Sanitätsdienst

Fähigkeitstraining Zivil-Militärische Zusammenarbeit: „Wir sind eins.“

Fähigkeitstraining Zivil-Militärische Zusammenarbeit: „Wir sind eins.“

  • Aktuelles
  • Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung
Datum:
Ort:
Saarlouis
Lesedauer:
3 MIN

Anfang September 2020 fand das Fähigkeitstraining in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit) für das Personal der Verbindungskommandos Sanitätsdienst Landeskommandos/Landesregierung in der Graf-Werder-Kaserne in Saarlouis statt. An dieser Weiterbildung nahmen 26 Sanitätsstabsoffiziere und Sanitätsfeldwebel aus dem gesamten Bundesgebiet teil.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben bei der Bewältigung von Hilfeleistungen im Bundesgebiet benötigen die Reservistinnen und Reservisten umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten. Um im Katastrophenfall die gegenseitige Zusammenarbeit und Unterstützung zu gewährleisten, wird hierzu eine gemeinsame Ausbildung durchgeführt. Gleichzeitig werden die Teilnehmenden des Fähigkeitstrainings zu Verfahren im Einsatz und Neuerungen im Bereich ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit informiert. Ein Schwerpunktthema war der Erfahrungsaustausch zum Umgang mit dem Coronavirus. Der Beauftragte ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit des Sanitätsdienstes, Generalarzt Dr. Bruno Most, freute sich, dass die Veranstaltung durch den Besuch des Staatssekretärs des saarländischen Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, Christian Seel, und den Stellvertreter des Inspekteurs des Sanitätsdienstes, Generalstabsarzt Dr. Stephan Schoeps, bereichert wurde.

Wertschätzung der Arbeit

Generalarzt Dr. Most stehe vor der Präsentationswand und spricht zu den Teilnehmenden.

Generalarzt Dr. Bruno Most betonte in seinem Vortrag den Beitrag der Reserve im Rahmen der Corona-Krise

Bundeswehr/Paulina Englowski

„Ich bin sehr froh, die Veranstaltung im Saarland durchzuführen - in einem Bundesland, das nicht auf den Hauptbewegungsachsen liegt. In Wertschätzung der Arbeit unserer Kameradinnen und Kameraden rotieren wir mit diesen Veranstaltungen,“ betonte Tagungsleiter Generalarzt Dr. Bruno Most, stellvertretender Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung. Staatssekretär und Oberst der Reserve Seel ergänzte: „Wir arbeiten eng miteinander zusammen.“ Es sei wichtig, die beruflichen Kompetenzen der Reservistinnen und Reservisten an geeigneter Stelle in die Bundeswehr einzubringen.

Austausch über die Bundesländer hinweg

Bei der Ausbildungsveranstaltung steht der Austausch untereinander und zu aktuellen Entwicklungen im Fokus, dieses Mal primär zu den Erfahrungen im Umgang mit der Corona-Krise in den jeweiligen Bundesländern. Oberstveterinär der Reserve Dr. Stefan Kleinhans, Amtstierarzt im Landratsamt Weimarer Land, hob hervor: „In der Vergangenheit haben wir uns mit Fragestellungen beschäftigt, die fiktiv gewesen sind. Jetzt haben wir zum ersten Mal eine Lage, die komplett Deutschland betrifft und die für alle Landeskommandos wichtig ist.“ Die Tagung dient dazu, die unterschiedlichen Erkenntnisse zu sammeln und gemeinsam auszuwerten. Diese Informationen seien sehr wertvoll für die zukünftige Arbeit, betonte Generalarzt Dr. Most.

Vier Teilnehmende sitzen mit Abstand zueinander an einem Tisch und tauschen sich aus

Die Teilnehmenden tauschen sich in Gruppenarbeit über ihre Erfahrungen aus

Bundeswehr/Paulina Englowski

Stärken und Schwächen

Wichtiger Aspekt bei der ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit ist der persönliche Kontakt. „Aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. Bundesländern zeigen wir auf, wo unsere Stärken und Schwächen im Vorgehen in der Corona-Krise liegen. Für das eigene Landeskommando lassen sich so Verbesserungen vornehmen“, erklärte Oberstveterinär der Reserve Dr. Hartmut Müller, Tierarzt in Hamburg. Ähnlich sah es auch Oberstarzt der Reserve Dr. Florian Vorderwülbecke, Hausarzt im Süden von München: „Zu sehen, was andere Kommandos gut gemacht haben, von ihnen zu lernen und sich abzustimmen, das ist sehr hilfreich.“

Beratung in Krisensituationen

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr trägt die Verantwortung für die ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen. Als Sprachrohre des Sanitätsdienstes auf Landesebene ist es für die Reservistinnen und Reservisten notwendig, immer auf aktuellem Stand zu sein. So kann in Krisensituationen kompetent zur sanitätsdienstlichen Unterstützung durch die Bundeswehr beraten werden. Oberstabsfeldwebel der Reserve Henry Hauptvogel, Landesgeschäftsführer Verband der Reservisten in Sachsen: „Ich nehme neu Gelerntes für meine Beratungstätigkeit mit. So kann ich die Kontakte und Fähigkeiten mit der zivilen Seite verbessern.“

„Wir sind eins.“

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schoeps, Stellvertreter des Inspekteurs des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und Kommandeur Gesundheitseinrichtungen, hatte eine klare Botschaft an die Teilnehmenden: „Es ist nicht ‚wir‘ und ‚die‘, sondern: Wir sind eins.“ Damit betonte Dr. Schoeps das Miteinander. Die Fähigkeiten im Gesundheitswesen seien mit den Fähigkeiten auf der Seite des Sanitätsdienstes vereint worden. Ihn mache es stolz, dass die Gesellschaft den Dienst mit großer Wertschätzung anerkenne. Ebenso ermunterte er die Teilnehmenden dazu, stolz zu sein auf ihre Leistungen und dieses auch nach außen zu zeigen. „Die sehr gute ZMZzivil-militärische Zusammenarbeit hat sich ganz besonders in den letzten Wochen und Monaten bei der Bewältigung der Corona-Krise gezeigt“, lobte Generalstabsarzt Dr. Schoeps alle Teilnehmenden abschließend.

Die nächsten Fähigkeitstrainings der Verbindungskommandos Sanitätsdienst finden voraussichtlich im April/Mai und September/Oktober 2021 statt.

von Dr. Nadine  Seumenicht  E-Mail schreiben

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