Sanitätsdienst
Traditionspflege

Jahrestag der Christoph-Probst-Kaserne

Jahrestag der Christoph-Probst-Kaserne

Datum:
Ort:
Garching
Lesedauer:
2 MIN

In Erinnerung an den Geburtstag von Christoph Probst am 6. November 1919, veranstaltete die Christoph-Probst-Kaserne am 10. November 2022 einen Tag des Gedenkens und der aktiven Erinnerung an das Leben und Wirken des Widerstandskämpfers der „Weißen Rose“.

Mann zeigt Briefabschrift

Übergabe der Briefabschrift des Entwurfs des siebten Briefs der Weißen Rose in Sütterlin, geschrieben von Herrn Helmhagn

Bundeswehr/ ZInstSanBw München

Der Jahrestag erfreute sich großer Resonanz, sowohl bei den militärischen, als auch bei zivilen Teilnehmenden, die sich teils aus Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Garching, teils aus Schülerinnen und Schülern des Garchinger Werner-Heisenberg-Gymnasiums und der Familie Probst zusammensetzten. Die Anwesenden zeigten sich nicht nur sehr am Leben und Wirken von Christoph-Probst interessiert, sondern diskutierten äußerst lebhaft und engagiert und reflektierten wichtige Stationen des Widerstands. Nach der feierlichen Kasernenbenennung 2019 würdigte diese Veranstaltung den Jahrestag als gemeinsamen Gedenktag. Insbesondere sollte eine generationenübergreifende zivil-militärische Veranstaltung im Sinne einer vertieften politischen Bildung angeboten werden. Vermittelt durch Staatsbürger in Uniform wurden den Teilnehmenden die durch Christoph Probst verkörperten Werte aufrecht, mutig und couragiert nähergebracht.

Verantwortung, Mut und Selbstverständnis

Menschen stehen gemeinsam draußen vor einem Birkenkreuz

Gemeinsam hielten die Gäste einen ökumenischer Gottesdienst vor einem Birkenkreuz ab

Bundeswehr/ ZInstSanBw München

Neben einem ökumenischen Gottesdienst eröffnete ein Kirchenkaffee Zeit für intensive Gespräche. Der Dienststellenleiter des Zentralen Institutes des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Garching, Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert, verlas einen Brief von Christoph Probst an seine Mutter kurz nach seiner Verhaftung. Ausgehend von dem Brief vom 11. Februar 1943 wurden die Themen Verantwortung, Mut, Selbstverständnis, Rechtsstaatlichkeit, die eigene Rolle als Soldat und Soldatin und die demokratischen Grundwerte reflektiert. Zeitgleich veranstalteten etwa 120 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Werner-Heisenberg-Gymnasiums einen gemeinsamen „Projekttag“. Dazu luden sie den Historiker Oberst a.D. Prof. Dr. Winfried Heinemann ein. Gemeinsam diskutierten sie über das Thema Widerstand in der NSNationalsozialismus-Zeit. Didaktisch gekonnt gestaltete er zwei Unterrichtsstunden mit den Schülerinnen und Schülern mit Referaten und Diskussionen, um die Werte und das Handeln des Widerstandes und von Christoph-Probst lebendig und bewusst zu halten.

Vielfältige Themen

Beim Festvortrag von Prof. Dr. Heinemann zum Thema „Widerstand gegen Adolf Hitler und die Bundeswehr“, spannte er den Bogen von einer kritischen Beleuchtung Claus Schenk Graf von Stauffenberg und der Gruppe des 20. Juli bis zur Rezeption des Widerstandes in der DDRDeutsche Demokratische Republik. Der abschließende Empfang in der Kaserne bot die Möglichkeit zum Meinungsaustausch, bei dem noch lange lebhaft diskutiert wurde.. Dieser rege Gedankenaustausch zeigte, dass dieser Jahrestag sehr gut angenommen wurde. Rückblickend verbleibt ein ganz besonders positives Echo auf die Veranstaltung der Christoph-Probst-Kaserne und die Aussicht auf eine Neuauflage dieses Ehrentages im kommenden Jahr.

von Dr. Sascha Gonder