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Missile Firing Exercise 2020 beendet

Missile Firing Exercise 2020 beendet

  • Übung
  • Marine
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
3 MIN

Drei Kriegsschiffe der Marine haben acht Tage lang den Überwasser-Seekrieg geübt. Dieses Jahr erstmalig gemeinsam mit dem Heer.

Zwei Soldaten liegen an die Umgebung angepasst auf einem grünen Hügel und blicken bei hellem Himmel auf blaues Wasser und Berge.

Die Missile Firing Exercise diente dieses Jahr auch der Ausbildung von Heeressoldaten. Hier ein Beobachtungsposten der Gebirgsjäger für Naval Gunfire Support

Bundeswehr/Marcus Mohr

Das regelmäßige große Flugkörperschießen der Deutschen Marine fand dieses Jahr erneut vor der Küste Nordnorwegens statt. Die Fregatten „Mecklenburg-Vorpommern“ und „Lübeck“ der Einsatzflottille 2 sowie die Korvette „Erfurt“ des 1. Korvettengeschwaders haben dabei zwischen dem 31. August und 8. September mehr als 30 gelenkte Raketen gegen Luft- und Seeziele verschossen – und ein Mehrfaches an Artilleriegranaten gegen Landziele.

Ihre Lenkflugkörper haben die Schiffe während der Nacht in einem sicheren Schießgebiet rund 20 Seemeilen nordwestlich der Lofoten-Insel Andøya gegen Zieldarstellungsdrohnen gestartet. Tagsüber dagegen haben die Fregatten und die Korvette mit ihren 76-Millimeter-Hauptkanonen östlich Andøyas im Andfjord in einem zweiten, kleineren Schießgebiet künstliche Ziele auf einer gesperrten Inselgruppe beschossen.

„Das besondere in diesem Jahr war, dass wir auch das sogenannte Landzielschießen, den Naval Gunfire Support, geübt haben“, erklärt Kapitän zur See Michael Sauerborn, Abteilungsleiter Operationen im Stab der Einsatzflottille 2 und Test Director für die Missile Firing Exercise (MFE) 2020. „Das ist eine Fähigkeit, die die Schiffe haben, die wir aber selten in Schießgebieten üben können.“

Artilleriebeobachtung: Zusammenarbeit der Gebirgsjäger mit der Marine

Ein Mann in Uniform blickt sowohl konzentriert als auch nachdenklich in die Ferne.

Test Director Michael Sauerborn. Der Kapitän zur See leitete die MFE von Land aus im Andøya Test Center.

Bundeswehr/Marcus Mohr

Für diesen Übungsanteil haben Besatzungen der Marineschiffe mit Artilleriebeobachtern der Gebirgsjägerbrigade 23 des Heeres zusammengearbeitet. Zwar besuchen diese sogenannten Spotter schon seit mehreren Jahren Lehrgänge an der Marineoperationsschule, aber der praktische Anteil dieser Ausbildung für die streitkräftegemeinsame Feuerunterstützung hatte bislang nur mit Artillerie an Land stattgefunden. Zur MFE gehörte nun erstmalig seit langem ein Programm mit echten Schiffsgeschützen. Deren Feuer haben die Gebirgsjäger aus sicheren Beobachtungspositionen in ihr Ziel gelenkt; die Schiffe haben rein auf deren Anweisungen ihre Geschütze ausgerichtet.

Dieser Anteil der Übung diente aber nicht nur der praxisnäheren Ausbildung für die Heeres- und Marinesoldaten. Für die Planer der MFE diente das Trainieren des Naval Gunfire Support auch der Vorbereitung darauf, mittelfristig die Fregatten der Klasse 125 mit ihrem wesentlich größeren Hauptgeschütz in vergleichbare Szenarien beziehungsweise Übungen zu integrieren. Mit ihren 76-Millimeter-Hauptkanonen haben „Mecklenburg-Vorpommern“, „Lübeck“ und „Erfurt“ auf rund zehn Kilometer Entfernung geschossen. Das Hauptgeschütz der Schiffe der Baden-Württemberg-Klasse hat dagegen eine Reichweite von über 80 Kilometern.

Doppelter Übungszweck der Missile Firing Exercise

Die MFE der Marine dient regelmäßig dazu, einerseits die Besatzungen der Schiffe im scharfen Schuss zu üben, andererseits laufend die komplexen Waffensysteme, die moderne Kriegsschiffe sind, auszuwerten und später zu verbessern. Dazu war vor allem das Zentrum Einsatzprüfung mit Messeinrichtungen und Personal an der Übung beteiligt, eingeschifft unter anderem auf dem Mehrzweckboot „Helmsand“ der Wehrtechnischen Dienststelle 71 in Eckernförde.

Auf dunkler See feuert ein Schiff eine rötlich beziehungsweise orange leuchtende Rakte ab.

Die Fregatte „Lübeck“ verfeuert zwei ihrer Sea Sparrows auf ein erkanntes Ziel. Diese Übungen bei Nacht zu fahren, ist auch ein Novum für die Marine.

Bundeswehr/Marcus Mohr

„Die Soldatinnen und Soldaten sind hochmotiviert gewesen, jeden Tag ihr Bestes zu geben, um ihr Waffensystem tatsächlich zu beherrschen – und man konnte jeden Tag eine Steigerung erkennen, resümiert Test Director Sauerborn. „Wir können vieles simulieren, aber das live firing schafft nochmal Adrenalinstöße in der Besatzung, die dann auch zum gewünschten Erfolg führen.“

Rund 500 Soldatinnen und Soldaten waren auf den drei Schiffen an der MFE beteiligt. Für viele von ihnen war dieses Flugkörperschießen ihr erstes. Die Korvette „Erfurt“ zum Beispiel war zwar auch schon im Mai letzten Jahres bei der MFE 2019 dabei gewesen, hatte aber eine ganz andere Crew der fünf verschiedenen Besatzungen des 1. Korvettengeschwaders an Bord gehabt.

Bei jedem Flugkörperschießen finden sich neue Teams

„Im Schwerpunkt der Übung stehen natürlich die Teams der Operationszentralen der Schiffe“, erklärt Sauerborn. „Das heißt die Operateure, die das Gefecht lenken. Nun haben wir einen hohen Anteil an Fluktuation in den Besatzungen, die Teams müssen sich regelmäßig neu finden. Es ist immer ein Mehrwert für ein großes Flugkörperschießen zusammenzukommen, da sich die Besatzungen immer neu zusammensetzen.“

Die meisten der verschossenen Lenkflugkörper waren Flugabwehrraketen wie die NATONorth Atlantic Treaty Organization Sea Sparrow und Anti-Schiffraketen wie die Harpoon RGM-84. Diese Flugkörper gehören schon seit den 1980er Jahren zum Arsenal der Marine. Wichtig bei deren Verwendung war vor allem, dass die Männer und Frauen in den Operationszentralen der Schiffe den sicheren Umgang mit den scharfen Waffen gelernt haben.

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