Sanitätsdienst

Perfekt oganisiert: Das Impfzentrum im Saarland

Perfekt oganisiert: Das Impfzentrum im Saarland

  • Amtshilfe
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Datum:
Ort:
Lebach
Lesedauer:
2 MIN

Seit dem 1. März ist das erste Impfzentrum der Bundeswehr in einer militärischen Liegenschaft in Lebach unter Leitung des Saarländischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in Betrieb. Etwa 50.000 Menschen konnten bisher geimpft werden. Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt besuchte die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten.

Stabsarzt und Generalarzt stehen vor Kabine 9 und unterhalten sich; im Hintergrund ein Soldat an einem Monitor.

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt im Gespräch mit Stabsarzt Maximilian Droll

Bundeswehr/Paulina Englowski

Nachdem zu Beginn im Schnitt 300 Personen täglich geimpft werden konnten, sind es derzeit mehr als 1.000 Personen pro Tag. Der Grund hierfür ist größtenteils, dass Lebach als erstes Impfzentrum seit dem 4. April im 24-Stunden-Betrieb in drei Schichten arbeitet. Eine Schicht arbeitet 14 Tage am Stück, pausiert dann für sieben Tage, um anschließend weitere 14 Tage für die Impflinge da zu sein. Der Schichtwechsel ist eine große Anstrengung für das eingesetzte Sanitätspersonal aus Cochem und Rennerod, das derzeit sowohl in der Früh- als auch Spätschicht unterstützt. Des Weiteren unterstützen Helfende Hände vom Taktischen Luftwaffengeschwader 33 und von der Fernmeldekompanie EUROCORPS aus Lebach.

Generalstabsarzt Dr. Stephan Schmidt war bei seinem Besuch überzeugt: „Das Impfzentrum wird offensichtlich sehr gut angenommen und die Impflinge gehen glücklich wieder heraus.“ Der Ablauf sei sehr gut getaktet. Überrascht zeigte sich Dr. Schmidt darüber, dass auch die Nachttermine ausgebucht seien: „Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dann hat sich dieses Engagement gelohnt.“ Er bewundere das Personal, das - unterbrochen nur durch wenige Pausen - ständig unter FFP2-Maske arbeiten müsse, auch unter Einhaltung von Hygieneauflagen. Das sei eine anstrengende Beschäftigung: „Ich zolle jedem Respekt, der das hier 14 Tage durchzieht.“

Aufklärung vor einer Impfung

Arzt mit Patientenunterlagen steht vor einem Kameraden, der Daten in einen Computer einpflegt

Stabsarzt Maximilian Droll führt die ärztliche Aufklärung durch

Bundeswehr/Paulina Englowski

Einen großen Stellenwert nimmt die ärztliche Aufklärung vor einer Impfung ein. Stabsarzt Maximilian Droll aus dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz erklärt: „Wir fragen nach Kontraindikationen und prüfen, ob etwas gegen die Impfung spricht.“ Die meisten Impflinge seien sehr gut informiert: „Wer es bis zu mir geschafft hat, möchte auch geimpft werden.“ Eine Herausforderung im täglichen Umgang mit den Patientinnen und Patienten sei es, mit FFP2-Maske zu sprechen und das individuelle Lautstärkeniveau der Halle zu übertönen, um vom Impfling akustisch verstanden zu werden.

Nicht alle sind derzeit berechtigt

Generalarzt und Stabsarzt schauen sich den Aufklärungsbogen für einen Impfling an

Stabsarzt Josephine Pröls filtert Patienten heraus, die nicht geimpft werden dürfen

Bundeswehr/Paulina Englowski

Stabsarzt Josephine Pröls, ebenfalls aus dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz, ergänzt: „Die große Herausforderung besteht darin, diejenigen Patienten herauszufiltern, die für eine Impfung nicht zugelassen werden dürfen.“ Dies seien Patienten, die innerhalb der letzten sechs Monate eine COVID-Erkrankung durchgemacht, eine akute Infektion haben oder anderweitig immungeschwächt seien. Ferner seien Patienten nicht zugelassen, die in den letzten 14 Tagen zum Beispiel eine Tetanus-Impfung erhalten haben. Generalstabsarzt Dr. Schmidt betonte abschließend: „Alles ist perfekt organisiert.“

Der Einsatz der Soldatinnen und Soldaten wurde zwischenzeitlich bis zum 30. Juni 2021 verlängert.

von Dr. Nadine Seumenicht

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