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Nach 33 Jahren als Reservist zurück zur Bundeswehr

Nach 33 Jahren als Reservist zurück zur Bundeswehr

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Datum:
Ort:
Koblenz
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3 MIN

Die Corona-Pandemie gab den Ausschlag. Alexander Korte meldete sich auf den Unterstützungsaufruf des Kommandos Sanitätsdienst im März 2020, um die Bundeswehr als Reservist zu unterstützen. Seitdem ist viel passiert. Mittlerweile ist der Mediziner am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz fest beordert.

Arzt im Gespräch mit zwei Kolleginnen

Korte fühlte sich bei der Bundeswehr sehr gut aufgehoben. Im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus ist er schnell Teil des Teams der HNO Praxis geworden.

Bundeswehr / Andreas Weidner

Alexander Korte ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) in Essen. 1989 absolvierte er seinen Grundwehrdienst. „Zuerst wurde ich als Nachschieber ausgebildet. Nach wenigen Monaten wurde ich aber bei der Feldartillerietruppe zum Richtkreiskanonier umgeschult“, so Korte. Das sei ein Vermesser für die genaue Position einer Geschützstellung. Dafür nutze er einen Kompass und einen so genannten Richtkreis (militärisches Winkelmessinstrument), erinnert sich Korte. Im Anschluss hatte er für lange Zeit nur wenig Kontakt mit der Bundeswehr.

Bis zum Aufruf des Fachbereichs für Reservistenangelegenheiten im Kommando Sanitätsdienst im März 2020 zur Unterstützung der Bundeswehrkrankenhäuser in der Covid-19 Pandemie. Innerhalb kürzester Zeit nach seiner freiwilligen Meldung erhielt Korte seinen Heranziehungsbescheid. „Daraufhin musste ich meiner Praxispartnerin erst einmal erklären, dass ich die nächsten zwei Monate weg sein werde“, erinnert er sich. Das sei im Vorfeld vor lauter Eifer untergegangen. Das habe aber letztendlich gut gepasst, weil in der Zeit auch das Patientenaufkommen nicht so hoch gewesen sei, so Korte.

„Da kommt ein Obergefreiter…“

In der Koblenzer Falkensteinkaserne wurden die Reservistinnen und Reservisten aufgenommen und, wie es bei der Bundeswehr heißt, „eingeschleust“. Dort erhielten viele das erste Mal seit Jahren wieder eine Uniform. Danach ging es direkt in die Vorbereitung für die künftige Aufgabe. In den ersten zwei Wochen wurden die Reservistinnen und Reservisten im Umgang mit der Covid-19 Infektion sowie in Intensivkrankenpflege geschult. Korte war schließlich als Verstärkung für die HNO-Klinik im BundeswehrZentralkrankenhaus (BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus) vorgesehen.

In der künftigen Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus sei der Reservist als Obergefreiter Korte angekündigt worden. „Das hat erst mal für Verwunderung gesorgt. Man wusste nicht so recht, was man mit mir hätte anfangen sollen“, erklärt der Mediziner. Schnell wurde jedoch klar, dass der Obergefreite „vom Fach“ ist. „Ich habe dort dann als Facharzt gearbeitet und nebenbei meinen militärischen Patienten erklärt, warum ich so einen komischen Dienstgrad habe. Damit hatte ich immer einen Gesprächseinstieg“, scherzt Korte. Bei den „zivilen“ Patienten sei dies hingegen kein Thema gewesen.

Der Dienst als Reservist ist „ein Geben und Nehmen“

„Ich bringe natürlich bereits Erfahrungen mit, aber ich sammle während meines Dienstes auch das ein oder andere Neue“, erläutert Korte. Er habe beispielweise im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus eine bessere Methode für die Trommelfell-Anästhesie kennengelernt. „Das habe ich noch während meiner Zeit in Koblenz meiner Praxispartnerin übermittelt. Seitdem wenden wir das Verfahren auch in unserer Praxis an.“ Umgekehrt habe er zur Behandlung wiederum auf Verfahren und Rezepturen aus seiner Praxis zurückgegriffen.

Arzt begutachtet Gehörgang eines Patienten

Ganz in seinem Element. Routiniert behandelt Alexander Korte die Patientinnen und Patienten. Viele von ihnen sind keine Bundeswehrangehörigen, denn das BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus steht allen Bürgern zur Gesundheitsversorgung offen.

Bundeswehr / Andreas Weidner

Bei der ersten Fahrt zur Bundeswehr nach Koblenz sei ihm noch ein klein wenig mulmig gewesen. Was würde ihn nach all den Jahren wohl erwarten. Doch vor Ort fühlte sich Korte sehr gut aufgenommen und beschloss, alles für ein längerfristiges Engagement als Reservist in die Wege zu leiten. „Ich habe nicht lange überlegen müssen und mich direkt als Sanitätsoffizier der Reserve beworben“, erklärt Alexander Korte. Danach habe er das Assessment für Reserveoffiziere durchlaufen und wurde auf Grund seiner zivilen Qualifikation als Facharzt erst einmal vorläufig zum Oberfeldarzt ernannt.

Auch in Zukunft als Reservist aktiv bleiben

Neben seinem Dienst als Reservist im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus absolvierte Korte die modulare Ausbildung zum Sanitätsoffizier der Reserve an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. Hier standen vor allem ein Überblick über die Anforderungen und Fähigkeiten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowie Recht, Innere Führung und allgemeinmilitärische Themen auf dem Dienstplan. Das schloss auch eine Waffenausbildung mit ein, denn Sanitätsoffiziere müssen sich und ihre Patienten im Ernstfall auch verteidigen können. Inzwischen hat Korte seine Offiziersausbildung erfolgreich abgeschlossen und plant bereits seinen nächsten Reservistendienst im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus.

von Stefan Bölke

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