Sanitätsdienst

Schnelle Hilfe für Seniorenresidenz in Schliersee – es geht um Menschen

Schnelle Hilfe für Seniorenresidenz in Schliersee – es geht um Menschen

  • Coronavirus
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Datum:
Ort:
Feldkirchen
Lesedauer:
2 MIN

Im Rahmen der Amtshilfe unterstützen Soldatinnen und Soldaten vom Sanitätslehrregiment den Landkreis Miesbach in Bayern. In einer Seniorenresidenz stellen sie die medizinische Versorgung sicher. Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt, Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, überzeugte sich vor Ort von der Hilfeleistung.

Ein Soldat in Vollschutz erklärt Generalstabsarzt Dr. Schmidt am Eingang zur Schleuse die Lage vor Ort.

Oberstabsfeldwebel Michael Nagel vom Sanitätslehrregiment setzt sich mit seinen Kameradinnen und Kameraden dafür ein, die Hygiene in geordnete Bahnen zu bringen.

Bundeswehr/Michael Zacher

Der Landrat des Landkreises Miesbach, Olaf von Löwis, bedankte sich bei Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt für die schnelle Umsetzung des Amtshilfeantrages zur Eindämmung der Covid19-Pandemie im Landkreis Miesbach. Durch einen Ausfall der Einrichtungsleitung und ziviler Pflegekräfte in der Residenz kam es nach Auskunft des Landrates zu massiven Problemen bei der Pflege und Betreuung der Heimbewohner. Um Gefahr für Leib und Leben der Bewohner auszuschließen sowie den Betrieb der Einrichtung sicherzustellen, setzt der Landkreis auf die Unterstützung der Bundeswehr und den Aufwuchs der Pflegekapazitäten.

Der Sanitätsdienst hilft, wo Hilfe benötigt wird

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt beschreibt die Lage vor Ort als eine komplexe Situation. Nicht nur die über 80 Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz mit unterschiedlich schweren Krankheitsbildern, beispielsweise schwerster Demenz, sondern auch das teilweise an Covid19-erkrankte Pflegepersonal, Sprachbarrieren und Qualifikationsdefizite seien eine besondere Herausforderung für seine Soldatinnen und Soldaten. „Aber ich bin mir sicher, dass wir die Situation schnell in den Griff bekommen werden“, betont Dr. Schmidt entschlossen.

Die unterstützenden Kräfte aus Feldkirchen sind für eine Dauer von zwei Wochen eingesetzt. Das Fachpersonal ist im medizinischen Bereich und in den Bereichen Hygiene, Materialbewirtschaftung und Küche tätig. Vordergründig geht es darum, die Hygiene in geordnete Bahnen zu bringen und Pflegeaktivitäten zu übernehmen. Die Arbeit ist eine große Herausforderung für die Soldatinnen und Soldaten. Die Bewohner sind dement. Das Fachpersonal muss auf sie und die Situation eingehen und unter anderem erklären, warum es wichtig ist, sich die Hände zu desinfizieren.

Infektionsketten durchbrechen

Die größte Herausforderung ist die unklare Lage vor Ort: Wer ist erkrankt und wer ist nicht erkrankt. Das schaffe Unsicherheiten – auch beim eigenen Personal, ist sich Dr. Schmidt sicher. Daher werden in einem ersten Schritt sowohl die Bewohner als auch das Pflegepersonal auf eine mögliche Infektion mit dem Virus getestet. So wird ein Überblick geschaffen, wer positiv oder negativ auf das Coronavirus reagiert. Im Idealfall werden die Bewohner anschließend entsprechend räumlich getrennt, um die Infektionsketten zu durchbrechen.

Um auch eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus von außen nach innen bzw. von innen nach außen zu verhindern, haben die Kräfte des Sanitätslehrregiments am Eingang zur Einrichtung eine Schleuse eingerichtet. Hier werden bei jeder Person, die die Residenz betritt oder verlässt, die Hygienevorschriften eingehalten und die Hände desinfiziert. Dr. Schmidt betont, dass die Arbeit mit den Bewohnern und dem Personal unter Vollschutz eine psychische Belastung darstelle: „Der Anblick einer Pflegekraft mit Persönlicher Schutzausrüstung ist ungewöhnlich und es gilt auf jeden Fall, Angst bei Bewohnern und Personal zu vermeiden.“

von Michael Zacher und  Dr. Nadine Seumenicht

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