Schauspieler, Stuntman, Reservist – Vom Filmset zur Amtshilfe

Schauspieler, Stuntman, Reservist – Vom Filmset zur Amtshilfe

  • Reserve
  • Personal
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
3 MIN

Als Schauspieler und Stuntman ist Sascha Meurer in Serien wie „Cobra 11“ oder „Der letzte Bulle“ zu sehen. Als Reservist leitet der 41-Jährige das Corona-Schnelltestzentrum in der Lüttich-Kaserne im Norden von Köln.  Was war seine Motivation, Amtshilfe zu leisten? Welche Aufgaben erwarteten ihn und wie erlebt er als Reservist den Dienst bei der Bundeswehr?

Wenn Unteroffizier Sascha Meurer morgens durch das Tor der Lüttich-Kaserne fährt und die Sporthalle, in der sich das Schnelltestzentrum befindet, aufschließt, dann tut er das mit viel Stolz und Freude. Denn hier kann er einen sinnvollen Beitrag für die Allgemeinheit und die Bundeswehr leisten. Doch das war nicht immer so. Als Darsteller in Film und Fernsehen gehört er nicht zu einer der „systemrelevanten“ Berufsgruppen. Mit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 konnte er seinem Beruf auch nicht mehr nachgehen. Wie viele andere stand Sascha Meurer vor der Frage: Was nun? Schließlich will man seine Familie versorgt wissen.

Ein Mann in brauner Kleidung mkit Sonnenbrille lehnt an einem Auto.

Sascha Meurer als Bösewicht am Set der Actionserie „Alarm für Cobra 11“

privat/Sascha Meurer

Aus der Not eine Tugend gemacht

Im Februar 2020 sieht er im Fernsehen eine Pressekonferenz von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Darin ruft sie unter anderem Reservistinnen und Reservisten dazu auf, sich zu melden und einen Beitrag in der Pandemie zu leisten. Meurer, der als Sanitäter bei der Bundeswehr gedient hatte und seit 20 Jahren freiwilliger Feuerwehrmann ist, erkennt sofort seine Chance. Zum einen kann er so etwas Gutes tun und zum anderen durch die Vergütung des Reservistendienstes seine Familie versorgen.

Ganz ohne Bedenken ging es jedoch nicht. Im Gespräch mit der Familie wird das Für und Wider abgewogen, schließlich war die Wahrscheinlichkeit groß, regelmäßigen Kontakt zu potentiell Infizierten zu haben. Doch am Ende überwiegt das Vertrauen in die Bundeswehr, alles für den Schutz ihrer Soldatinnen und Soldaten zu tun.

Unermüdlicher Einsatz an allen Fronten

Nach der freiwilligen Meldung im Februar 2020 und einer Informationsveranstaltung im folgenden Monat, trat Sascha Meurer schließlich seinen Reservistendienst in der Amtshilfe an. Dabei durchläuft er im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Stationen: vom Aufbau einer Quarantänestation für pflegebedürftige Menschen in Köln-Overath über die Koordinierung von Reservisteneinsätzen im Kommando Sanitätsdienst in Koblenz bis hin zur Kontaktverfolgung infizierter Personen im Kölner Gesundheitsamt.

Ein Soldat sitzt mit Mundschutz und medizinischen Handschuhen an einem Tisch und schreibt etwas.

Unteroffizier d. R.der Reserve Sascha Meurer wertet die Schnelltests aus und trägt die Daten ein

Bundeswehr/Christian Endres


In der Actionserie „Alarm für Cobra 11“ spielt Sascha Meurer die Rolle des Einsatzleiters eines Sondereinsatzkommandos (SEKSondereinsatzkommando). In seinen Einsätzen in der Amtshilfe muss er die Rolle einer Führungskraft nicht spielen, sondern leben: Er war unter anderem als Gruppenführer eingesetzt und konnte sein Organisationstalent und sein Engagement unter Beweis stellen. Dies war auch ein Grund dafür, warum man ihm die Leitung des Schnelltestzentrums in der Kölner Lüttich-Kaserne übertrug.

Ein Soldat und zwei Personen in Schutzkleidung im Gespräch.

Morgens wird das Team eingewiesen und auf die Teststationen verteilt

Bundeswehr/Christian Endres


Mit einem motivierten Team junger Soldatinnen und Soldaten führt der Reservist die Schnelltests für das Personal des BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr durch. Dabei koordiniert er den Personaleinsatz, achtet auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen, führt die Terminlisten und sorgt nebenbei noch für ein gutes Betriebsklima. Wenn Not am Mann ist, streift Sascha Meurer sich auch selbst den Overall über und unterstützt bei den Tests.

Keine Angst vor der Truppe – Reservistendienst lohnt sich

Auf die Frage, welche Erfahrungen er als Reservistendienstleistender bisher gemacht habe, fällt ihm fast nur Positives ein. Natürlich sei am Anfang alles etwas chaotisch gewesen, doch solch eine Pandemielage sei eben für alle neu. Im Rückblick auf seinen Grundwehrdienst sagt er, es habe sich vieles zum Positiven geändert. Die Bundeswehr habe sich zu einer toleranten Truppe gewandelt –  gegenüber allen Dienenden. Reservistendienstleistende würden kameradschaftlich aufgenommen und man müsse keine Angst vor Fehlern haben: „Traut Euch! Ihr tut was Gutes!“

von Christian  Endres  E-Mail schreiben
Schild, das den Ort des Lagezentrums ausweist

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