Heer

Schreiben für das Deutsche Heer

Schreiben für das Deutsche Heer

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Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
3 MIN

Die Redakteure der Presse- und Informationszentren der Bundeswehr berichten täglich über die Übungen und Ausbildungen der Soldatinnen und Soldaten und ihre Auslandseinsätze. Wie solch ein Bericht entsteht, beschreibt Hauptfeldwebel Nico Ulbrich, der bei der Übung Stoneage im Februar 2020 dabei war.

Drei Soldaten stehen beieinander, zwei unterhalten sich, einer hält einen Schreibblock und einen Stift in der Hand.

Hauptfeldwebel Nico Ulbrich sammelt Informationen über den Gefechtsablauf bei den Soldaten, die an der Übung Stoneage beteiligt sind.

Bundeswehr/Geoffrey Thiel

Täglich versorgen die Macher von bundeswehr.de ihre Leser mit interessanten Informationen aus sämtlichen Teilstreitkräften aus dem In- und Ausland. Das Themenspektrum ist dabei genauso vielfältig, wie die verschiedenen journalistischen Darstellungsformen: Vom Gespräch mit dem neuen Kommandeur über das Porträt der ersten Kampfschwimmerin bis hin zur mehrseitigen Reportage über den Einsatzalltag in Afghanistan ist fast alles dabei und denkbar. Wichtig ist am Ende immer: Versteht angesichts der spezifischen militärischen Begriffe jeder Leser den Inhalt? Ist es interessant und spannend genug geschildert?

„Mach mal eine spannende Geschichte“

Das war auch meine Aufgabe als ich als Redakteur vor Monaten den Auftrag erhielt, einen „spannenden Artikel“ über die multinationale Übung Stoneage zu schreiben. Da die Berichterstattung bei bundeswehr.de überwiegend anlass- beziehungsweise ereignisbezogen erfolgt, lassen sich viele Geschichten relativ gut planen. Die interessanten Themen wie große Übungen, Erprobungen neuer technischer Geräte oder Inspekteurs- oder Kontingentwechsel im Einsatzland sind oft im Vorfeld bekannt und fest terminiert – so auch im Fall der Übung Stoneage. Fünf Wochen vor Beginn wurde ich beauftragt, die Berichterstattung während eines viertägigen Aufenthaltes auf dem Truppenübungsplatz Bergen zu organisieren. 

Zunächst ging es darum, sich möglichst viel Wissen über die bis dato unbekannte multinationale Übung anzueignen: Welche Nationen nehmen teil? Wie viele Soldaten der beteiligten Länder sind insgesamt vor Ort? Welche Gegebenheiten finden die Teilnehmer auf dem Truppenübungsplatz vor? Wird scharfe Munition zum Einsatz kommen? 

Partner vor Ort sind unverzichtbar

Zwei Soldaten stehen nebeneinander und unterhalten sich.

Hauptfeldwebel Nico Ulbrich (r.) spricht mit einem der Protagonisten seines späteren Artikels.

Bundeswehr/: Geoffrey Thiel

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Artikel sind Absprachen mit den Ansprechpartnern vor Ort beziehungsweise den Verantwortlichen für den Ablauf. In diesem Falle waren es der Presseoffizier und der Informationsfeldwebel der Panzerlehrbrigade 9 in Munster. Die beiden erfahrenen Kameraden stellten den Kontakt zu Oberstleutnant Christian Mennen, den Gesamtleitenden und Organisator der Übung vom Luftwaffenverbindungskommando in Munster her. 

Mit den genannten Partnern vor Ort konnten dann alle wesentlichen Punkte geklärt werden: Anreise und erste Verbindungsaufnahme, genaue Dauer des Aufenthaltes und Unterbringung, Organisation von Unterstützungspersonal wie Fotograf und Videojournalisten, Fahrzeug für die eigene Beweglichkeit, Foto,- Dreh- und Aufenthaltsgenehmigungen (für den Truppenübungsplatz, die Schießbahnen sowie abgebildete Soldatinnen und Soldaten), Schwerpunkte und Highlights der Übung. 

Schreiben bei Wind und Wetter

Fünf Soldaten stehen am Rande eines Übungsgeländes, zwei stellen eine aufgebaute Videokamera ein.

Auch ein Videoteam und ein Fotograf begleiten die Übung Stoneage.

Bundeswehr/Geoffrey Thiel

Die ersten Fragen an den Presseoffizier und das zugesagte Unterstützungspersonal lauteten: Sind die besprochenen Details und Abläufe noch aktuell? Denn mit Beginn der Übung sind oftmals sämtliche Absprachen und Planungen hinfällig. Der Stoneage-Auftrag bildete da keine Ausnahme. Denn Sturmtief Sabine wirbelte sprichwörtlich alles durcheinander und hatte völlig veränderte Szenarien und den Ausfall wesentlicher Kernelemente wie Luft- und Bodenunterstützung zur Folge. Hinzu kam ein Getriebeschaden am Dienstfahrzeug mitten im Gelände.

Doch persönliche Befindlichkeiten dürfen keine Rolle spielen. Erst recht nicht, wenn man sich in die Lage der Organisatoren und fast 500 multinationalen Übungsteilnehmern von Heer und Luftwaffe versetzt. Diese mussten durch Sturmtief Sabine drei Tage lang mit improvisierten Szenarien und Übungsbedingungen leben, bevor endlich Flugzeuge und Kampfunterstützer loslegen konnten. Wie die Übung dann tatsächlich ablief, können Sie hier lesen:

Ein Transportpanzer Fuchs steht auf einer Schießbahn, im Hintergrund schlagen Geschosse der Artillerie ein. Rauch steigt auf.

Feuerunterstützung: Dirigenten des Gefechts

Die Zusammenarbeit von Bodentruppe, Artillerie, Mörsern und Luftfahrzeugen ist Kernziel der multinationalen Übung Stoneage.