Heer

Von Mensch zu Mensch

Von Mensch zu Mensch

  • Aufklärung
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Ob Fluggeräte in der Luft oder Radar und Optronik am Boden – Aufklärer nutzen spezielle Technik, um den Feind im Auge zu behalten. Doch nicht nur die Technik, sondern auch der Mensch selbst ist ein kostbarer Sensor auf dem Gefechtsfeld. Die Feldnachrichtenkräfte gewinnen wichtige Informationen, von Mensch zu Mensch, um die eigene Truppe zu schützen.

Ein Soldat sitzt unterhält sich mit einem Zivilisten in einem Büroraum.

Die Feldnachrichtenkräfte sprechen mit Menschen, um Dinge zu erfahren, die für die Soldaten von hoher Bedeutung sein können.

Bundeswehr/Marco Dorow

Ein Gespräch kann alles bedeuten. Es kann sich um belanglose Dinge unseres Alltags drehen. Es kann aber auch wichtige Informationen enthalten, von denen im Ernstfall Menschleben abhängen. Sie tragen mit ihrem Können dazu bei, Licht ins Dunkel zu bringen. Sie gewinnen Informationen, die für andere nie zugänglich wären. Feldnachrichtenkräfte gibt es bei der Heeresaufklärungstruppe, aber auch bei der Luftwaffe und der Marine. Um einen Einblick in die Lage zu erhalten, nutzen sie als Aufklärer jedoch keine Drohne und kein komplexes Radar, sondern das direkte Gespräch mit Menschen. Sie können daraus Dinge schließen, die für die eigene Truppe und für deren Operationen von hoher Bedeutung sind. Es geht darum, zur richtigen Zeit mit den richtigen Menschen zu sprechen, um an die benötigten Informationen zu gelangen. An die richtigen Informationen zu gelangen, ist dann doch nicht so leicht, wie es zunächst scheint.

Mit wem arbeiten Feldnachrichtenkräfte zusammen?

Ein Soldat spricht mit einem Zivilisten in einem Wirtshaus.

Unter Leuten: Im Einsatzland treffen sich die Feldnachrichtenkräfte mit einer Kontaktperson (M.) auf deren Wunsch in einem Wirtshaus. (nachgestellte Szene)

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Gesprächspartner der Feldnachrichtenkräfte stammen aus unterschiedlichen Gegenden und Beziehungen. Die Aufklärer reden beispielsweise mit offiziellen Vertretern des Regierungsapparates im Einsatzland, mit Bürgern auf der Straße, mit einem Dorfältesten oder einem seiner Verwandten, die durch ihre Stellung oder ihren Wohnort Dinge erfahren haben, die deutsche Soldaten unbedingt wissen sollten. Bei der Zusammenarbeit mit Menschen ist den Feldnachrichtenkräften der Schutz des Gegenübers sowie eine Basis des Vertrauens von höchster Bedeutung. Vor einem Treffen werden daher vielerlei Dinge vorab geklärt: Ist der Treffpunkt sicher? Können sich die Gesprächspartner dort ungestört und diskret unterhalten? Wird keiner gefährdet? Im besten Fall besteht zwischen den Feldnachrichtenkräften und den Kontaktpersonen ein vertrauensvolles Verhältnis. Diskretion und Anonymität werden in jedem Fall sehr ernst genommen.

Wie arbeiten Feldnachrichtenkräfte?

Zwei Soldaten stehen neben einem Militärfahrzeug an einer Karte.

Jede Aktion, jeder Weg wird vor dem Einsatz noch einmal abgesprochen, damit das Treffen mit der Kontaktperson nach Plan verläuft.

Bundeswehr/Marco Dorow

Feldnachrichtenkräfte sind unauffällig in kleinen Trupps unterwegs, um ihre Kontaktpersonen und die Mission nicht zu gefährden. Dabei müssen sie viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen zeigen, ohne wichtige Informationen aus den Augen zu verlieren. Heute sollen Informationen zu Flüchtlingsbewegungen im Einsatzraum der Truppe gesammelt werden, die etwa bei der Operationsplanung miteinberechnet werden müssen, um unbeteiligte Zivilisten nicht zu gefährden. Bevor der Einsatz allerdings losgeht, muss erst einmal klar sein, welche konkreten Informationen von der Truppe benötigt werden. Es liegt dann in der Verantwortung der Feldnachrichtenkräfte, die richtigen Gesprächspartner zu finden, um an die Informationen zu gelangen. Das alles braucht Zeit. Feldnachrichtenkräfte werden deshalb bereits frühzeitig im Einsatzland eingesetzt. Es gilt, das Einsatzgebiet zu kennen und sich vor Ort ein Kontaktnetzwerk aufzubauen.

Die Luft ist rein

Ein Soldat fotografiert mit einer Kamera aus einem Auto.

Bereits vor dem eigentlichen Einsatz machen sich die Soldaten ein Bild vom Wirtshaus, in dem das Gespräch mit der Kontaktperson stattfinden wird.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die Soldaten haben sich mit der Kontaktperson in einem Wirtshaus verabredet. Bevor sie sich zum Gespräch treffen, nähern sich die Soldaten regelmäßig gedeckt an das Objekt an und beobachten es von innen und außen. Sie müssen später ständig damit rechnen, selbst beobachtet zu werden. Ist das Wirtshaus sicher, geht es in die Planung des Treffens. Welche Wege werden genutzt? Was passiert, wenn die Lage unsicher wird? Das alles müssen die Soldaten berücksichtigen, damit jeder weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Das Gespräch selbst wird dann zielführend, sensibel und aufmerksam im wahrsten Sinne des Wortes geführt. Nach dem Gespräch setzt sich das Team zusammen. Alle Informationen werden wie ein Puzzle zusammengetragen, anschließend ausgewertet und an die Truppe weitergegeben.

von Peter Müller

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