Weltmeister mit 22 Jahren

Weltmeister mit 22 Jahren

  • Sport
  • Personal
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

Einer, der ganz stark an seinem sportlichen Namen arbeitet, ist Timo Schaffeld. Der 22-jährige Triathlet ist 2018 beim IRONMAN auf Hawaii in seiner Altersklasse geworden. Zusätzlich studiert er seit zwei Jahren an der Helmut-Schmidt-Universität, kurz HSU, Wirtschaftsingenieurwesen. Wie bekommt der junge Leutnant Sport und Studium unter einen Hut? Wir haben ihn einen Tag lang begleitet.

Es ist kurz vor sieben Uhr an diesem verregneten Donnerstagmorgen. Dunkel, kalt und ungemütlich. Jeder andere dreht sich vielleicht nochmal in seinem Bett rum und zögert das Aufstehen um ein paar Minuten heraus. Nicht Timo Schaffeld. Der gebürtige Oberhausener hat sich bereits in seinen Laufdress geworfen und beginnt mit seiner ersten Trainingseinheit, einem 10-Kilometer-Lauf, seinen ungewöhnlichen Tag. „Das tut mir richtig gut. Das macht mir den Kopf frei. Ich laufe übrigens immer auf nüchternem Magen. Das fördert die Fettverbrennung“, sagt der 22-jährige, nachdem er nach rund einer Stunde seinen Lauf beendet.

Timo Schaffeld ausser Atem nach seinem 10-Kilometer-Lauf

Timo Schaffeld beendet gegen 8 Uhr seine erste Trainingseinheit. Einen 10-Kilometer-Lauf

PIZ Personal/Jörg Dilthey

Erstmal frühstücken

Schaffeld bewohnt mit rund 20 seiner Mitstudenten eine Wohnebene auf dem Campus der HSU Hamburg. „Wir befinden uns alle im gleichen Studiengang. Jeder hat hier seine eigene Stube, die Türen sind alle geöffnet und der Zusammenhalt ist wirklich prächtig“, schwärmt er. In der Gemeinschaftsküche riecht es nach frischen Brötchen. Jeder der Mitstudierenden bringt sich ein. Der eine deckt nebenan den Tisch, der andere brät Speck und Schaffeld, frisch geduscht und jetzt in zivil, kümmert sich um das Rührei. Mittlerweile ist es neun Uhr geworden. Viel Zeit ist nicht: Um halb zehn beginnt in Hörsaal 11 die knapp dreistündige Vorlesung zum Thema „Automatisierungstechnik“. Schaffeld erklärt:

Nun, hier geht es darum, welche Maßnahmen notwendig sind, um Maschinen und Anlagen zu automatisieren. Das heißt, sie so zu betreiben, dass sie völlig selbstständig und ohne die Mitwirkung des Menschen betrieben werden können.

Übrigens: Auch im sportlichen Techniktraining wird der Erwerb und das Optimieren von Bewegungsfertigkeiten angestrebt. Durch ausgiebiges Üben von motorischen Prozessen werden diese zunehmend bewusstseinsunabhängiger. Diese Parallele aber nur so nebenbei.

Timo Schaffeld In zivil: Vorlesung zum Thema „Automatisierungstechnik“

Timo Schaffeld In zivil: Vorlesung zum Thema „Automatisierungstechnik“

PIZ Personal/Jörg Dilthey

Rein in die Uniform

Nach der Mittagspause stehen die ersten soldatischen Termine auf dem Tagesprogramm. Das heißt: Wieder umziehen und ab in die Uniform. „Sie bedeutet mir sehr viel“, erzählt Schaffeld „durch sie werde ich an mein Soldatendasein erinnert. Die meisten täglichen Termine während meines Studiums finden in zivil statt. Das Tragen der Uniform tut mir gut. Ich bin sehr gerne Soldat.“

Timo Schaffeld wechselt das Outfit. Von den Sportklamotten in die Uniform.

Leutnant Timo Schaffeld und seine Uniform: „Sie tut mir gut!“

PIZ Personal/Jörg Dilthey

In Hörsaal 1 beginnt jetzt eine Unterweisung zum Thema „Hygienevorschriften“. Der Grund ist der bald stattfindende Weihnachtsmarkt auf dem Campus. „Weil wir an dem Tag mit Lebensmitteln zu tun haben werden, ist es nötig uns mit den bestehenden Hygienevorschriften vertraut zu machen“, erklärt der junge Leutnant. Mittlerweile ist es 14 Uhr und im selben Hörsaal folgt nun ein Vortrag zur politischen Bildung. Thema: Zwangsprostitution und Menschenhandel.

Klar, der Triathlon nimmt sehr viel Platz in meinem Leben ein, aber in erster Linie bin ich Student an einer Bundeswehr-Universität. Die akademischen Leistungen müssen stimmen, sonst läuft das mit dem Sport nicht.


Bundeswehr als Chancengarant

Es ist 16 Uhr, als sich Timo Schaffeld auf den Weg in den technischen Bereich der HSU macht. Gerade schreibt er an seiner Bachelor Arbeit „Technische Mechanik“. Diese wende die physikalischen Grundlagen auf technische Systeme an und behandele vor allem die in der Technik wichtigen festen Körper, erklärt er. Ziel sei vor allem die Berechnung der in den Körpern wirkenden Kräfte. Hierfür hat er eine eigens entwickelte Apparatur aufgebaut und installiert. Für Timo Schaffeld steht das Studium an erster Stelle.

Timo Schaffelt inspiziert seine Apparatur, die er für seine Bachelorarbeit benötigt

Diese Apparatur gehört zu Schaffelds Bachelorarbeit. Thema: Technische Mechanik.

PIZ Personal/Jörg Dilthey


Apropos Sport: Es folgt die zweite Trainingseinheit. Das Rad. Mittlerweile ist es 17 Uhr und schon wieder heißt es: Umziehen.

von Jörg  Dilthey  E-Mail schreiben