Sanitätsdienst

Mit Leib und Seele: 48 Jahre Katastrophenschützer

Mit Leib und Seele: 48 Jahre Katastrophenschützer

  • Zivil-Militärische Zusammenarbeit
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Günther Batschak war vier Wochen im Einsatzführungszentrum (EFüZ) Bindeglied zwischen dem Deutschen Roten Kreuz und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr. Für den 66-jährigen und ehemaligen DRKDeutsches Rotes Kreuz-Landesgeschäftsführer im Saarland endete der besondere Einsatz vorerst am 15. Mai.

Ein Mann blickt in die Kamera

Für Günther Batschak war das Koblenzer Einsatzführungszentrum eine positive Erfahrung

Bundeswehr/Michael Laymann

In der zum Lagezentrum umgebauten Mehrzweckhalle des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr fällt der DRKDeutsches Rotes Kreuz-Mitarbeiter zwischen den olivgrünen Uniformen mit seinem weißen Hemd schon ins Auge. Dass Batschak seinen Dienst in einem Lagezentrum der Bundeswehr versieht, ist auch etwas Besonderes. Schließlich ist der agile Mitsechziger schon im Ruhestand und wurde für den Einsatz in Koblenz kurzfristig reaktiviert. Allerdings greift zum ersten Mal auch ein Passus im DRKDeutsches Rotes Kreuz-Gesetz, die eine Unterstützung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in einem Krisen- oder Katastrophenfall, aber auch im Falle einer landesweiten Epidemie vorsieht. „Und das haben wir ja mit der COVID-19Coronavirus Disease 2019 Pandemie.“

Dieser Passus ist Pflichtbestandteil einer jeden Satzung eines DRKDeutsches Rotes Kreuz-Verbandes. Und das sind neben dem Bundesverband auch 19 Landes-, 500 Kreisverbände, sowie 5.000 Ortsvereine in Deutschland. „Ich habe 1972 in meiner Helfer-Grundausbildung diesen Passus lernen dürfen. Und das nun, nach über 40 Jahren Mitgliedschaft im DRKDeutsches Rotes Kreuz, dieser Fall einmal eintritt, ist schon etwas Besonderes für mich.“ Dass diese Satzung nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch in der Praxis funktioniert, macht Batschak stolz.

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Bundeswehr hat sich weiterentwickelt

Seine letzten Berührungspunkte mit der Bundeswehr liegen dafür schon einige Jahrzehnte zurück. Von 1972 bis 1974 diente er als Zeitsoldat. In dieser Zeit entschied sich Batschak auch für das DRKDeutsches Rotes Kreuz. Gut 46 Jahre nach seinem Abschied von der Bundeswehr ist er von dem aktuellen Einblick fasziniert, den er in die Truppe bekommt. Ein ungewohnter Anblick für ihn waren die vielen Frauen in Uniform. „Das gab es damals bei uns natürlich nicht.“ Aber auch junge Männer im Dienstgrad eines Oberstleutnants zu sehen verwunderten ihn. „Dieser Dienstgrad war in meiner Zeit in einem so jungen Alter nicht erreichbar.“ Dabei sieht Batschak diese Entwicklung alles andere als kritisch. Für ihn hat sich die Bundeswehr positiv weiterentwickelt.

Im umfunktionierten „Saal des Sanitätsdienstes“ der Koblenzer Falckenstein-Kaserne fühlte sich Batschak wohl. „Ich habe mich vom ersten Moment an sehr gut aufgenommen gefühlt und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Der DRKDeutsches Rotes Kreuz-Mitarbeiter war Bindeglied zwischen dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und den zivilen Hilfsorganisationen. „Wir als DRKDeutsches Rotes Kreuz können nur schnell reagieren, wenn wir einen aktuellen Gesamtüberblick über die Lage haben.“ So nahm Batschak an den täglichen Lagebesprechungen teil. Neben dem EFüZ hat das DRKDeutsches Rotes Kreuz ein zweites Verbindungselement im Bundesministerium für Gesundheit. 

Zusammenarbeit hinterlässt Spuren

Insgesamt betreibt das Kommando Sanitätsdienst seit rund zwei Monaten das EFüZ, also eine Art Lagezentrum. Vor Batschak hatte Dr. Volkmar Schön, der Vizepräsident des DRKDeutsches Rotes Kreuz, diese Aufgabe inne. Zwei Monate Zusammenarbeit hinterlassen Spuren. Beide Seiten nutzten die Chance, sich besser kennenzulernen und zu verstehen. Batschak empfand die Zusammenarbeit als hochprofessionell und bereichernd. Dass das DRKDeutsches Rotes Kreuz sein Verbindungselement aus dem EFüZ abzieht, möchte Batschak aber als gutes Zeichen verstanden wissen. Schließlich lässt die positive Entwicklung in der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Krise diese temporäre Auszeit zu. „Ich bin innerhalb von zwei Stunden in Koblenz, wenn es die Lage erfordert“, verabschiedet sich der leidenschaftliche Katastrophenschützer und E-Bike-Fahrer nun wieder in den verdienten Ruhestand.

von Uwe Henning

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