.

Wiebke Hönicke erfuhr im Frühjahr 2020 über einen Kameraden von einer jungen Soldatin, die an Krebs erkrankt war. „Ich habe nicht lange überlegt und habe die bereits existierende Spendenaktion für eine weitergehende medizinische Behandlung der jungen Frau mit meiner Reichweite und den Followern unterstützt.“ Es hätten damals viele Emotionen, Trauer, Mitgefühl, Solidarität und natürlich der Wunsch zu helfen, den Antrieb gegeben. In ihrer eigenen Familie hatte Hönicke 2017 erfahren, dass sich der Kampf gegen den Krebs lohnt. Sie selbst hatte ihre Mutter im Zuge einer Tumorerkrankung gepflegt. Ihre Mutter lebt.

Fast 5.000 Euro Spendengeld

Eine Soldatin am Schreibtisch blickt freundlich in die Kamera.

Auch nach Rückschlägen, Trauer und Tod – jeder Kampf lohnt.

Bundeswehr/Wiebke Hönicke

Leider endete die Spendenaktion abrupt, denn die junge Kameradin starb überraschend schnell. Die Trauer darüber, dass man nicht mehr helfen konnte und sie dem Krebs erlag, gebe manchmal ein Gefühl der Machtlosigkeit oder des vergeblichen Kampfes, sagt Hönicke heute. Doch auch in diesem Fall lohnte das Engagement. Innerhalb weniger Tage kamen damals knapp 5.000 Euro zusammen, die dann als Spende an das Kinderhospiz in München gegangen sind.

Für Hönicke steht fest, dass, „noch bessere medizinische Aufklärung und Vorsorge oder auch die Versorgung und Betreuung der Soldaten und ihrer Familien notwendig sind.“ Und gleichzeitig verbinde alle Soldaten das Band der Kameradschaft, Hilfe und Fürsorge miteinander.

von René Hinz