Sanitätsdienst

Sanitätsregiment 4: Ministerin stellt Verband in Dienst

Sanitätsregiment 4: Ministerin stellt Verband in Dienst

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Datum:
Ort:
Rheine
Lesedauer:
3 MIN

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 8. Juli das Sanitätsregiment 4 in Rheine während eines Appells mit Übergabe der Truppenfahne offiziell in Dienst gestellt. Bei der Veranstaltung legten auch die ersten Rekrutinnen und Rekruten, die in Rheine ihre Grundausbildung absolviert haben, ihr feierliches Gelöbnis ab.

Vier Personen gehen an angetretenen Soldatinnen und Soldaten vorbei

Die Bundesministerin der Verteidigung und der Inspekteur des Sanitätsdienst der Bundeswehr nahmen, in Begleitung des Bundesgesundheitsministers, am ersten feierlichen Gelöbnis des Regimentes teil

Bundeswehr/Markus Dittrich

Nachdem die ersten Sanitätssoldatinnen und -soldaten bereits am 1. April vergangenen Jahres in die Theodor-Blank-Kaserne in Rheine eingezogen waren und mit dem Aufbau des neuen Sanitätsregiments begannen, ließ es sich die Ministerin nicht nehmen, die offizielle Indienststellung als Gastgeberin zu vollziehen. Dabei ging sie auf die jüngsten Geschehnisse in Mali ein, um die Bedeutung eines starken Sanitätsdienstes der Bundeswehr zu betonen: „Wir alle, die wir Verantwortung tragen, können niemandem garantieren, dass Sie im Einsatz nicht auch großer Gefahr ausgesetzt sind, aber das, was wir Ihnen versprechen können, ist, dass wir im Fall der Fälle mit einer durchgängigen und wirkungsvollen Rettungskette, alles daransetzen, um Ihre Gesundheit zu bewahren und Ihr Leben zu retten.“ Dass diese Rettungskette funktioniert haben die Angehörigen des Sanitätsdienstes gerade am Beispiel der Verwundeten aus Gao bewiesen, sodass die Ministerin die existenziell wichtige Arbeit der Angehörigen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ganz besonders bekräftigte. (Die Rede der Verteidigungsministerin steht als Audiodatei hier zur Verfügung.)

Ausrichtung an Landes- und Bündnisverteidigung

Neben der Ministerin begleitete auch der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner, als höchster truppendienstlicher Vorgesetzte den Appell. Er erläuterte die Bedeutung eines neuen Sanitätsregiments mit Blick auf das derzeitige sicherheitspolitische Umfeld, das eine intensivere Ausrichtung der Streitkräfte an der Landes- und Bündnisverteidigung notwendig macht. „Die personellen und materiellen Fähigkeiten, die in den letzten Jahrzehnten auf die Erfordernisse des internationalen Krisenmanagements ausgerichtet waren, reichen aber für eine verantwortbare Unterstützung in der Truppe in der Bündnis- und Landesverteidigung nicht aus. Deshalb wird auch der Sanitätsdienst stärker an diese Einsatzoptionen auszurichten sein.“ Er verdeutlichte den Anwesenden, dass ein Ergebnis und eine erste Maßnahme in diese Richtung, die Aufstellung des Sanitätsregiments 4 in Rheine sei und sich daraus ein breites Aufgabenportfolio ergäbe. Er hieß die Angehörigen im Kreise seines Sanitätsdienstes der Bundeswehr willkommen und legte ihnen Mut und Innovation für den Aufbau ihres Regiments ans Herz.

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Bundeswehrsanitätsdienst Teil des Gesundheitswesens

Passend zur Indienststellung eines neuen sanitätsdienstlichen Verbandes in den Streitkräften nahm auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Ehrengast an der Veranstaltung teil. Er wies auf die Wichtigkeit der Gesamtheit des Gesundheitswesens und den großen Anteil, den der Sanitätsdienst der Bundeswehr hieran hat, hin. Gerade während der Corona-Pandemie hätte er dies in besonderer Weise und mit großem Engagement bewiesen.

Das nicht alltägliche Gelöbnis im Anschluss an den Appell wird nicht nur der Kommandeurin, Oberfeldarzt Dr. Mascha-Christine Groß, sondern auch den ersten Rekrutinnen und Rekruten als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben: Die jungen Soldatinnen und Soldaten erlebten ihre gesamte Führung hautnah, was in dieser Form nicht selbstverständlich, sondern nahezu einmalig ist.

Historie

Im Juli 2019 hatte der Generalinspekteur der Bundeswehr entschieden, zum 1. April 2020, neben bereits existierenden Sanitäts(lehr)regimentern mit Sitz in Weißenfels, Rennerod, Dornstadt und Feldkirchen ein weiteres in der Theodor-Blank-Kaserne in Rheine aufzustellen. Der Verband bestand in seiner Anfangsgliederung neben einem Regimentsstab aus zwei Sanitäts- und einer Sanitätsausbildungskompanie mit insgesamt etwa 200 Soldatinnen und Soldaten. In Zukunft soll das Sanitätsregiment 4 die militärische Heimat von rund 1000 Soldatinnen und Soldaten werden.

Das Sanitätsregiment 4 ist für die sanitätsdienstliche Unterstützung von Einsätzen zur Krisenbewältigung und Konfliktverhütung, zur Landes- und Bündnisverteidigung, zur humanitären Hilfe sowie von einsatzgleichen Verpflichtungen verantwortlich. Es ist dafür mit mobilen sanitätsdienstlichen Einsatzkräften für die erste notfallmedizinische Versorgung ausgestattet. Dazu zählen erste notfallchirurgische, internistische oder auch psychiatrische Fähigkeiten.


von Claudia Skopnick

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