Spätes Studium: Zum Lernen ist man nie zu alt!

Spätes Studium: Zum Lernen ist man nie zu alt!

  • Studium
  • Personal
Datum:
Ort:
Mannheim
Lesedauer:
3 MIN

Seit dem ersten April bietet die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundeswehrverwaltung, den Studiengang „Bachelor of Public Administration“ an. Etwa 100 Studierende aus ganz Deutschland können mit dem Bestehen der Bachelorprüfung die Laufbahnbefähigung des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes in der Bundeswehrverwaltung erwerben. Einer von ihnen ist Hauptfeldwebel und Regierungsinspektor-Anwärter Daniel Lieb.

„Spät-Studierende“ oder wie nennt man das, wenn man mit Mitte 30 noch ein Studium beginnt? Daniel Liebs Frau jedenfalls freut sich, vielleicht sagen zu können, sie sei mit einem Studenten verheiratet. Warum tut er sich das denn jetzt noch an? Weil er es kann, darf und will! Mit dem „weil er es kann“ möchte Lieb den Mund aber nicht zu voll nehmen, denn er weiß ja nicht wirklich, ob er es schafft, das Studium bis zum Ende durchzuziehen. Daniel Lieb hat großen Respekt vor dem, was in den nächsten drei Jahren auf ihn zukommt. „Dennoch ziehe ich den Ausspruch nicht zurück, denn ich brauche ja auch ein wenig Druck. Schließlich möchte ich auch etwas erreichen: Meinen Traum vom abgeschlossenen Studium zu erfüllen! Das wird kein Spaziergang“, sagt er.

Hauptfeldwebel Daniel Lieb seht vor einer Plakatwand, die seine Studieninhalte abbildet.

Hauptfeldwebel Daniel Lieb: „Ich habe großen Respekt vor dem, was nun folgt.“

PIZ Personal / Jacquelin Mohit






Der 34-jährige Hauptfeldwebel ist seit zehn Jahren Soldat. Damals hatte er sich für zwölf Jahre als Soldat auf Zeit verpflichtet. Mit dem Beginn des Studiums ist er zudem in die Beamtenlaufbahn eingetreten. Er hat somit einen Doppelstatus: Regierungsinspektor-Anwärter und Hauptfeldwebel. Seine militärische Laufbahn endet in zwei Jahren. Für diese zwei Jahre ist er freigestellt, um sich in Vollzeit dem Studium zu widmen. Damit hat er beste Voraussetzungen, um sich auf das Berufsleben nach der Dienstzeit als Soldat vorzubereiten. In Daniel Liebs Fall soll es bei der Bundeswehr weitergehen, dann aber in ziviler Funktion.

Mit 34 Jahren im Durchschnitt

Direkt nach der Fachhochschulreife hatte Lieb eine Ausbildung gemacht. „Damals habe ich noch nicht gewusst, was ich studieren sollte. Also habe ich meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel absolviert und stieg sofort im Anschluss in den Beruf des Soldaten ein. Ein Studium hatte ich wirklich nicht berücksichtigt“, sagt der Vater eines kleinen Sohnes heute. Jetzt freut er sich darüber, dass die Bundeswehr ihm diesen ungewöhnlichen Werdegang ermöglicht.

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Eine Rose für den neuen Studenten Daniel Lieb (Dritter von links). Die Stimmung während der Vorstellungsrunde ist prächtig, doch wie wird sich das Studium präsentieren?

PIZ Personal / Jacquelin Mohit

Hörsaal 76. Die neuen Studierenden freuen sich auf die nächsten drei Jahre.

PIZ Personal / Jacquelin Mohit

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Studieren mit 34 Jahren wird kein Kinderspiel, das ist Daniel Lieb völlig bewusst. Schließlich ist er Vater eines Sohnes, hat einen Haushalt mit Garten, ist im Karneval engagiert und hat generell immer viel zu tun. „Mir ist bewusst, dass sich die Anstrengungen schon deutlich von der ,jugendlichen‘ Studienzeit unterscheiden werden. Die Merkfähigkeit lässt mit zunehmendem Alter nach und wir haben rundum einfach wesentlich mehr zu schaffen, so wird das Studium sicherlich eine Herausforderung“, sagt er.

Allerdings ist er auch überrascht über die Altersstruktur in seinem Hörsaal. „Ich hatte ein wenig Angst, dass ich eventuell der Älteste sein könnte. Jetzt freue ich mich, dass es nicht so ist“, sagt er. Mit 18 bis 44 Jahren ist das Spektrum sehr breit gefächert. In der Vorstellungsrunde wird deutlich, dass Daniel Lieb wahrlich nicht der Einzige ist, der vor Aufregung verschwitzte Hände hat. Auch die anderen sehen mit Respekt auf die nächsten drei Jahre. Eines wird aber jetzt schon deutlich: Die gegenseitig angebotene Hilfe wird dem Hörsaal 76 eine ganz eigene Dynamik geben. „Es wird keinen Konkurrenzkampf geben. Allen, die das Studium schaffen werden, wird die Bundeswehr einen Dienstposten anbieten“, resümiert Daniel Lieb.

Lernen ist man nie zu alt!


von Jörg Dilthey  E-Mail schreiben