Sanitätsdienst

Evacuation Care: Intensivtransport im Gefecht

Evacuation Care: Intensivtransport im Gefecht

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Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
1 MIN

Im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung müssen Verwundete, die intensivmedizinische Pflege brauchen, transportiert werden. Deshalb stand in Koblenz vom 4. bis 15. November der Intensivtransport in diesem Szenario im Fokus des Pilotlehrgangs „Teamtraining Evacuation Care“.

Sich personell und materiell auf die Landes- und Bündnisverteidigung zurück zu besinnen, ist auch für den Sanitätsdienst der Bundeswehr eine große Herausforderung. Für die hohe Zahl an Verwundeten, die in diesem Fall zu erwarten wäre, müssen auch Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal ohne Rettungskompetenz für einen Einsatz im Verteidigungsfall geschult werden.

Ein Mann steht in Flecktarnuniform vor einem Rettungswagen
Dr. Diethard Kucharski, Oberfeldarzt, Leiter Ausbildungs- und Simulationszentrums Sanitätsregiment 2
„So erzeugen wir medizinische Kompetenzen für die Landes- und Bündnisverteidigung bei Gruppen, die für diesen Fall eigentlich nicht qualifiziert sind“

Entlastender Verwundetentransport

Der entlastende Verwundetentransport ist die militärische Version des zivilen Intensivtransports, allerdings unter taktischen Rahmenbedingungen. Mit dem Transport können die frontnahen medizinischen Einrichtungen entlastet werden. Transportfähige Verwundete werden nach der Erstversorgung so schnell wie möglich in rückwärtige Einrichtungen gebracht. Dazu braucht es speziell geschultes Personal, das auch auf längeren Strecken Intensivpatienten versorgen kann.

Eine Simulationspuppe mit einem Beatmungsschlauch wird, durch die Hände mehrerer Personen, versorgt.

Vor allem der Transport von beatmungspflichtigen Patienten stellt im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung eine besondere Herausforderung dar.

Bundeswehr/Michael Laymann

Taktische Komponenten

Neben medizinischen Ausbildungsinhalten werden auch ausführliche militärische Inhalte abgebildet. Ausbildung im Fernmelde- und Gefechtsdienst sowie der Lageführung tragen der Bewegung in Frontnähe Rechnung. Den körperlichen und mentalen Stress, der bei kurzfristigen unvorhersehbaren Lageänderungen auf die Transportteams einwirkt, bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer währende einer 36-Stunden-Abschlussübung hautnah zu spüren.

Zivil anerkannt

Aufgrund der Initiative des Sanitätsregimentes 2 sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Abschluss des Lehrgangs gemäß dem Curriculum der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zertifiziert. Das Zertifikat sei damit auch zivil nutzbar, so Dr. Kucharski. Darüber hinaus ist der Lehrgang bei der Ärztekammer Koblenz als ärztliche Fortbildung anerkannt.

von Michael Tomelzik