Heer
Fünf Soldaten hocken auf einer Freifläche. Während vier Soldaten sichern, wirft ein Soldat einen Nebeltopf.
Bundeswehr/KSK

Spezialkräfte

Die Vielfalt des Heeres spiegelt sich in den Truppengattungen wider. Jede besitzt spezielle Fähigkeiten und Fertigkeiten - aber nur gemeinsam sind sie stark und erfolgreich. Die unterschiedlichsten Anforderungen werden mit spezieller Ausrüstung erfüllt. Erfahren sie mehr über die Spezialkräfte des Heeres.

Das ist unser Auftrag

Das Kommando Spezialkräfte, kurz KSKKommando Spezialkräfte, ist der Spezialkräfteverband des Deutschen Heeres und verfügt innerhalb der Bundeswehr über einzigartige Fähigkeiten. Diese erweitern die Handlungsoptionen der Bundesrepublik Deutschland im gesamten Aufgabengebiet der Bundeswehr.

Das heutige Einsatzspektrum deutscher Streitkräfte, beginnend beim internationalen Krisenmanagement über die nationale Krisenvorsorge bis zur Landes- und Bündnisverteidigung, schließt besondere Aufgaben von strategischem Interesse mit ein.

Geiselbefreiung und Spezialaufklärung

Das Aufgabenfeld des Kommandos Spezialkräfte beinhaltet im Kern offensive Operationen. Dazu zählt die Rettung und Befreiung deutscher Staatsbürger oder anderer Personen aus Gefangenschaft, Geiselnahme oder terroristischer Bedrohung im Ausland. Wenn es die Lage erfordert, kann das KSKKommando Spezialkräfte Kriegsverbrecher oder Terroristen im Ausland, auch gegen deren Widerstand festsetzen und Material besonderer Bedeutung sichern.

Die Spezialkräfte arbeiten mit Sicherheitskräften der Partnerstaaten zusammen und unterstützen diese bei der Ausbildung. Sie schützen eigene Kräfte und Personen bei Gefahr.

Die Spezialaufklärung stellt einen weiteren Kernauftrag des KSKKommando Spezialkräfte dar. Dabei gewinnen die Soldaten Schlüsselinformationen in Krisen- und Konfliktgebieten für die militärische Führung.

Jederzeit und weltweit im Einsatz

Die Kampfeinsätze der Spezialkräfte definieren den Kampf in der Tiefe gegen wichtige Ziele des Militärs. Dies schließt die Hinderung oder Zerstörung wichtiger Führungssysteme, Einrichtungen und Objekte mit ein.

Derartige Aufträge verlangen besondere Ausbildung, Ausrüstung und Struktur und können im Allgemeinen nicht von konventionellen Einheiten erfüllt werden. Die Soldaten sind so ausgebildet, dass sie jederzeit und weltweit in allen Klimazonen eingesetzt und auf unterschiedlichste Art und Weise verlegt werden können. Das bedeutet Einsätze im Gebirge, im Dschungel, in der Arktis und in der Wüste.

Als Kern des Spezialkräfteverbundes der Bundeswehr ist das Kommando Spezialkräfte ein wichtiges Instrument des nationalen Risiko- und Krisenmanagements.

Spezialkräfte unter sich

Das KSKKommando Spezialkräfte und seine Aufträge unterliegen einer besonderen Geheimhaltung, die unter anderem in den verdeckten Operationen begründet ist. Wenn es die Lage erfordert, agieren Kommandosoldaten auch im Wirkungsverbund mit den Spezialkräften der Luftwaffe. Der gemeinsame Einsatz der Spezialkräfte kann beispielsweise bei einer Geiselbefreiung erforderlich sein.

Operationen des KSKKommando Spezialkräfte können auch erfolgen, wenn der Einsatz herkömmlicher Kräfte nicht oder noch nicht angemessen erscheint. Die Einsätze der Spezialkräfte erfolgen grundsätzlich zeitlich und räumlich unabhängig von anderen Einsatzkräften.

Führung der Spezialkräfte

Auf militärstrategischer Ebene führt das Bundesministerium der Verteidigung, Abteilung Strategie und Einsatz, die Spezialkräfte. Für den nationalen Einsatz untersteht das KSKKommando Spezialkräfte operativ der Abteilung Spezialoperationen im Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Agieren die Kommandosoldaten multinational, werden sie durch einen streitkräftegemeinsamen Gefechtsstand taktisch geführt.

Das KSKKommando Spezialkräfte gliedert sich neben dem Stab und der Stabs- und Führungsunterstützungskompanie Special Operations Component Command in die Kommandokräfte und Unterstützungskräfte mit dem Sanitätseinsatzversorgungszentrum. Zusätzlich verfügt das KSKKommando Spezialkräfte über einen eigenen Bereich Weiterentwicklung und einen Bereich Ausbildung.

Im Normalbetrieb ist das KSKKommando Spezialkräfte der Division Schnelle Kräfte unterstellt.

Ein Soldat liegt mit einem Scharfschützengewehr im bewachsenem Gelände.

Beim Kommando Spezielle Kräfte werden Scharfschützen für besondere Operationen ausgebildet.

Bundeswehr/KSK


Die Spezialkräfte des Heeres

Das Kommando Spezialkräfte, kurz KSKKommando Spezialkräfte, ist der Spezialkräfteverband des Deutschen Heeres und verfügt innerhalb der Bundeswehr über einzigartige Fähigkeiten. Diese erweitern die Handlungsoptionen der Bundesrepublik Deutschland im gesamten Aufgabengebiet der Bundeswehr.

So kämpfen die Spezialkräfte des Heeres

Barett Abzeichen KSK
Schlachtruf der Spezialkräfte des Heeres
Der Wille entscheidet!

Das ist unsere Ausrüstung

Der Anspruch, jederzeit weltweit eingesetzt werden zu können, verlangt nicht nur von den Spezialkräften ein Höchstmaß an Professionalität, sondern auch ihre besondere Ausrüstung. Da das KSKKommando Spezialkräfte in den unterschiedlichsten Klimazonen im Einsatz ist und sich ständig wechselnden Herausforderungen stellen muss, wird die Ausrüstung entsprechend permanent angepasst und laufend verbessert.

Das Kommando Spezialkräfte verfügt dazu eigens über einen Bereich Weiterentwicklung. Viele technische Prototypen, die beim KSKKommando Spezialkräfte erfolgreich eingesetzt wurden, werden später auch von anderen Verbänden der Bundeswehr als Ausrüstungsbestandteile übernommen.

Waffen in modifizierter Varianten

Obwohl je nach Einsatzszenario Waffen und Gerät variieren können, gibt es auch bei den Spezialkräften Ausrüstungsgegenstände, die seit vielen Jahren kontinuierlich genutzt werden. So sind die für Spezialoperationen modifizierten Varianten des Sturmgewehrs G36 und der Pistole P30 die Standardwaffen des Kommandos Spezialkräfte. In Zukunft wird das KSKKommando Spezialkräfte mit dem neuen Sturmgewehr G95 ausgerüstet, das wie das G36 über das Kaliber 5,56 x 45 Millimeter verfügt. Die Scharfschützen des KSKKommando Spezialkräfte nutzen neben dem G22, dem Standard-Scharfschützengewehr der Bundeswehr, noch weitere Spezialwaffen zur Bekämpfung von Zielen in mittlerer und großer Entfernung.

Seit 2003 verfügt das KSKKommando Spezialkräfte über das eigens für Kommandoeinsätze entwickelte Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug Serval. Neben den normalen Fahrzeugen der Bundeswehr nutzt das KSKKommando Spezialkräfte auch geländegängige Quads, modifizierte Gelände-Motorräder, eine Reihe von Booten sowie Skidoos für die Arktis.

Schnell per Hubschrauber am Einsatzort

Um die Spezialkräfte auf dem Luftweg an den Einsatzort zu bringen, arbeitet das KSKKommando Spezialkräfte eng mit dem Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe zusammen, das über den Hubschrauber vom Typ H145M LUH SOFLight Ulility Helicopter – Special Operation Forces verfügt. Mit diesem leichten Mehrzweckhubschrauber kann ein Kommandotrupp bestehend aus vier Kommandosoldaten schnell zum Einsatzort gebracht werden. Der LUH SOFLight Ulility Helicopter – Special Operation Forces kann sogar in einem Airbus A400M, dem Transportflugzeug der Luftwaffe, transportiert werden und unmittelbar nach der Entladung benutzt werden.

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Das Gewehr G29

Mit dem Gewehr G29 bekämpfen Scharfschützen Ziele auf den Punkt.

Gerätetyp:
Gewehre
Streitkräfte:
Heer
Streitkräftebasis
Freisteller Gewehr G29

Das Gewehr G82

Das Gewehr G82 vereint Reichweite und Präzision mit Durchschlagskraft.

