Sanitätsdienst

#HierWirdGeimpft – die bundesweite Aktionswoche im September

#HierWirdGeimpft – die bundesweite Aktionswoche im September

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Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Früher als im vergangenen Sommer finden wir uns mit dem Ende der Sommerferien am Beginn einer neuen Corona-Welle. Auch wenn die Todeszahlen niedrig sind, steigt die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die mit einer COVID-19Coronavirus Disease 2019-Erkrankung auf der Intensivstation liegen.

Ein Krankenpfleger zieht eine Spritze auf

Ungeimpfte Patienten wie hier am Bundeswehrkrankenhaus Berlin haben oftmals schwere COVID-19Coronavirus Disease 2019-Krankheitsverläufe

Bundeswehr/Claas Gärtner

Ende der letzten Woche waren fast 1.500 Menschen intensivpflichtig, die Hälfte von ihnen musste beatmet werden. Und die meisten dieser Patientinnen und Patienten waren ungeimpft. Impfungen gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 waren und sind der einzige Weg in eine Normalität, bei der eine Infektion irgendwann nur noch wie eine banale Erkältung ablaufen wird.

Jede Impfung zählt

Dabei sprechen gute Gründe für eine Impfung, die das Robert-Koch-Instituts hier aufgelistet hat.

  1. Eine Impfung mit einem der in Deutschland und der EU regulär zugelassenen Impfstoffe, von denen in der Bundeswehr derzeit nur die mRNA-Impfstoffe von Moderna (Spikevax®) sowie Pfizer/BioNTech (Comirnaty®) zum Einsatz kommen, schützt sehr effektiv vor einer Erkrankung – auch im Hinblick auf die in Deutschland dominanten DELTA-Variante. Die Impfreaktionen (neben Reaktionen an der Einstichstelle Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit) sind in der Regel mild und klingen in wenigen Tagen wieder ab. Berechnungen zufolge konnten so seit Beginn der Impfkampagne bereits rund 76.600 stationäre, etwa 19.600 intensivmedizinische Fälle und mehr als 38.300 Sterbefälle verhindert werden.
  2. Niemand kann vorhersagen, bei wem eine Infektion mit dem Coronavirus schwer verlaufen wird, auch wenn Todesfälle zumeist nur bei älteren Menschen bzw. Menschen mit schweren Vorerkrankungen auftreten. Doch im Einzelfall erkranken auch junge Menschen so, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen: Zur Zeit machen die 35- bis 59-Jährigen, gefolgt von den 15- bis 34-Jährigen den größten Anteil der im Krankenhaus behandelten Patienten aus. Und auch ohne einen schweren Verlauf kann es nach einem freien Intervall oder ohne eine Infektion zu bemerken Langzeitfolgen (Long COVID) geben. Insgesamt geht man davon aus, dass Long COVID bis zu 15% der Patienten mit einer Infektion betrifft.
  3. Die in Deutschland und in der EU zugelassenen Impfstoffe haben den regulären Entwicklungs- und Zulassungsprozess durchlaufen. Dennoch konnten die Impfstoffe sehr schnell entwickelt werden, weil entscheidende Schritte in der Erprobung und Zulassung parallel verlaufen konnten. Aufgrund der finanziellen Förderung durch zahlreiche Staaten stand darüber hinaus genug Geld für die Entwicklung zur Verfügung, so dass das finanzielle Risiko für die Pharma-Firmen nur gering war. Was die Impfstoffsicherheit betrifft wurden also keine Kompromisse gemacht.
  4. Damit birgt eine Impfung weniger Risiken als eine Infektion: Während schwere Nebenwirkungen nur bei etwa 0,02 Prozent der Impfungen auftreten, muss etwa jeder 7. Infizierte mit relevanten Folgen von COVID-19Coronavirus Disease 2019, einer Erkrankung, die wir noch immer nicht kausal behandeln können, rechnen.
  5. Nach einer Phase, in der Impfstoff nur sehr begrenzt verfügbar war und streng priorisiert werden musste, steht nun ausreichend Impfstoff zur Verfügung. Impfungen sind daher inzwischen bei Ihrer Truppenärztin/ ihrem Truppenarzt verfügbar – sich impfen zu lassen bedeutet also keinen wesentlichen Aufwand mehr.
  6. Zusätzlich bedeutet die Impfung nicht nur, dass man selbst geschützt ist, sondern dass man auch andere kaum noch anstecken kann, also zum Beispiel Kinder unter 12 Jahren, die noch nicht geimpft werden können, Schwangere zu Beginn der Schwangerschaft (im ersten Trimenon) oder bei denen die Impfung evtl. nicht ausreichend wirksam ist, wie bei sehr alte oder immunsupprimierten Menschen.
  7. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger Infektionen gibt es, weil Infektionsketten schneller unterbrochen werden. Damit sinkt auch das Risiko, dass sich neue Virusvarianten entwickeln.
  8. Auch die Belastung des Gesundheitssystems ist geringer, wenn die Impfquote hoch ist. Dies bedeutet auch, dass andere medizinische Maßnahmen, die vielfach verschoben werden mussten wie große Operationen, wieder wie geplant stattfinden können.
  9. Auch der Schritt zurück in die Normalität hängt dabei von einer möglichst hohen Impfquote, die dann einen Bevölkerungsschutz bedeutet ab. Berechnungen zufolge müssten >85% der jüngeren Menschen geimpft sein, bei den > 60jährigen sogar über 90%.
  10. Zahlreiche Erleichterungen gibt es schon jetzt für Geimpfte, die ihren vollständigen Impfstatus z.B. unkompliziert in kostenfreien SmartPhone-Apps nachweisen können. Neben dem Besuch von Restaurants, Fitnessstudios, Kulturveranstaltungen usw. gibt es auch bei Auslandsreisen Vereinfachungen, vor allem weil in der Regel keine Quarantäne mehr erforderlich ist.
von Claas Gärtner
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