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Grippeschutz-Impfung: Ihr Beitrag zur Gesundheit aller

Grippeschutz-Impfung: Ihr Beitrag zur Gesundheit aller

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Ort:
München
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Es ist nur ein kleiner Stich, aber der hat eine große Wirkung. Seit Oktober steht wie jedes Jahr die Impfung gegen das Grippevirus (Influenza) zur Verfügung. Gerade in Zeiten von Corona kommt der Influenza-Schutzimpfung eine besondere Bedeutung zu.

Ein Mann bekommt eine Injektion in den Oberarm.

Die Impfung soll eine Reaktion des Immunsystems auslösen. Dabei kann sie kurzzeitig zu Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit führen.

Bundeswehr/Markus Dittrich

Auch wenn die im Herbst und Winter auftretenden Erkältungskrankheiten, also der sogenannte grippale Infekt, landläufig gerne als Grippe bezeichnet wird, hat dieser doch rein gar nichts mit der von Medizinern als Influenza bezeichneten „echten Grippe“ zu tun. Wie bei Erkältungskrankheiten wird die Influenza ebenfalls durch ein Virus ausgelöst. Erkältungsviren, die sogenannten Rhinoviren, und auch Influenzaviren zielen in erster Linie auf die Atemorgane ab. Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten beider Erregergruppen.

Unterschied grippaler Infekt und echte Grippe

Während es sich bei einer Erkältung um eine sich über mehrere Tage aufbauende, lästige, aber nur leicht verlaufende Erkrankung mit Halsschmerzen, Niesen und laufender oder verstopfter Nase handelt, so ist der Krankheitsverlauf der Influenza ein völlig anderer. Die Influenza führt zu abrupt beginnendem hohen Fieber, starkem Krankheitsgefühl und beträchtlichen Kopf- und Gliederschmerzen bei ausgeprägter körperlicher Schwäche. Auch ein trockener Reizhusten bleibt meist nicht aus. Dies berichten zumindest die meisten der einmal an einer Influenza erkrankten Menschen.

Es kann jeden und jede treffen

Eine Person hält eine Impfspritze in der Hand

Bevor ein Impfstoff den Behandlungsraum erreicht, hat er einen weiten Weg zurückgelegt

Bundeswehr/Michael Laymann

Personen jeden Lebensalters können an der Influenza erkranken. Durch teilweise tödlich verlaufende Komplikationen des Krankheitsverlaufs besonders gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Personen mit chronischen Vorerkrankungen und Personen mit Stoffwechselerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Auch für jüngere gesunde Menschen ohne chronische Erkrankungen stellt die Influenza eine der Erkrankungen dar, die die Betroffenen meist vollständig außer Gefecht setzt und eine verhältnismäßig lange Zeit der Erholung erfordert. „Die echte Grippe sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen,“ erklärt Flottillenarzt Dr. Kay Erkens, Facharzt für Allgemein- und Tropenmedizin im Sachgebiet für Gesundheitsrisikobewertung, -information und -kommunikation des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr in München. „Gerade bei Risikogruppen kann eine Influenzainfektion einen besonders schweren Verlauf nehmen und auch zum Tode führen,“ so Erkens.

Möglicher Nachholeffekt

Nachdem die Influenza der vergangenen Saison 2020/21 praktisch ausgefallen ist, sind sich Experten derzeit noch nicht einig, ob für die anstehende Saison 2021/22 ein deutlich stärkeres Infektionsgeschehen für Influenza zu erwarten ist, ob es also einen „Nachholeffekt“ geben wird. Angesichts der wieder stark steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 und damit auch steigender Zahl der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Erkrankungen soll die Influenzaimpfung dazu beitragen, dass in den Herbst- und Wintermonaten die gleichzeitige Infektion mit Influenza- und Coronaviren vermieden wird, um das Gesundheitssystem vor einer Überforderung zu schützen.

Infektionsketten durchbrechen

Ebenso wie auch bei der SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2-Infektion scheiden mit dem Grippevirus infizierte Personen den Erreger unbemerkt und schon Tage vor Beginn grippetypischer Krankheitssymptome aus. Die Grippeimpfung bewirkt nicht nur einen deutlichen Schutz vor Erkrankung, sondern schränkt auch maßgeblich die Virusverbreitung auf noch nicht infizierte Personen ein. Eine möglichst hohe Impfrate ist somit von größter Bedeutung, denn jede geimpfte Person schützt die Familie, Freunde und Mitmenschen vor einer Infektion und trägt so dazu bei, Infektionsketten zu durchbrechen und das Ausmaß der Grippeinfektionen so gering wie möglich zu halten.

Erstmals spezieller Ü60-Impfstoff

Für die Impfsaison 2021/22 ist mit dem Impfstoff „Efluelda“ in Deutschland erstmals ein Impfstoff zugelassen geworden, der sich speziell an Personen ab dem 60. Lebensjahr richtet. Im Alter nimmt die immunologische Reaktionsfähigkeit des Organismus ab, weswegen die Impfantwort auf einen Impfstoff bei älteren Personen häufig schlechter ausfällt als bei Jüngeren. „Efluelda“ ist ebenso zusammengesetzt wie der Impfstoff für unter 60-Jährige und damit gegen die gleichen Influenzaviren gerichtet. Allerdings enthält er pro Virusstamm die vierfache Menge an Antigen. Damit gelingt es auch bei älteren Menschen, eine nachweislich bessere Abwehrfähigkeit gegen die saisonal relevanten Influenzaviren zu erreichen und in der bevorstehenden Saison voraussichtlich bis zu 400.000 Krankenhausaufnahmen von älteren Menschen zu verhindern.

von Dr. Kay Erkens

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