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Der Sanitätsdienst bei der ILÜ Landoperationen 2019

Der Sanitätsdienst bei der ILÜ Landoperationen 2019

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Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
2 MIN

Die Informationslehrübung (ILÜInformationslehrübung) Landoperationen 2019 wurde im Oktober als gemeinsame Lehrübung des Deutschen Heeres, der Streitkräftebasis, des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr und des Kommando Cyber- und Informationsraum im Raum Munster/Bergen durchgeführt. Sie veranschaulicht das Zusammenwirken der Teilstreitkräfte im Einsatz.

Sanitätsfahrzeug vom Typ Boxer auf dem Übungsgelände

Bei der Versorgung von Verwundeten zählt jede Sekunde: Gemeinsam üben Heer, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst der Bundeswehr Hand in Hand auf der Informationslehrübung Landoperation

Bundeswehr/Dr. Nadine Seumenicht

Ziel dieser Informationslehrübung ist es, bildhaft zu verdeutlichen, wie Landstreitkräfte in einem Szenario im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung zusammenwirken. Bei der Lehrübung waren 2.000 Soldatinnen und Soldaten, davon 30 aus den Niederlanden und 78 aus Österreich, mit 100 Kettenfahrzeugen sowie 450 Radfahrzeugen eingesetzt. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr war mit einer modularen Sanitätseinrichtung, einem Rettungszentrum, als Station vertreten.

Modulare Sanitätseinrichtung Rettungszentrum

Ein Arzt behandelt eine auf der Trage sitzende Person am Auge

Versorgung einer verwundeten Soldatin in der Notfallaufnahme des Rettungszentrums bei der Informationslehrübung Landoperationen 2019.

Bundeswehr/Denny Ackermann

Ein Rettungszentrum ist eine modulare sanitätsdienstliche Einrichtung der Behandlungsebene 2, im Englischen Role 2 genannt, vergleichbar einem Krankenhaus. Dort erfolgen die notfallmedizinische und chirurgische Akutversorgung, die intensivmedizinische Überwachung sowie die Überwachung und Pflege der Patientinnen und Patienten. Bei der dynamischen Darstellung der Fähigkeiten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr wurde sowohl die Role 2 als auch der Verwundetentransport mit geschützten Sanitätsfahrzeugen gezeigt.

Verlegefähige Sanitätseinrichtung

Soldatin seht am Rednerpult, dahinter ist die Leinwand und Zelte des Rettungszentrums

Auf einer Leinwand konnten die Gäste dem Geschehen im Rettungszentrum folgen. Die einzelnen Behandlungsabläufe wurden dabei moderiert.

Bundeswehr/Denny Ackermann

Oberstabsarzt Andrea Herwig, Kompaniechefin der 8. Kompanie des Sanitätsregiment 2 Führungsbereich Koblenz: „Meine Kompanie ist mit verlegefähigen, modularen Sanitätseinrichtungen ausgestattet.“ Verlegefähig heißt, dass diese Behandlungseinrichtung mit Operationsmöglichkeiten, Intensiv- und Bettenstation, abgebaut, transportiert und an einem anderen Ort – weltweit – wiederaufgebaut werden können. Die Behandlungseinrichtung wird nach dem Baukastenprinzip individuell an die Anforderungen und den Auftrag angepasst.

Medizinische Versorgung weltweit

Die früheste Arbeitsbereitschaft ist nach sieben Stunden und die volle Einsatzbereitschaft nach 1,5 bis drei Tagen erreicht. Das Rettungszentrum kann 24 Stunden autark im Einsatzraum betrieben werden. Der dafür benötigte Personalansatz beträgt bis zu 208 Soldatinnen und Soldaten, davon sind 184 klinisches Personal, 13 Soldaten sind für den technischen Betrieb und weitere elf Soldaten für die Kompanieführung zuständig. „Die vorgesehene maximale Einsatzdauer dieses Systems beträgt 12 Monate“, erklärt Herwig.

Kategorisierung nach Verletzung

Ein Patient auf der Trage wird aus einem geländegängigen Krankentransportfahrzeug entladen

Ein Patient wird am Rettungszentrum angeliefert

Bundeswehr/Denny Ackermann

Im Szenario wurden mehrere Verwundete in das Rettungszentrum gebracht. Zuerst wurden diese triagiert, das heißt die Dringlichkeit einer notfallmedizinischen Versorgung festgelegt. Die dringlichste Kategorie Alpha erfordert eine Vorstellung bei einem Notfallmediziner binnen einer Stunde. Ein Patient der Kategorie Bravo muss innerhalb von vier Stunden, ein Patient der Kategorie Charlie innerhalb von 24 Stunden zu einem Notfallmediziner gebracht werden. In der Notaufnahme wird dann über die weitere Behandlung entschieden.

Integrierter Bestandteil

Ranghohe Soldaten stehe mit einem Politiker vor einem Schützenpanzer

Pressestatement: der Inspekteure des Sanitätsdienstes (li.), des Heeres (2.v.l.), der Streitkräftebasis (re.) und des Parlamentarischen Staatssekretär im BMVgBundesministerium der Verteidigung, Peter Tauber.

Bundeswehr/Dr. Nadine Seumenicht

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr genießt internationale Anerkennung und bildet einen wichtigen Grundpfeiler für die medizinische Versorgung der Soldatinnen und Soldaten. Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr: „Wir können unseren Auftrag nur gemeinsam erfüllen. Es ist wichtig, dass unsere Kameradinnen und Kameraden sich sicher sein können, dass der Sanitätsdienst an ihrer Seite ist.“

von Denny Ackermann/ Dr. Nadine Seumenicht