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Sandmücke bei Koblenz in die Falle gegangen

Sandmücke bei Koblenz in die Falle gegangen

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Koblenz
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Der Fund einer Sandmücke in Rheinland-Pfalz verschiebt die Verbreitungsgrenze dieser potenziellen Überträger der Leishmaniose-Parasiten zum wiederholten Male weiter nach Norden. Mitarbeitende der Medizinischen Zoologie des BundeswehrZentralkrankenhauses Koblenz fingen nun erstmals ein weibliches Exemplar.

Mikroskopaufnahme einer toten Mücke vor orangenem Hintergrund

Die gefangene Sandmücke misst nur etwa zwei Millimeter

Bundeswehr/Andreas K.

Anfang August dieses Jahres ging zwischen Koblenz und Münstermaifeld eine Sandmücke der Art „Phlebotomus mascittii“ in die Falle. Bislang lag in Deutschland nur ein Fund aus der Nähe von Gießen im Jahr 2013 nördlicher. Eine molekularbiologische Untersuchung darüber, ob die Mücke den Leishmaniose-Parasiten in sich trägt, steht noch aus. Dennoch sagt Dr. Andreas K. von der Abteilung für Medizinische Zoologie: „Es gibt momentan keinen Grund zur Panik. Derzeit besteht der Informationswert in der rein biologischen Information, dass sich Sandmücken weiter nördlich ausbreiten.“

„Heimisch in wärmeren Gefilden“

Ein Mann mit Brille in einem weißen Kittel sitzt vor einem Mikroskop

In seinem Labor untersuchte Dr. Andreas K. die gefangene Sandmücke und bestimmte ihre Art

Bundeswehr/Markus Dittrich

Sandmücken können insbesondere im Mittelmeerraum und anderen subtropischen und tropischen Weltregionen einzellige Leishmania-Parasiten übertragen, die verschiedene Formen der so genannten Leishmaniose hervorrufen. Dabei ist die Haut-Leishmaniose seit den Afghanistan-Einsätzen in der Bundeswehr berühmt-berüchtigt. Viele Sandmücken-Arten bevorzugen nicht Menschen, sondern Tiere als Blutquelle, so vermutlich auch „Phlebotomus mascittii“. Da die Parasiten auch Hunde infizieren können, wurden in den letzten 20 Jahren einige solcher Hunde-Infektionen in Deutschland auf eine mögliche Übertragung hierzulande zurückgeführt, bislang aber nicht abschließend bewiesen.

Brut im Sand

Sandmücken wurden in Deutschland erstmals 1999 nachgewiesen, waren aber davor schon aus benachbarten Regionen in Belgien und Frankreich bekannt. Daher kann angenommen werden, dass diese Insekten auch schon vorher hierzulande lebten. Der Name Sandmücke verrät bereits, dass diese Mücken im Unterschied zu den allgemein bekannten Stechmücken kein Wasser benötigen, sondern in trockenem Untergrund, zum Beispiel Nagerbauten oder Höhlen ihre Eier ablegen. Außerdem sind sie mit circa zwei Millimetern Körperlänge deutlich kleiner als Stechmücken. Sandmücken gelten als nachtaktiv und wie die Stechmücken saugen nur die Weibchen zur Fortpflanzung Blut.

von Timo Rosenbohm

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  • Ein verschachtelter weißer Gebäudekomplex ohne Balkone. Zum Haupteingang führt ein Fußweg durch eine parkähnliche Grünanlage.

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