Streitkräftebasis

Cheflehrgang - Üben für das „Real life“

Cheflehrgang - Üben für das „Real life“

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Die Logistikschule der Bundeswehr führt zweimal im Jahr den Cheflehrgang durch. Dieser Lehrgang dauert vier Wochen. Ziel ist es, möglichst viel während des Lehrgangs auszubilden, was sich dann im Truppenalltag der zukünftigen Chefs wiederspiegeln kann.

Die Trainingsteilnehmenden sitzen im U-Raum, vor ihnen steht ein ziviler Dozent

Heterogenität bringe den Vorteil der Außenansicht, betont Ausbilder Richter die Wichtigkeit der Vielfalt in seinem Lehrgang.

Bundeswehr/Petra Reiter

Zweimal im Jahr wird der vierwöchige sogenannte Cheflehrgang an der Logistikschule der Bundeswehr, die zentrale Lehreinrichtung für Logistiker der Bundeswehr in der Streitkräftebasis, durchgeführt. Oberstleutnant Marcel Richter ist für diesen „Cheflehrgang“ Ausbilder, mittlerweile im vierten Durchgang. Seine Schüler:  Vom Hauptmann bis zum Major und vergleichbar vom Kapitänleutnant bis zum Korvettenkapitän. Der Blick über den Uniformtellerrand ist im Hinblick auf verschiedene Lösungsstrategien Gold wert“, erzählt Richter. Sein Lehrgang ist mit 14 Soldaten und einer Soldatin besetzt. Unter ihnen: Korvettenkapitän Benjamin Reichel. Er hat bereits vor einem Jahr die 1. Kompanie des Logistikbataillons 161 in Delmenhorst übernommen. Eng getaktete Einsätze vor seinem Job als Chef hätten ihm die Möglichkeit genommen, den Lehrgang vorher zu besuchen.

Erwartungen

Zwei Soldaten stehen in einem Unterrichtsraum, einer erzählt etwas

Seine Chefverwendung sei die zeitintensivste, aber auch schönste Zeit gewesen, erzählt Brigadegeneral Boris Nannt. Das sei die unmittelbare Führung des Personals. Hier neben ihm: Oberstleutnant Marcel Richter.

Bundeswehr/Petra Reiter

Die späte Teilnahme habe für den Marineuniformträger Vor- und Nachteile. So sei es vielfach wünschenswert gewesen, manche Aspekte vor der Kompanieübernahme gewusst zu haben. Jedoch schärfe der Abgleich mit bereits erworbenem Wissen die Selbstreflexion, so Reichel. Nach einem Jahr als Kompaniechef wollte der Kapitän Reichel bisherige Erfahrungen einordnen können: „Bin ich auf dem für mich richtigen Weg oder habe ich Nachholbedarf?“ Er wollte den Lehrgang als Messgrad für die eigene Wirkung in seinem Job nutzen. So hoffe er, ein Chef zu sein, der für seine Truppe verfügbar ist, dem man Vertrauen entgegenbringt. „Als Kompaniechef sollte man verantwortungsvoll mit der einhergehenden Machtfülle umgehen. Man sollte mit seiner Truppe alle Herausforderungen als Gemeinschaft stemmen.“ Diese Rahmenbedingungen vorzugeben, sei eine herausfordernde Aufgabe, der Reichel gerecht werden wolle.

Für die Praxis

Ein Soldat steht für ein Medientraining vor einer Kamera, Medientrainer und Kameramann stehen hinter und neben der Kamera

Neben den logistischen Themen erhalten die Trainingsteilnehmenden einen Einblick in das immer wichtiger werden Thema. Umgang mit den Medien. Da hier die Mimik eine wichtige Rolle spielt, durfte die MNB einen kurzen Augenblick ab.

