Sanitätsdienst
Jobtausch

Von der Kaserne ins Rathaus

Von der Kaserne ins Rathaus

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Datum:
Ort:
Weißenfels
Lesedauer:
3 MIN

Der stellvertretende Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, Generalarzt Dr. Bruno Most, und der Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels, Robby Risch, tauschten für einen Tag ihre Arbeitsplätze. Wie unterscheiden sich die beiden Ämter? Neugierde auf beiden Seiten machte den Tausch möglich.

Ein Mann zeigt auf Stück Papier. Ein weiterer Mann folgt mit dem Blick

Kurze Einweisung für Generalarzt Dr. Bruno Most durch den Oberbürgermeister Robby Risch im Rathaus

Bundeswehr/Paulina Englowski

Im Rathaus bezog der Generalarzt das Oberbürgermeisterbüro. Schnell lernte er die verschiedenen Fachbereiche, den Arbeitsalltag und aktuelle Herausforderungen kennen. Mit Rat und Tat an seiner Seite stand der eigentliche Amtsinhaber Robby Risch. „Wir schnuppern jeder beim anderen in die jeweiligen Aufgabengebiete hinein“, so Most. Hätte der Generalarzt im Rathaus die Gelegenheit dazu, eine Entscheidung für Weißenfels zu fällen, würde er sich um die Eingliederung von Flüchtlingen in das gesellschaftliche Leben und die Arbeitswelt kümmern: „Vor der Stadt liegen schwierige Wochen im Zusammenhang mit ukrainischen Flüchtlingen. Wenn ich an diesem Tisch säße, wäre das ein Hauptthema für mich.“

Lange Tradition: Zusammenarbeit mit der Stadt

Weißenfels ist seit über 250 Jahren eine Garnisonsstadt. „Die Zusammenarbeit mit der Garnisonsstadt sei intensiv und vertrauensvoll. Sie helfe, das Verständnis füreinander weiterzuentwickeln“, betonte Most. Aber auch der Oberbürgermeister ist froh, den Arbeitgeber Bundeswehr für die regionalen Dienstleister vor Ort zu haben. Es sei eine große Herausforderung für die Stadt, entsprechend attraktive Angebote im Freizeitbereich zu schaffen. „Die Soldatinnen und Soldaten sollten auch die Chance haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir sehen das Potenzial, nicht nur Standort zu sein, sondern auch ein Stückchen Heimat bzw. Leben anzubieten“, so Risch. Dies sei eine spannende Aufgabe für die nächsten Jahre. Nach dem kommunalpolitischen Schnupperkurs ging es in die Sachsen-Anhalt-Kaserne.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ein Mann sitzt am Schreibtisch und schreibt in ein Buch. Ein weiterer Mann steht dahinter

Sich wie ein Kommandeur fühlen: Oberbürgermeister Robby Risch nahm Platz und trug sich im Gästebuch ein

Bundeswehr/Paulina Englowski

In der Kaserne verschaffte sich der Oberbürgermeister einen Überblick in die Arbeitsabläufe des Kommandos und lernte die Mitarbeitenden kennen. Bei einer Tasse Kaffee sprachen beide über Gemeinsamkeiten, zum Beispiel darüber, dass der Tag mit einer Morgenlage startet: Am Beispiel der letzten Dienstreisen von Kommandeur und Stellvertreter werden die Eindrücke und Ergebnisse besprochen. Die daraus resultierenden Aufgaben und Aufträge werden formuliert und zur Umsetzung im Stab verteilt.

Grundsätzlich würden sich beide Ämter durch ihre Aufträge unterscheiden. Doch Most sieht auch viele Parallelen: „Beide haben einen Stab mit einer breiten Palette von Aufgabengebieten, die entsprechend umzusetzen sind.“ So sei die Truppe zum Beispiel auf richtige Entscheidungen angewiesen. Beim Oberbürgermeister seien die Einwohner von den Entscheidungen der Stadt abhängig. „Die Besonderheit ist, dass wir von oben strukturierte Vorgaben erhalten, die wir im Rahmen unserer Auftragstaktik umsetzen“, so Most. Er habe Respekt vor dem Amt des Oberbürgermeisters, da entwickelte Ideen erst mit dem Stadtrat verhandelt werden müssten, um sie dann umsetzen zu können.

Fazit

Der Jobtausch hat viele Parallelen, Ähnlichkeiten und unterschiedliche Herausforderungen hervorgebracht. Risch zeigte sich begeistert. „In den vergangenen zwei Jahren haben uns die Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes enorm bei der Bewältigung der Corona-Pandemie unterstützt. Da war es für mich interessant, zu erfahren, was die Truppe leisten kann und wie die Organisation abläuft.“ Einen kleinen Einblick dazu habe er bisher bei öffentlichen Truppenübungen und beim Tag der Bundeswehr erhalten. „Jetzt auch das Backup, also die Verwaltung, näher kennenzulernen, war sehr spannend“, so Risch.

Mit viel Vorfreude hatten beide auf den gemeinsamen „Tag der Bundeswehr 2022“ im Stadtzentrum geblickt; da ereilte sie während des „Jobtauschs“ die Nachricht von der Absage. Die fortdauernden Lageentwicklungen im Ukraine-Konflikt und die daraus resultierenden Folgeaufträge an die Organisationsbereiche lassen aktuell eine Veranstaltung für den Standort Weißenfels nicht zu. Sowohl die Stadt Weißenfels als auch die Bundeswehr am Standort Weißenfels/Naumburg zeigten absolutes Verständnis für diese Entscheidung. „Wir streben gemeinsame Projekte der Öffentlichkeitsarbeit auch für die Zukunft an“, so Generalarzt Dr. Most abschließend.

von Dr. Nadine Seumenicht

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