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LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung: Aufklärung von oben

LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung: Aufklärung von oben

  • Aufklärung
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung ist die unbemannte Aufklärungsdrohne der Heeresaufklärer. Mit ihr können die Spezialisten schnell weite Strecken überwinden und aus der Luft Informationen über das Gelände sammeln. Sie sind das Auge des Kommandeurs in der Luft.

Eine weiße Drohne steht auf einer gelben Rampe auf dem Feld, im Hintergrund ein Fahrzeug.

Die Soldaten der luftgestützten unbemannten Aufklärung lassen LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung wie einen Vogel über dem Feind kreisen. Dabei liefern sie wichtige Aufklärungsergebnisse.

Bundeswehr/Marco Dorow

Der gegnerische Angriff beginnt, wie vorausgesehen am frühen Morgen. Das Radar meldet feindliche Kampfpanzer in Bewegung. Der Gegner nutzt das Gelände und versucht, möglichst unentdeckt im Morgengrauen Strecke zu machen. Welche Wege fährt er mit seinen Kettenfahrzeugen, um wie viele Fahrzeuge welcher Art handelt es sich aktuell? Viel Zeit bleibt den Soldaten der luftgestützten unbemannten Aufklärung nicht. Sie haben den Auftrag, weit hinter feindlichen Linien aufzuklären und die ersten Aufklärungsergebnisse nun mit ihrem Fluggerät aus der Luft zu verifizieren. Der Kommandeur braucht rasch gesicherte Informationen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Mini-Flughafen im Wald

Drei Soldaten knien mit ihrem Gewehr in einem Waldstück und sondieren die Lage.

Bevor das Fluggerät abheben kann, muss die Lage am Boden sicher und eine geeignete Start- und Landezone gefunden werden.

Bundeswehr/Marco Dorow

Gerade hat der Erkundungstrupp einen Einsatzraum für die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung (Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung) gefunden. Die Soldaten sollen sich mit ihrer Technik in einem Waldstück verstecken. Von einer wenig bewachsenen Fläche aus wollen sie ihr Fluggerät starten und landen. Unbemerkt den Einsatzraum zu beziehen, ist eine Herausforderung, denn der LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung-Zug besteht aus 40 Soldaten und 15 Fahrzeugen. Wollen sie unentdeckt bleiben und nicht gleich selbst zum Ziel werden, dürfen sie nicht in die Hände der feindlichen Spähaufklärung geraten, die bereits in der Nähe ist.

Geistig und körperlich fordernd

Drei Soldaten bauen einen Mast für eine Radarstation auf.

Von der Bodenkontrollstation aus wird die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung später gesteuert und ihre Bilder ausgewertet, ihre Aufklärungsergebnisse weitergeleitet.

Bundeswehr/Marco Dorow

Im Waldstück angekommen, gehen die Soldaten in Rundumsicherung. Sie könnten ständig entdeckt werden. Während der Zugführer der Aufklärer in das Gelände eingewiesen wird, macht sich die Bodenkontrollstation bereit. Alles läuft einstudiert ab, um möglichst Zeit zu sparen. Von der Station aus wird das Fluggerät gesteuert und seine Aufklärungsergebnisse werden verarbeitet. Bei der Flugplanung müssen Faktoren, wie Windrichtung, Höhe der Wolkendecke und auch die Temperatur berücksichtigt werden. LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung-Soldaten arbeiten mit schwerem Gerät. Sie müssen nicht nur physisch, sondern auch geistig fit sein, damit das Fluggerät am Ende verlässliche Ergebnisse liefert.

„Start frei!“

Vier Soldaten bauen eine schwarze Startrampe mit gelben Gummibändern für die LUNA auf.

Auf einer Rampe wird das Fluggerät in den Himmel geschossen. Später wird die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung beispielsweise mit einem Netz eingefangen.

Bundeswehr/Marco Dorow

Der Startlandetrupp geht unter Deckung nach vorn, baut sein Startkatapult auf, mit dem die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung in die Luft geschleudert wird. Obwohl die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung, vergleichbar mit einer Drohne, unbemannt fliegt, wird sie nicht wie ein Modellflugzeug, sondern wie ein großes Flugzeug behandelt. Tatsächlich ist die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung ein zugelassenes Luftfahrzeug. Deshalb müssen die Ruder und die Leitwerke gecheckt sowie die Flugfreigabe erteilt werden, wie bei einem Jumbo-Jet. Jetzt wird der Zweizylinder-Boxermotor gestartet. Ist die Freigabe erteilt, geht die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung auf vollen Schub. Auf das Kommando „Start frei!“ schleudern die Gummibänder der Rampe das Gerät in die Luft. Jetzt fliegt LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung zuvor festgelegte Wegepunkte mit einer Geschwindigkeit zwischen 35 und 135 Kilometer pro Stunde ab.  

Klare Vorteile

Ein Soldat setzt die LUNA aus Einzelteilen zusammen.

Die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung wird direkt im Feld aus Einzelteilen, als wenn es ein riesiger Modellbausatz wäre, aufgebaut.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung ist das Auge des Kommandeurs in der Luft. Der unbemannte Blick von oben spart enorm viel Zeit. Sitzt ein Verbindungssoldat der Kampftruppe in der Bodenkontrollstation, können die Aufklärungsergebnisse sogar unmittelbar zur Bekämpfung des Gegners am Boden eingesetzt werden. „Wir sind der einzige Sensor, der kontinuierlich über feindlichem Gebiet operieren kann. Außerdem ist das kleine Fluggerät schwer bekämpfbar. Sollte eine LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung dennoch abgeschossen werden, haben wir insgesamt noch neun weitere Fluggeräte“, erklärt Hörsaalleiter Major Moritz Unkel von der Heeresaufklärungsschule in Munster. Gemeinsam mit seinen Kameraden bildet er unter anderem den Führungsnachwuchs der LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung-Kräfte aus.

von Peter Müller

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