Gerätetyp:
Gewehre
Streitkräfte:
Heer
Marine
Freigestelltes Gewehr

Die Pistole P30

Mit der Pistole P30 bekämpfen Soldaten Ziele auf kurze Entfernung.

Gerätetyp:
Pistolen
Streitkräfte:
Heer
Streitkräftebasis
Freigestellte Pistole

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Das ist unser Standort

Das ist unsere Geschichte

Geschichte der Spezialkräfte des Heeres

Der einstige Auslöser für die Aufstellung des Kommandos Spezialkräfte war ein blutiger Bürgerkrieg im ostafrikanischen Ruanda. Strukturelle Probleme, eine hohe Bevölkerungsdichte und Konflikte zwischen den Volksgruppen Hutu und Tutsi endeten 1994 in einem brutalen Völkermord.

Nach Schätzungen der UNOUnited Nations Organization forderte der Bürgerkrieg etwa 800.000 Menschenleben. Und obwohl Ruanda mehrere tausend Kilometer von Deutschland entfernt ist, berührte diese Tragödie damals auch unmittelbar die Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik.

Grund dafür waren die Massaker der Einheimischen, die deutsche Staatsbürger in Ruanda in Lebensgefahr brachten. So waren elf Mitarbeiter des Radiosenders Deutsche Welle nahe der Hauptstadt Kigali eingeschlossen und nicht mehr fähig das Land zu verlassen.

Die Bundesrepublik Deutschland verfügte zu diesem Zeitpunkt über keine militärischen Spezialeinheiten, die in der Lage gewesen wären, in kurzer Zeit die eigenen Staatsbürger aus dem Krisengebiet zu retten. Polizeiliche Sondereinheiten, wie die GSGGrenzschutzgruppe 9, waren und sind zum Einsatz in kriegsähnlichem Gebiet nicht befähigt.

Eine Gruppe von schwarz gekleideten Kommandosoldaten bei der Evakuierung von Zivilisten. Im Hintergrund ein CH-53 Hubschrauber.

Ab Mitte der 90er Jahre benötigte die Bundesrepublik Deutschland eigene Spezialkräfte, um selbstständig im Notfall deutsche Staatsbürger im Ausland evakuieren zu können

Bundeswehr/Modes

Letztlich mussten belgische Para-Kommandos, die Spezialeinheit der belgischen Fallschirmjäger, im Rahmen einer eigenen Operation die Mitarbeiter des Radiosenders evakuieren. Dass Deutschland als führende Nation in Europa keine Möglichkeit sah, seine eigenen Bürger aus Krisensituationen zu retten, war für die deutsche Politik untragbar. Der damalige Bundesminister der Verteidigung, Volker Rühe, äußerte sich in diesem Zusammenhang wie folgt:

„Die Fähigkeit, im Notfall eigene Staatsbürger im Ausland aus Gefahr für Leib und Leben retten zu können, gehört zur grundlegenden Verantwortung eines jeden Staates.“

Rühe stellte daraufhin die Weichen zur Aufstellung und zum Aufbau eines eigenen Spezialkräfteverbandes – dem Kommando Spezialkräfte, kurz KSKKommando Spezialkräfte

Die 1994 veranlasste Neuausrichtung der Sicherheitspolitik in Deutschland beinhaltete konkrete Vorgaben. Deutsche Kräfte der Krisenreaktion sollten materiell so ausgestattet werden, dass sie Operationen im Zusammenwirken mit den Bündnispartnern führen können. Das gesamte Spektrum möglicher Einsätze musste abgedeckt sein. Daraufhin erarbeitete der Führungsstab des Heeres noch im selben Jahr konzeptionelle Grundlagen für deutsche Spezialkräfte.

Zwei Soldaten hangeln sich bei der Eignungsfeststellung auf einem Doppelsteg. Mit dabei eine Kiste mit Ausrüstungsgegenständen.

