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Nachfragt: COVID-19Coronavirus Disease 2019 Impfungen

Nachfragt: COVID-19Coronavirus Disease 2019 Impfungen

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Nur die wenigsten Soldatinnen und Soldaten und zivile Angehörige der Bundeswehr gehören zu den Risikogruppen, die seit Ende Dezember gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 geimpft werden. Trotzdem haben auch Sie Fragen: Fragen zur Impfstoffzulassung und -sicherheit, Fragen zu Nebenwirkungen und Fragen zur Schutzwirkung der Vakzine. Wichtige Hinweise zu spezifischen Themen haben wir unten zusammengefasst.

In zahleichen Staaten wird die Impfung gegen SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 zuerst bei besonders vulnerablen Gruppen eingesetzt, also bei Personen über 80 Jahren oder Pflegeheimbewohnern mit schweren Vorerkrankungen. Diese Personen haben allein aufgrund ihres Alters und der Schwere ihrer Erkrankungen eine hohe Wahrscheinlichkeit zu versterben. Von daher war es zu erwarten, dass Todesfälle in diesen Personengruppen nach einer Impfung auftreten werden. Die beispielswiese aus Deutschland, Frankreich oder Norwegen in diesem Zusammenhang gemeldeten Fälle wurden untersucht, ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung konnte ausgeschlossen werden. Anders gesagt: Die Betroffenen sind an ihrer schweren Grunderkrankung gestorben.

Das  Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht fortlaufend die Sicherheitsberichte zu den Impfungen gegen SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 (link). Auf dieser Seite wird auch über die Meldeverfahren für Nebenwirkungen informiert – was im Übrigen auch in den Impfzentren erfolgt, damit jeder Geimpfte auch nach erfolgter Zweitimpfung jederzeit auch unabhängig von einem Arztkontakt Nebenwirkungen melden kann.

Unter den bereits geimpften Angehörigen der Bundeswehr sind bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gemeldet worden. Die Aussage, es gäbe hier Todesfälle nach Impfungen entbehrt schlicht jeder Grundlage.

Seit Einführung der Impfung in England und den USAUnited States of America wurde über einige anaphylaktische Reaktionen bei Geimpften berichtet. Dabei waren zumeist Personen betroffen, die bereits in der Vorgeschichte allergische Reaktionen erlitten hatten.

Laut den Einschätzungen des Paul-Ehrlich-Instituts ist auf Basis der derzeit vorliegenden Daten kein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen für Personen mit bekannten Erkrankungen aus dem atopisch-allergischen Formenkreis (beispielsweise Asthma, Neurodermitis und allergischer Schnupfen mit Bindehautentzündung (Rhinokonjunktivitis) einschließlich Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie) bei Impfung mit dem BionTech Impfstoff Comirnaty oder COVID-19Coronavirus Disease 2019 Vaccine Moderna des gleichnamigen Herstellers abzuleiten.

Bisher ist unklar, welche Komponente des Impfstoffs für die gemeldeten anaphylaktischen Reaktionen verantwortlich gewesen sein könnte. Der Impfstoff enthält keine Konservierungsstoffe, kein Adjuvans und kein Hühnereiweiß. Der Stopfen der Durchstechflasche enthält kein Naturgummi-Latex. Expertinnen und Experten diskutieren, dass die Polyethylenglykol(PEG)-Komponente in den Lipidpartikeln beider Impfstoffe verantwortlich sein könnte. PEG ist sowohl in Kosmetika als auch in Medikamenten enthalten.

Folgende Hinweise sollen bei den Impfungen mit mRNA-Impfstoffen berücksichtigt werden:

  • Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs soll eine allergische Disposition, auch bei Kosmetika, erfragt werden.
    • Bei bekannten Allergien gegenüber Inhaltsstoffen eines Impfstoffs gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 ist die Impfung kontraindiziert (zur Einsicht der Inhaltsstoffe siehe Fachinformationen: Comirnaty; mRNA-1273).
    • Sind früher allergische Reaktionen oder Impfkomplikationen nach der Gabe von Impfstoffen aufgetreten, soll die Nachbeobachtungszeit auf 30 Minuten verlängert werden.
    • Bei anderen Allergien in der Anamnese (z.B. Nahrungsmittel- oder Insektengiftallergien, Inhalationsallergien, Unverträglichkeit oraler Medikamente) kann die Impfung regulär erfolgen.
  • Ist eine anaphylaktische Reaktion nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis aufgetreten, sollte die 2. Impfstoffdosis nicht gegeben werden.
  • Die Impfzentren bzw. die mobilen Teams müssen mit einer Notfallausstattung zur Behandlung eventuell auftretender anaphylaktischer Reaktionen ausgestattet sein.

Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht fortlaufend Sicherheitsberichte zur den Nebenwirkungen der Impfung. Diese lassen sich hier abrufen.

Aufgrund des Zeitraums, über den die Studien bisher laufen bzw. gelaufen sind, kann nur eine Aussage dazu getroffen werden, dass die Immunität über mehrere Monate anhält – der Zeitraum von Jahren lässt sich logischerweise noch nicht überblicken, auch wenn Antikörpermessungen zeigen, dass auch nach mehreren Monaten weiter hohe Spiegel gehalten werden. Es wäre also denkbar, dass man sich ähnlich wie bei der Impfung gegen die saisonale Influenza jedes Jahr impfen lassen muss, auch weil es zu Veränderungen des Virus kommt, genauso wie es vorstellbar ist, dass eine Auffrischung nur in einem größeren Intervall erforderlich ist – hierzu fehlt aber bisher einfach noch die Langzeiterfahrung.

Bei Personen, die eine COVID-19Coronavirus Disease 2019-Erkrankung durchgemacht haben, sinkt der Antikörperspiegel nach mehreren Monaten. Auch wenn meßbare Antikörper nicht der einzige Marker für eine (Rest-) Immunität sind, sollten daher auch diese Personen geimpft werden – bei aktuellem Impfstoffmangel allerdings nur mit nachrangiger Priorität. Eine Testung auf eine bereits durchgemachte Infektion erfolgt aber vor Impfung nicht.

Bei der Entwicklung neuer Medikamente (und dazu zählen natürlich auch Impfstoffe) werden in den einzelnen Studienphasen in der Regel keine Kinder und keine Schwangeren eingeschlossen. Diese Personengruppen werden dann bei Bedarf in späteren Phasen betrachtet. Daher gibt es bisher auch keine Zulassung des Impfstoffs für Kinder unter 16 Jahren oder für Schwangere, auch wenn diese Studien bereits geplant sind. Ältere Personen über 60 Jahre wurden dagegen sehr wohl in die Studien eingeschlossen.

Dennoch stellt eine versehentliche Impfung in der Schwangerschaft keinen Grund für einen Abbruch der Schwangerschaft dar. Bei allen Impfstoffen ist es so, dass eine Impfung in der Frühschwangerschaft (bis zum Ende des dritten Trimenons) vermieden werden sollte. Grund dafür ist, dass es in dieser Phase am häufigsten zu spontanen Fehlgeburten kommt: Rund 15 Prozent der klinischen Schwangerschaften (durch Ultraschall ab der Schwangerschaftswoche 5 identifiziert) enden in einer Fehlgeburt, manche Veröffentlichungen nennen einen noch höheren Anteil. Um zu vermeiden, dass diese Fehlgeburt fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird, wird in diesem Zeitraum nicht geimpft.

Während nach der Impfung mit einem Lebendimpfstoff (beispielsweise Masern-Impfung) eine Schwangerschaft für einen Zeitraum von einem Monat verhütet werden sollte, ist dies bei einem sogenannten Tot-Impfstoff wie dem mRNA-Impfstoff gegen SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 nicht erforderlich. Die mRNA im Impfstoff wird durch normale zelluläre Prozesse innerhalb weniger Tage abgebaut und gelangt nicht in den Zellkern, in dem die Erbinformation des Menschen in Form von DNA vorliegt. Nach derzeitigem Kenntnisstand halten Experten es für unwahrscheinlich, dass mRNA-Impfstoffe ein Risiko für Schwangere oder ihr ungeborenes Kind darstellen.

Auch im Hinblick auf einen zukünftigen Kinderwunsch sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen, da die Bildung von Antikörpern keinen Einfluss auf eine zukünftige Schwangerschaft hat. Gerüchte aus sozialen Netzwerken beziehen sich auf die Struktur der gebildeten Antikörper. Sowohl das Spike-Protein als auch jenes Protein, dass am Aufbau der Plazenta beteiligt ist, weisen Ähnlichkeiten bei der Abfolge der Aminosäuren auf.

