Sanitätsdienst

Precise Response: Einblick in die Arbeit der beteiligten Nationen

Precise Response: Einblick in die Arbeit der beteiligten Nationen

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Im Rahmen der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übung Precise Response 2019 reisten am 4. Juli Spezialisten der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe und der Task Force für den medizinischen ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutz in das kanadische Suffield. Am Counter Terrorism Technology Center werden in den kommenden Wochen die Fähigkeiten zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Kampstoffe in realen Szenarien trainiert.

Eine Personengruppe steht vor einem Tisch mit Ausrüstung

Oberfeldarzt Dr. Gelimer Genzel präsentiert die Ausrüstung der Probennahmeteams.

Bundeswehr/Maik Bugenhagen

Unter sengender Hitze gepaart mit feinem Sand, der sich in jeder kleinsten Nische festsetzt, hat die deutsche Delegation im Laufe der ersten Woche die volle Einsatzbereitschaft hergestellt und bereitet sich nun auf die ersten scharfen Szenare vor. Während Precise Response stellt sie neben den Teams zur Probennahme von atomaren, biologischen und chemischen Substanzen auch die Fähigkeit zur Untersuchung und Bestimmung von biologischen Proben. Welches Leistungspotenzial die teilnehmenden Nationen in den nächsten beiden Wochen von den deutschen Spezialisten noch erwarten können, wurde während des „Show and Shine Days“ präsentiert. An diesem Tag haben die teilnehmenden Nationen die Möglichkeit, sich mit den Verfahren und der Ausrüstung der anderen Übungsteilnehmer vertraut zu machen. Wenn es in die heiße Phase geht, muss jeder Handgriff sitzen.

Arbeitsabläufe synchronisieren

Mehrere Soldaten stehen um eine Übungspuppe

Wie bei einem echten Menschen kommt es bei der Übungspuppe CAESAR auf die richtigen medizinischen Behandlungsmethoden an.

Bundeswehr/Maik Bugenhagen

Während des Trockentrainings auf dem vorgeschobenen leichten Entstrahlungs-, Entseuchungs- und Entgiftungsplatz für Patienten und Personal (VLEP2) bot sich die Gelegenheit den Deutschen über die Schulter zu schauen und sich so einen Einblick in die Arbeitsabläufe und Ausstattung zu verschaffen. Ein besonderer Magnet war die USUnited States-amerikanische Übungspuppe CAESAR, die während der gesamten Übung dem deutschen VLEP2-Team zur Verfügung steht. Gegenüber einem menschlichen Patientendarsteller bietet sie den wesentlichen Vorteil, dass an ihr auch verschiedenste schwerste Verletzungsmuster und Vergiftungssymptome simuliert und trainiert werden können.

Für Frau Oberstabsarzt Dr. Marie-Theres Pfalzgraf sind die ersten Tage bei Precise Response besonders wichtig: „Die Trainings in den ersten Tagen, aber auch der heutige Tag, dienen uns in erster Linie der Optimierung und Synchronisierung der Arbeitsabläufe, denn in den bevorstehenden Übungsszenarien werden wir nicht nur mit eigenen Kräften, sondern auch mit internationalen Partnern zusammenarbeiten“.

Die Laborexpertise

Ein Soldat stellt eine Laborausstattung vor

Oberleutnant Alexander Kutschera stellt die mobile Laborausstattung vor.

Bundeswehr/Maik Bugenhagen

Einen großen Andrang gab es auch am Zelt des Biolabors der Task Force. Auf knapp 40 Quadratmetern werden hier in einem luftgestützten Zeltsystem Proben, die durch die kanadische Übungsleitung in verschiedenen Szenarien ausgebracht werden, entgegengenommen, untersucht und ausgewertet. „Wir sind das einzige Land, das diese Fähigkeit während dieser Übung abbildet und dienen für alle teilnehmenden Nationen sozusagen als Dienstleister. Erfahrungsgemäß werden wir in den kommenden Wochen bis zu 150 Proben annehmen und untersuchen“, erklärt Hauptbootsmann Stephan Motzkus. Er nimmt bereits zum dritten Mal an Precise Response teil und weiß mit welchen Aufgaben aber auch Herausforderungen er die nächsten Wochen zu kämpfen hat.


von Maik Bugenhagen