Sanitätsdienst

Personalmanagerin und Ärztin

Personalmanagerin und Ärztin

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Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
3 MIN

Oberfeldarzt Dr. Marie-Theres Pfalzgraf ist im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) in Köln eingesetzt. Dort ist die 30-Jährige Personalführerin von etwa 250 Sanitätsoffizierinnen und Sanitätsoffizieren, die im Bereich Führung und Management Gesundheitsversorgung eingesetzt sind. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert.

Junge Soldatin vor einem Kampfjet

Oberfeldarzt Dr. Marie-Theres Pfalzgraf ist Personalführerin von etwa 250 Soldatinnen und Soldaten

Bundeswehr/Marcel Poloczek

Oberfeldarzt Dr. Marie-Theres Pfalzgraf trat 2008 in die Bundeswehr ein. Ihr bisheriger beruflicher Werdegang in den Streitkräften ist nicht der klassische Weg einer Sanitätsoffizierin. Der jungen Medizinerin wurde schon während des Studiums bewusst, dass sie ihre berufliche Erfüllung nicht ausschließlich im kurativen Bereich finden wird. Nach dem Medizinstudium fand Pfalzgraf sich dann auch nicht direkt in einem Bundeswehrkrankenhaus oder in einer Regionalen Sanitätseinrichtung wieder, sondern zunächst im Bereich der Forschung am Münchener Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr.

„Ich habe mich damals bewusst für die Bundeswehr entschieden, da kein anderer Arbeitgeber mir so viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten als Ärztin bieten kann.“ Was sich die damals 17-Jährige bei ihrem Eintritt in die Bundeswehr eher unbewusst erhoffte, ist für die heutige Personalführerin mittlerweile Gewissheit. Sie kennt das System Bundeswehr, die damit verbundenen breitgefächerten Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen gut. Die sportliche Frau berät, führt und entwickelt Sanitätsoffiziere aus dem Bereich Führung und Management Gesundheitsversorgung. Diese sind überwiegend in den Kommandos, im Bundesministerium der Verteidigung oder in den Stäben eingesetzt. „Ich versuche den richtigen Mann beziehungsweise die richtige Frau zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen“, beschreibt sie in Kurzform ihre Aufgabe. Für Pfalzgraf besteht die Herausforderung darin, die Bedürfnisse der Bundeswehr und der jeweiligen Soldatinnen und Soldaten in Einklang zu bringen.

Es geht um den Menschen

Eine Gratwanderung, die vor allem diplomatisches Geschick und manchmal auch ein „dickes Fell“ erfordert. Schließlich ist die Erwartungshaltung von beiden Seiten sehr hoch und nicht immer deckungsgleich. Dabei ist sie sich ihrer großen Verantwortung stets bewusst. Schließlich geht es um den Menschen und dessen jeweiligen Karrierewunsch, aber auch die Familie hinter der Soldatin oder dem Soldaten. Für Pfalzgraf ein Spannungsfeld, dass nicht immer restlos aufgelöst werden kann: „Manche Vorstellungen können wir nicht erfüllen, weil es die dienstlichen Erfordernisse oder Vorschriften und Vorgaben einfach nicht hergeben. „Dabei entscheidet die Personalführerin oftmals nicht alleine. In Teamsitzungen spricht sie mit anderen Personalführerinnen und Personalführern über die aktuellen Fälle und gemeinsam versuchen sie Ideen und Lösungen zu finden. Hinzu kommen Einplanungs- und Auswahlkonferenzen. An ihr erstes Personalgespräch kann sie sich auch heute noch erinnern. „Es war kein wirklich schwieriger Fall. Trotzdem war ich total unsicher und angespannt, auch wenn eine anwesende erfahrene Personalführerin mir am Ende ein positives Feedback gab.“

Soldatin an ihrem PC-Arbeitsplatz

Ein Personalgespräch wird gründlich vorbereitet und verlangt diplomatisches Geschick

Bundeswehr/Marcel Poloczek

Jeder Fall ist individuell

Ein Personalgespräch wird gründlich vorbereitet. Schließlich haben die Offizierin oder der Offizier mitunter einen weiten Weg bis nach Köln hinter sich gebracht. Lediglich in der aktuellen Pandemiephase finden die Gespräche häufig telefonisch oder via Onlinekonferenzen statt. Neben den Informationen, die sie aus der Personalakte und den Vorgesprächen gewinnt, versendet sie vor dem Gespräch einen Fragebogen. Hier kann die Soldatin oder der Soldat eigene Wünsche und Erwartungen äußern. Für Pfalzgraf ist eine ehrliche, faire sowie transparente Beratung und Betreuung der Grundpfeiler für eine gute Zusammenarbeit. Seit Oktober 2020 ist die Sanitätsoffizierin im BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Für sie eine sehr „intensive und fordernde“ Aufgabe, die sie nach wie vor mit viel Herzblut gerne macht. Am Ende des Gespräches hat sie noch einen Tipp für die Soldatinnen und Soldaten: „Der Griff zum Telefonhörer löst manches Problem. Schließlich können Konflikte nur ausgeräumt werden, wenn man miteinander spricht.“

von Uwe  Henning