Sanitätsdienst

NTEX 2020: Bundeswehr und Polizei üben gemeinsam

NTEX 2020: Bundeswehr und Polizei üben gemeinsam

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Datum:
Ort:
Feldkirchen
Lesedauer:
2 MIN

Eine Einsatzübung des Polizeipräsidiums Niederbayern, die „Niederbayerische Terrorismusabwehr Exercise“ (NTEX 2020), fand am 21. und 22. Oktober 2020 gemeinsam mit der Bundeswehr in der Gäubodenkaserne in Feldkirchen statt. Rund 100 Einsatzkräfte übten unter Beachtung des Infektionsschutzes die Zusammenarbeit bei lebensbedrohlichen Lagen.

Polizeikräfte suchen Schutz hinter einem Transportpanzer Fuchs.

Polizeikräfte suchen Schutz hinter einem Transportpanzer Fuchs in der Variante Beweglicher Arzttrupp (BATBeweglicher Arzttrupp). Damit wird während der Übung die medizinische Evakuierung von Verletzten unter hoher Sicherheit durchgeführt

Bundeswehr/Michael Selhof

Grundlage für den Einsatz der Bundeswehr ist Artikel 35, Absatz 1, Grundgesetz, der technisch-logistische Unterstützung im Zuge der Amtshilfe vorsieht – etwa bei Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen. Bei der Übung NTEX 2020 kam es zu einem fiktiven Terroranschlag. Im Schwerpunkt ging es darum, Schwerverletzte mit Hilfe besonders geschützter Fahrzeuge des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Sicherheit zu bringen. Die Unterstützung der Einsatzkräfte der Polizei durch die Bundeswehr ist nur unter Führung der Landespolizei rechtlich möglich.

„Geübt, mit der Idee zu lernen.“

Zwei Polizeikräfte tragen einen Schwerverletzten auf einem Rettungstuch. Im Hintergrund steht ein Transportpanzer Fuchs

Polizeikräfte bringen einen Schwerverletzten auf einem Rettungstuch zur Versorgung in ein gepanzertes Krankentransportfahrzeug der Bundeswehr

Bundeswehr/Michael Selhof

Bei der Übung wurde die Bergung von Schwerverletzten mehrfach und in unterschiedlichen Varianten durchgespielt; so auch mit Sanitätsfahrzeugen und Sanitätspersonal des Sanitätslehrregimentes. Oberstarzt der Reserve Dr. Florian Vorderwülbecke war als Beobachter und medizinischer Berater für das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung im Landeskommando Bayern eingesetzt: „Es wurde geübt, mit der Idee, zu lernen und auch etwas falsch machen zu dürfen. Da kam es zu interessanten Fragen und einer tollen Lernkurve. Die Mehrfachdurchgänge sind bei dieser Übung besonders wertvoll.“ Ein Szenar mit verschiedenen Ansätzen mehrfach durchzuspielen, sei gut, um die Abläufe gemeinsam optimieren zu können.

Kommunikation untereinander ist sehr wichtig

Die Bergung von Verletzten in einer Gefahrenzone war insofern eine Herausforderung für die Einsatzkräfte, da sie bislang nicht zusammen geübt hatten. Seitens der Polizei wurden bewusst Einsatzkräfte gewählt, die bei einem Terroranschlag ganz realistisch die Ersten vor Ort gewesen wären. Und seitens des Sanitätslehrregiments nahmen die normalen Besatzungen der Fahrzeuge teil. Vorderwülbecke betonte die gute Entwicklung der Zusammenarbeit: „Anfängliche Kommunikationsprobleme untereinander konnten schnell beseitigt werden. Hin und wieder benutzen Polizei und Bundeswehr unterschiedliche Begriffe. Über die Notfallmedizin kommen sie jedoch wieder zusammen.“ Der Algorithmus beim taktisch-medizinischen Einsatz sei identisch.

Enge Zusammenarbeit von Bundeswehr und Polizei

„Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und wir sind die letzten Jahre große Schritte vorangekommen. Es ist wichtig, dass diese Zusammenarbeit auch praktisch geübt wird“, so Joachim Herrmann, Innenminister des Landes Bayern. Ein gemeinsames Einsatzhandbuch von Bayerischer Polizei und Landeskommando Bayern sei geplant. Darin sollen insbesondere Einsatzstandards festgelegt werden. „Für die Innere Sicherheit in Bayern ist und bleibt zuallererst die Bayerische Polizei zuständig“, machte der Innenminister deutlich. Bei Extremsituationen sei es aber unverantwortlich, auf die Unterstützung der Bundeswehr zu verzichten, obwohl sie bereitstehe. Weitere Übungen seien geplant, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.

von Dr. Nadine Seumenicht  E-Mail schreiben

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