Zwei Soldaten hangeln sich bei der Eignungsfeststellung zur Aufnahme in das Kommando Spezialkräfte auf einem Doppelsteg über unzugängliches Gelände. Dabei befördern sie gleichzeitig eine Kiste mit Ausrüstungsgegenständen

Bundeswehr/Modes

Zwischen 1995 und 1996 erfolgte dann die erste Ausbildung von Soldaten in enger Zusammenarbeit mit amerikanischen und britischen Spezialkräften. Auch die GSGGrenzschutzgruppe 9 der heutigen Bundespolizei brachte ihre Erfahrungen in die umfangreiche Ausbildung der Soldaten mit ein. Damit verantwortet auch die Polizei einen Teil der Fähigkeitsentwicklung des KSKKommando Spezialkräfte

Im April 1996 wurde in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw die Luftlandebrigade 25 „Schwarzwald“ außer Dienst gestellt. Zeitgleich begann die Bundeswehr mit dem Aufbau des Kommandos Spezialkräfte. Durch die Aufstellung des KSKKommando Spezialkräfte in Calw verbesserte die Truppe nun die Voraussetzungen für Krisenvorsorge und Krisenbeherrschung entschieden.

Die bisherigen Fernspähkompanien und der Kommandokompanien aus den Luftlandebrigaden waren nun zu einem Kommando zusammengefasst. Die Kommandosoldaten erhielten abschließend ihr eigenen Führungs-, Fernmelde- und Unterstützungskräfte und waren nun auftragsorientiert ausgestattet.

Am 20. September 1996 stellte die Bundeswehr das KSKKommando Spezialkräfte offiziell in Dienst und begann mit dem Regel-Ausbildungsbetrieb. Die ersten Kommandosoldaten kamen zu großen Teilen aus den Kommandokompanien für Personenschutz der Fallschirmjägertruppe und der Fernspähtruppe.

Während der Gründungsjahre des KSKKommando Spezialkräfte wurde Generalleutnant Helmut Willmann, der damalige Inspekteur des Heeres, zur treibenden Kraft eines schnellen und zielstrebigen Aufbaus. Die Tradition der außer Dienst gestellten Luftlandebrigade 25 „Schwarzwald“ wird bis heute im KSKKommando Spezialkräfte fortgeführt.

Bereit zum Zugriff: Zwei schwarz gekleidete Kommandosoldaten beziehen hinter einem Gebäude Stellung.

Soldaten der Kommando Spezialkräfte (KSKKommando Spezialkräfte) nähern sich einem Gebäude nahe der Ortschaft Baumholder. Bei der Evakuierungsübung Schneller Adler in der Zeit vom 01.-12. September 1997 befreien Soldaten der Kommando Spezialkräfte (KSKKommando Spezialkräfte) Geiseln

Bundeswehr/Modes

Bei der Übung Schneller Adler 1997 präsentierte sich das KSKKommando Spezialkräfte erstmals in der Öffentlichkeit. Dabei demonstrierten die Kommandosoldaten ihre Fähigkeiten bei der Rettung und Befreiung von Zivilisten.

Im selben Jahr bekam das KSKKommando Spezialkräfte sein Barettabzeichen, Kommandoschwert mit Eichenlaub, verliehen.

Ab 1998 begann das Kommando Spezialkräfte mit der weltweiten Auftragserfüllung. Operationen in Jugoslawien, im Kongo und in Afghanistan machten dabei einen Schwerpunkt der Einsatzgebiete aus.

Als der Deutsche Bundestag nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die deutsche Beteiligung an der Operation Enduring Freedom beschloss, zählten Kommandosoldaten des KSKKommando Spezialkräfte zu den deutschen Kräften der ersten Stunde in Afghanistan. Seitdem ist das KSKKommando Spezialkräfte unter den Mandaten des Bundestages in Afghanistan im Einsatz und erfüllt seinen Auftrag im gesamten Einsatzspektrum der Spezialkräfte. 

Bis heute operiert das KSKKommando Spezialkräfte geheim und weltweit.

Die Professionalität und Einsatzbereitschaft ihrer Auftragserfüllung brachte den deutschen Elitesoldaten auch den Respekt und die Anerkennung anderer internationaler Spezialeinheiten.

Am 7. Dezember 2004 verlieh der damalige USUnited States-Präsident George W. Bush dem KSKKommando Spezialkräfte die Navy Presidential Unit Citation. Dies ist die höchste Auszeichnung der USAUnited States of America, die Einheiten für ihre Tapferkeit bekommen können. Bush betonte den bewiesenen Mut, den Einfallsreichtum und den Kampfgeist des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr.

2017 wurde das KSKKommando Spezialkräfte um eine Stabs- und Führungsunterstützungskompanie für ein Special Operations Component Command (SOCC) erweitert. Dessen Auftrag ist der Aufbau und Betrieb eines Gefechtsstandes der NATONorth Atlantic Treaty Organization für multinationale Einsätze von Spezialkräften.

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