Dies trifft aber auch auf gewöhnliche Schnupfen-Viren (Rhinoviren) zu und auch hier gibt es keinen Zusammenhang zwischen einem überstandenen Schnupfen und Unfruchtbarkeit. Auch die tierexperimentellen Daten und die Ergebnisse aus den Zulassungsstudien an Probanden zeigen nicht, dass es Probleme mit der Fertilität gibt. Im Gegenteil empfiehlt beispielsweise die österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die Impfung gegen SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 für Frauen mit Kinderwunsch, da es bei einer Infektion in der Schwangerschaft häufiger zu einem schweren Verlauf kommt (link zur OEGGG).

Die häufigste lokale Reaktion war Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 83% [BioNTech/Pfizer] bzw. 88% [Moderna]; Placebo: 14% [BioNTech/Pfizer] bzw. 17% [Moderna]). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 47% bzw. 65%; Placebo: 23% bzw. 33%) sowie Kopfschmerzen (42% bzw. 59% vs. 23% bzw. 34%) die häufigsten Ereignisse. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener (Impfung: 4% bzw. 0,8%; Placebo: 1% bzw. 0,3%) als nach der zweiten Impfdosis (Impfung: 16% bzw. 15,5%; Placebo: 0% bzw. 0,3%) auf. In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden wenige transiente Fazialisparesen, also vorübergehende Lähmungen der Gesichtsmuskulatur, beobachtet, deren Zusammenhang mit der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.

Insbesondere schwere unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, traten in der Impfstoff- und Placebogruppe gleich häufig auf. Weder in der Impfstoff- noch in der Placebogruppe traten Todesfälle auf, die auf die Injektion des Impfstoffs oder der Kochsalzlösung zurückzuführen waren.

Da der Impfstoff nur zweimal verabreicht wird, kommt es nicht zur einer Ansammlung von Wirkstoffen oder auch schädlichen Stoffen im Körper, wie es bei der dauerhaften Einnahme von Medikamenten der Fall ist. Auch von daher sind Nebenwirkungen wie zum Beispiel Tumorerkrankungen, die erst nach Jahrzehnten auftreten, nicht zu erwarten.

Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht fortlaufend Sicherheitsberichte zur den Nebenwirkungen der Impfung. Diese lassen sich hier abrufen.

Die vielfach verbreiteten Aussagen, die neuen Impfstoffe enthielten Aluminium oder Formaldehyd, ist schlicht falsch. Die konkreten Zulassungsunterlagen für den BioNTech-Impfstoff sind unter dem folgenden Link abrufbar, so dass sich dazu ebenfalls jeder selbst auf seriöse Weise informieren kann.

Hinzukommt, dass es seitens des Deutschen Grünen Kreuzes, einer Fachgesellschaft zur Förderung der gesundheitlichen Vorsorge in Deutschland, schon zu den altbekannten Impfstoffen eine Stellungnahme zur Sicherheit und Unbedenklichkeit von Aluminium in Impfstoffen gibt, die unter dem folgenden Link abrufbar ist.

Hier ist klar dargelegt, wieviel Aluminium, das teilweise als Wirkverstärker in Impfstoffen enthalten ist, verwendet werden darf. Selbst bei Impfungen mit derartigen Impfstoffen wird auf diesem Weg deutlich weniger Aluminium aufgenommen als über die Nahrung. Wer also tatsächlich seine Aluminiumzufuhr reduzieren möchte, kann dies effektiv dadurch erreichen, dass er auf die Verwendung aluminiumhaltiger Deodorants, Alufolie, Alu-Grillschalen (durch Benutzung bei säure- oder salzhaltigen Speisen) oder unbeschichteten Alu-Geschirrs verzichtet. Zudem ist es ratsam, Fertiggerichte in Aluschalen zu meiden.

Formaldehyd wird in einigen Impfstoffen verwendet, um das Impfvirus abzutöten. Dabei sind die verwendeten Konzentrationen im Rahmen des Herstellungsprozesses so gering, dass sie sich nur noch in Spuren nachweisen lassen. Da die mRNA-Impfstoffe auf einem anderen Wirkprinzip beruhen, ist dieser Zusatz nicht erforderlich.

Mehr Informationen

Weitere Fragen und Antworten bietet das Robert-Koch-Institut auf seiner Webseite

Das Paul-Ehrlich-Insitut überwacht die Sicherheit von Impfstoffen und biomediznischen Arzneimitteln. Die Abteilung Arzneimittelsicherheit sammelt und bewertet Meldungen zu Nebenwirkungen. Auf ihrer Webseite veröffentlicht das PEI dazu Sicherheitsberichte.

von Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes