COVID-19Coronavirus Disease 2019 auf der Spur: Soldat hilft Infektionsketten zu unterbrechen

COVID-19Coronavirus Disease 2019 auf der Spur: Soldat hilft Infektionsketten zu unterbrechen

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  • Personal
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
3 MIN

Die Nachverfolgung der Infektionsketten im Rahmen der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie ist eine der effektivsten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die steigenden Neuinfektionszahlen der letzten Tage und Wochen bringen die dafür zuständigen Gesundheitsämter an ihre Belastungsgrenzen. Die Angehörigen der Bundeswehr leisten hier wichtige Amtshilfe. Einer von ihnen ist Gefreiter Lukas Völpert.

Gefreiter Lukas Völpert steht im Atrium des Kölner Gesundheitsamtes und blickt in die Kamera. Er wirkt zufrieden.

Gefreiter Lukas Völpert im Atrium des Kölner Gesundheitsamtes

Bundeswehr/PIZ Personal

Völpert hatte sich im vergangenen Jahr entschieden, als Freiwillig Wehrdienstleistender zur Bundeswehr zu kommen. Ein Jahr als Soldat sei schon eine besondere Aufgabe und eine große Herausforderung findet er. Und der Dienst als Soldat bringt wirklich eine große Verantwortung mit sich. Nachdem der 21-Jährige seine Grundausbildung beim ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillon in Bruchsal beendet hatte, wurde er in das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr nach Köln versetzt. Hier ist er als Stabsdienstsoldat eingesetzt und befasst sich mit administrativen Aufgaben wie Telefonauskünften, Terminkoordination oder allgemeinem Schriftverkehr.

Im Moment gehört der junge Soldat aber zu denjenigen, die im Gesundheitsamt in Köln am Telefon sitzen. Er kümmert sich vornehmlich um Bürgerinnen und Bürger, die unter Quarantäne stehen. Diejenigen also, die entweder positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder sich während des Ansteckungszeitraums in der Nähe von Infizierten befunden haben. Konkret heißt das für Völpert: Rund 20 Telefonate täglich. „Die können zwei Minuten dauern, aber auch eine halbe Stunde. Je nachdem, wie viele Fragen die Bürger haben“, sagt er. Die meisten reagierten dankbar, dass sie ihre Fragen platzieren können und gäben Auskunft über ihre Symptome, die Völpert zu protokollieren hat. „In dieser herausfordernden Zeit ist es schon eine besonders erfüllende Aufgabe, selbst helfen zu können“, meint der Soldat.

Gefreiter Lukas Völpert an seinem Arbeitsplatz im Gesundheitsamt. Er trägt eine Mund-Nasen-Maske und telefoniert

Völpert: „Die Telefonate dauern manchmal über eine halbe Stunde.“

Bundeswehr/PIZ Personal

Truppe am Telefon

Nach einem Crashkurs in seinen neuen Aufgaben, der Organisation seiner Unterbringung und einer passenden Büroinfrastruktur war Lukas Völpert als neuer „Scout“ schnell einsatzbereit. Das Telefon ist sein ständiger Begleiter geworden. „Als ich hierherkam“, sagt der 21-Jährige, „haben wir nicht gewusst, was auf uns zukommt.“ Aber dann hätten er und seine Kameradinnen und Kameraden „schnell mitbekommen, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Tag für Tag leisten. Das ist wirklich heftig“, sagt er. Die Zusammenarbeit mit ihnen vor Ort klappe hervorragend und sei sehr herzlich. Man freut sich regelrecht, dass wir hier sind, so der junge Soldat.

Bis Symptome bei einer Infektion mit COVID-19Coronavirus Disease 2019 auftreten, können bis zu 14 Tage vergehen. Wird eine Ansteckung festgestellt, sollten daher für die letzten zwei Wochen alle engeren Kontakte einer betroffenen Person überprüft werde. Völpert: „Das sind durchschnittlich acht bis zehn Leute pro Fall. Eine immense Herausforderung für das Gesundheitsamt mit seinen begrenzten Ressourcen. Unsere Hilfe hier ist absolut nötig, gerade jetzt während der zweiten Welle.“

Gefreiter Lukas Völpert an seinem Arbeitsplatz im Gesundheitsamt.

Völpert: „Eine sinnvollere Tätigkeit kann ich mir im Moment nicht vorstellen.“

Bundeswehr/PIZ Personal

Freiwilliger Wehrdienst im Gesundheitsamt

Als die Infektionsraten stark in die Höhe schnellten, gab es ein Amtshilfeersuchen der Stadt Köln an die Bundeswehr. Seitdem sind in zwei Schichten insgesamt 100 Soldatinnen und Soldaten des BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr im Einsatz, um bei der Kontaktverfolgung mitzuwirken. Dieses Plus an Manpower und der zweite Lockdown scheinen Wirkung zu zeigen. „Die Anzahl der Telefonate ist in den vergangenen Tagen schon gesunken. Es müssen weniger Kontaktpersonen zurückverfolgt werden. Dadurch habe ich mehr Zeit, mich den betroffenen Personen zu widmen. Die Menschen sind sehr dankbar, dass wir uns um sie kümmern“, freut sich der Freiwillig Wehrdienstleistende.

Wie lange er noch im Kölner Gesundheitsamt in Einsatz sein wird, kann Lukas Völpert noch nicht abschätzen. Eigentlich sei es ihm auch egal, denn die Aufgabe sei ihm sehr wichtig und mache ihm Spaß. Einen besseren Dienst an der Gesellschaft hätte er sich, wie er sagt, nicht vorstellen können. „Es ist halt nur ungewöhnlich, dass ich meinen Freiwilligen Wehrdienst in einem Gesundheitsamt mache“, schmunzelt er.

von Jörg Dilthey  E-Mail schreiben