Bundeswehr/Petra Reiter

Im ersten der beiden Lehrgangsmodule erhalten die Teilnehmenden einen 360°-Blick über die Führungsgrundgebiete auf der Ebene eines Kompaniechefs oder einer Kompaniechefin. Klassische Ausbildungsgebiete sind beispielsweise Personalwesen, Ausbildungsplanung, Führung, Organisation, Logistik aber auch, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. So wurden die Teilnehmenden beispielsweise mit der Situation konfrontiert, Interviews und Statements vor einer laufenden Kamera zu geben. Als Kompaniechef kann es, so Benjamin Reichel, schnell mal passieren, dass man mit Vertretern der Presse zusammenarbeiten darf. „Wenn man mit seiner Kompanie eine Feldeinsatzübung in der Patengemeinde durchführt, ist das öffentliche Interesse natürlich sehr groß“, unterstreicht Reichel die Wichtigkeit dieser Einweisung in die Informationsarbeit. Ebenso wichtig erachtet er den Unterricht im Haushalts- und Kassenwesen. „Ich muss wissen, welche Möglichkeiten ich habe, Gelder zu erhalten, um beispielsweise meine Soldatinnen und Soldaten im Bereich der Politischen Bildung aus- und fortbilden zu können.“

Zahnräder

Soldaten sitzen in einem Raum, an einer Wandkarte erklärt ein Soldat etwas

Das Logistische Übungszentrum stellt sich vor und zeigt den Trainingsteilnehmenden die Vielfältigkeit der einsatzvorbereitenden Übungen dort. Für Reichel eine unverzichtbare Übungslandschaft.

Bundeswehr/Petra Reiter

Themenschwerpunkte im zweiten Modul sind Einsatz und Führung. Vor dem Hintergrund der Landes- und Bündnisverteidigung, aber auch im internationalen Krisen- und Konfliktmanagement werden Kompaniechefs immer intensiver gefordert. Hierfür stehen Ausbildungsabschnitte im Logistischen Übungszentrum und im Joint Logistic Support Group Coordination and Training Centre, kurz: JCTC, auf dem Plan. Reichel kenne das Logistische Übungszentrum bereits: „Die Ausbildung dort war für mich nahezu unverzichtbar, um im Einsatz bestehen zu können.“ Im Cheflehrgang geht es jedoch vielmehr um die Vorstellung des Logistischen Übungszentrums mit seiner Ausbildungslandschaft, um den angehenden Kompaniechefs / Kompaniechefinnen einen Eindruck zu vermitteln, wie sie ihre Einheiten bestmöglich auf einen Übungsdurchgang vorbereiten. Dabei wurde ebenso ein Einblick in das Führungs- und Informationssystem mit seinen Schnittstellen und Zusammenhangsbeziehungen gegeben, wie auch ein Blick in die Zukunft mit dem zukünftigen Führungs-Informationssystem „Battlemanagenement System Sitaware“ geworfen.  Der Ausbildungsabschnitt am JCTC rundet als letzter Baustein den Blick in das Logistische System der Bundeswehr ab. Logistik auf multinationaler Ebene sei ebenso interessant und eine spannende Aufgabe: „Dass wir als Bundeswehr im Bündnisrahmen mit der Ausbildungseinrichtung des JCTC unter anderem unseren Beitrag dazu leisten, ist toll und wichtig“, unterstreicht Korvettenkapitän Reichel die Wichtigkeit dieser Ausbildungsinhalte.

Flexibler Abschluss

Soldaten sitzen in einem Raum an Computer und üben mit einem animierten Programm.

Beim virtuellen Üben im Virtual Battle Space, einem animierten Programm für Erkundungs- und Marschausbildung, bei dem - wie im Real life - jeder eine bestimmte Rolle übernimmt.

Bundeswehr/Petra Reiter

Seinen Abschluss findet der Lehrgang in einer Erkundungsausbildung und -übung im Gelände. Eisregen und spiegelglatte Straßen machten das in diesem Durchgang unmöglich. Safety first! „Wir waren flexibel und haben dann eine Groberkundung mit anderen Mitteln, wie Karten und Satellitenbildern, aus der Distanz durchgeführt“, erzählt Reichel. Immer unter dem Blickpunkt: Was kann ich wo logistisch machen und wo sind eventuelle Stolpersteine. Dennoch: Der Chef der 1.  Kompanie des Logistikbataillons 161 habe viele Anregungen für die Weiterentwicklung seiner Kompanie und seiner Truppe aus dem Lehrgang mitgenommen.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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