In 18 Monaten Feuerwehrmann bei der Bundeswehr

In 18 Monaten Feuerwehrmann bei der Bundeswehr

  • Brandschutz
  • Personal
Datum:
Ort:
Stetten am kalten Markt
Lesedauer:
3 MIN

Der Weg zum Brandmeister bei der Bundeswehrfeuerwehr: Sind Bewerbung und Auswahlverfahren erst einmal geschafft, lernen die Auszubildenden zum Brandmeister in rund eineinhalb Jahren den richtigen Umgang mit Feuer und Gefahrstoffen. Dafür betreibt die Bundeswehr an der Schule ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in Stetten am kalten Markt eine der modernsten Brandschutzausbildungsanlagen Europas.

Den größten Teil der Brandschutzausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst verbringen Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter an der Schule ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in Stetten am kalten Markt. An einem der kältesten Standorte der Bundeswehr mitten auf der Schwäbischen Alb, rund 800 Meter hoch. Doch an Kälte denken hier die wenigsten der Auszubildenden. Zumindest nicht während der Einsatzübungen. Da fühlen sie das Feuer und spüren Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius.

Die Schule ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben teilt sich auf in die Bereiche Lehre/Ausbildung und Unterstützung. Beamtenanwärterinnen – und anwärter im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, aber auch Soldatinnen und Soldaten in der Feldwebellaufbahn werden im Lehrbereich B ausgebildet. Major Roberto Kirstein ist verantwortlich für die Ausbildung in der VII. Inspektion. Als Inspektionschef freut er sich, dass diesmal, im April 2019, 84 Auszubildende zur Abschlussprüfung zugelassen sind.

Chef der VII. Inspektion an der Ausbildsstätte für den Brandschutz in der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt: Major Roberto K

Chef der VII. Inspektion an der Ausbildungsstätte für den Brandschutz in der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt: Major Roberto Kirstein

PIZ Personal/Tobias Kliesing


Zu Beginn ihrer Ausbildung machen Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter den Dienstführerschein der Klassen B und C, damit sie neben einem PKW auch ein Feuerlöschfahrzeug führen dürfen. Nach etwa zweieinhalb Monaten kommen sie dann zum ersten Mal an die Zentrale Ausbildungsstätte für den Brandschutz in der Bundeswehr nach Stetten am kalten Markt – der zweite Ausbildungsabschnitt und der feuerwehrtechnische Grundlehrgang beginnen. Jetzt lernen die Auszubildenden das Handwerk der Feuerwehr.

Praktische Grundausbildung

Die Praktische Grundausbildung gliedert sich in drei Bereiche: Brandbekämpfung, Hilfeleistung sowie Gefährliche Stoffe und Güter. „Wir bilden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Truppfrau oder Truppmann und Truppführerin oder Truppführer aus, sodass sie zum Ende der Ausbildung als Trupp eigenständig Einsatzaufträge erfüllen können. Bei uns lernen die Anwärterinnen und Anwärter taktische und technische Grundsätze, die sie bei einem Einsatz, beispielsweise bei der Brandbekämpfung, benötigen“, erklärt Major Kirstein. Außerdem lernen die Auszubildenden den Einsatz und die Funktion von Rettungsgeräten kennen. Fahrzeugtechnik und der feuerwehrtechnische Aufbau der Feuerwehrlöschfahrzeuge gehören ebenfalls dazu. Zum Abschluss des Lehrgangs müssen die Auszubildenden dann zeigen, was sie gelernt haben. Es finden Prüfungen statt: Zwei praktische Arbeitsproben und drei Klausuren aus den Bereichen Brandschutz und Naturwissenschaften fordern die Trainingsteilnehmer.


Brandschutzübung an der Schule für ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in Stetten am kalten Markt.

Brandschutzübung an der Schule für ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in Stetten am kalten Markt.

Bundeswehr/Michael Lukaszewski

Praktikum bei der Feuerwehr

Anschließend geht es für die Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter in ein fünfmonatiges Praktikum. In dieser Zeit verteilen sich die Auszubildenden auf ganz Deutschland. An einem Standort der Bundeswehrfeuerwehr oder bei kommunalen Feuerwehren lernen sie den beruflichen Alltag kennen. Zudem bekommen die Auszubildenden bei der Bundeswehrfeuerwehr einen Einblick in die Zusammenarbeit innerhalb militärischer Dienststellen. „Das Praktikum ist insbesondere auf die Vermittlung praxisorientierter Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten ausgerichtet. Darüber hinaus sollen die im feuerwehrtechnischen Grundlehrgang erworbenen Kenntnisse durch praktische Übungen und Einsatzaufgaben in den anzuwendenden Einsatztechniken gefestigt werden“, erklärt Roberto Kirstein.

Nachdem sich die Auszubildenden an das Feuerwehrleben gewöhnt haben, geht es im vierten Ausbildungsabschnitt in die Schule. Für einen Monat werden sie nach Berlin oder Oberammergau zur Bundeswehrverwaltungsschule geschickt, um ihre Rechte, aber auch Pflichten als Beamtinnen und Beamte kennenzulernen. Dort gibt es Noten für zwei schriftliche Arbeiten aus dem Bereich Rechts- und Verwaltungsgrundlagen.

Um den fünften und letzten Teil der feuerwehrtechnischen Ausbildung zu absolvieren, kehren die Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter zurück nach Stetten am kalten Markt. Dort bereiten sie sich in zwei Monaten auf ihre Abschlussprüfung, die Laufbahnprüfung zum Brandmeister, vor.

Im Abschlusslehrgang werden Anwärterinnen und Anwärter so ausgebildet, dass sie eine taktische Einheit bis zur Staffelstärke im Einsatz selbstständig führen können. „Das heißt, dass sie als Staffelführerin oder Staffelführer in der Lage sein müssen, einen Einsatz zu befehlen“,  so Major Kirstein. Zudem werden Anwärterinnen und Anwärter Grundkenntnisse über Aufgaben der taktischen Einheiten bis zur Zugstärke, also mehrere Mannschaften mit Löschfahrzeugen, vermittelt.

„Am Ende ihrer Ausbildung erhalten die Auszubildenden von der Ausbildungsleitung ein zusammenfassendes Zeugnis ausgestellt. Es enthält alle Bewertungen und Punkte aus den absolvierten Lehrgängen“, ergänzt der Inspektionschef abschließend.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Karriereseiten der Bundeswehr.Mehr zum Brandschutz

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Ein Auszubildender öffnet nach erfolgreicher Brandbekämpfung mit der Axt von Innen das Fenster des Brandübungshauses.

Nach der Brandbekämpfung muss frische Luft hinein.

PIZ Personal/Tobias Kliesing
Neben praktischen Übungen lernen die Auszubildenden den Umgang mit gefährlichen Stoffen.

Neben praktischen Übungen lernen die Auszubildenden den Umgang mit gefährlichen Stoffen.

Bundeswehr/Michael Lukaszewski
Neben praktischen Übungen lernen die Auszubildenden den Umgang mit gefährlichen Stoffen.

Neben praktischen Übungen lernen die Auszubildenden den Umgang mit gefährlichen Stoffen.

PIZ Personal/Tobias Kliesing

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von Tobias  Kliesing  E-Mail schreiben