Heer

Mit geringem Aufwand geholfen

Mit geringem Aufwand geholfen

  • Menschen
  • Heer
Ort:
Köln
Lesedauer:
2 MIN

Stammzellenspender sind Lebensretter: Wenn das menschliche Immunsystem sich selbst nicht helfen kann und auch die Pharmazie keine Medikamente zur Heilung bietet, sind sie die letzte Hoffnung. Oberstabsgefreiter Denis Kania hat einem völlig fremden Menschen mit einer peripheren Stammzellenspende geholfen. 2014 hatte sich der damals 19-jährige Gefreite Kania für die Stammzellenspende bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen.

Ein Soldat steht in einer Autotür und hält ein Handy hoch.

„Es gehört nicht viel dazu.“ Oberstabsgefreiter Denis Kania hat Stammzellen gespendet und er wird auch weiterhin spenden, wenn er gebraucht wird.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Kania ist überzeugter Blutspender und wurde bei jeder Blutspende von Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung angesprochen, ob er nicht Stammzellenspender werden wolle. „Irgendwann war mir das ständige Nachfragen der Stiftung lästig, also habe ich mich registrieren lassen“, beschreibt er heute mit einem Lächeln. „Mund auf – Stäbchen rein – Spender sein! So einfach war das“, es sei wirklich simpel gewesen, erinnert er sich.

Für einen jungen Mann in seinem Alter stand so eine Entscheidung mit Sicherheit nicht im Vordergrund, dennoch war und ist es ihm wichtig, anderen Menschen zu helfen. „Wirklich mit dem Thema habe ich mich nicht befasst und war eigentlich froh, dass ich dann nur noch meinen Spenderausweis vorzeigen musste und nicht mehr gefragt wurde, ob ich Spender werden möchte oder nicht.“

Über Social Media in Kontakt

„Mit der Zeit vergaß ich, dass ich registriert worden war. Und 2016 habe ich dann über Facebook eine Nachricht der Stefan-Morsch-Stiftung bekommen.“ Man hätte einen passenden Patienten gefunden, dem er mit seiner Stammzellenspende helfen könnte, teilte man ihm mit. Ohne zu zögern, stimmte Kania zu.

Eine Reihe von Voruntersuchungen folgten. Kania wurde noch einmal von Kopf bis Fuß untersucht. Dazu gehörte eine Blutentnahme, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen und noch vieles mehr. Das Ergebnis war positiv und Kania ging in die Vorbereitungen für die Entnahme der Stammzellen. Fünf Tage lang wurde ihm ein Medikament gespritzt, in seinem Fall übernahm das seine Ehefrau als examinierte Altenpflegerin. Dieses Medikament löst im Körper eine erhöhte Produktion der eigenen Stammzellen aus. Diese zu viel produzierten Stammzellen werden am sechsten Tag in einem besonderen Verfahren aus dem Blut gewonnen.

Spende blieb in Deutschland

Wer die Stammzellen bekommt, wird den Spendern nicht mitgeteilt. Lediglich das Alter, Geschlecht und die Herkunft wird bekannt gemacht. Kania wusste, dass seine Spende ein ungefähr 60-jähriger Mann aus Deutschland erhielt.

Die Kommunikation läuft über das Institut, bei dem die Spende abgegeben wird. Nach einer gewissen Zeit ist es möglich, dem Empfänger einen persönlichen Brief zu schreiben. Der Empfänger kann dann selbst entscheiden, ob er darauf reagieren möchte oder nicht. Bereits kurze Zeit nach der Transfusion bekam Kania die Information, dass die Stammzellenspende angeschlagen habe und sich der Zustand des Patienten bessern würde. Bis zu vollständigen Heilung ist es jedoch ein weiter Weg. Während des gesamten Heilungsprozesses wurden aktuelle Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten mitgeteilt. Was sich beim „genetischen Zwilling“ von Kania als vielversprechend gezeigt hatte, wurde im März 2021 durch eine Lungenentzündung zunichtegemacht. Noch mitten im Heilungsprozess konnte dieser die Leukämie nicht vollständig bekämpfen.

Nicht jede Stammzellenspende führt zum Erfolg, doch das schreckt Kania nicht ab. Er will auch künftig als Spender zur Verfügung stehen. „Da gehört wirklich nicht viel dazu“, versichert er.

von Christoph Wiedemann