Streitkräftebasis

Transportfeldwebel versorgen Altraverdo

Transportfeldwebel versorgen Altraverdo

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
4 MIN

18 Lehrgangsteilnehmende und das Szenario Altraverdo. Es galt die Republik Altraverdo einmal mehr gegen den Aggressor zu verteidigen und mit Material und Unterstützung zu versorgen. Die Trainingsteilnehmenden des Grundlagenlehrgangs Transportfeldwebel an der Logistikschule der Bundeswehr sorgten für realen Nachschub für die virtuelle Republik.

Zwei zukünftige Transportfeldwebel lösen eine Transportsicherung auf einem Transportwagon bei Schneefall.

Trotz Schneefall nutzten die zukünftigen Transportfeldwebel jede Minute. Unter Realbedingungen übten die Soldaten auf der Bahnverladeanlage.

Bundeswehr/Brian Melzer

18 Trainingsteilnehmende und ein Szenario Altraverdo: Tonnenschwere Fahrzeuge werden schnell und zentimetergenau verladen, ganze Transportzüge müssen vor feindlichen Kräften aus Wislanien verladen werden. Es galt die Republik Altraverdo einmal mehr gegen den Aggressor zu verteidigen und mit Material und Unterstützung zu versorgen. Die Trainingsteilnehmenden des Grundlagenlehrgang Transportfeldwebel sorgten für realen Nachschub der Republik Altraverdo in der Verteidigung gegen Wislanien, den beiden virtuellen Ländern der Gefechtsführungsübungen der Bundeswehr.

Der Lehrgang hat mit seinem hohen praktischen Anteil ein besonderes Alleinstellungsmerkmal an der Logistikschule der Bundeswehr, die zentrale Lehr- und Ausbildungseinrichtung für Logistiker in der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Unter der Leitung von Hauptmann Kay Niemann lernen zukünftige Feldwebel und Bootsmänner nicht nur das Handwerkszeug und die Grundlagen für das Aufgabenfeld eines Transportfeldwebels. Er fordert den Lehrgangsteilnehmenden unter einsatznahen Szenarien, das Wissen aus dem klassischen Frontal- und Sandkastenunterricht, oft unter herausfordernden Bedingungen, richtig anzuwenden. Ich habe den Hörsaal 104 über einen Zeitraum von zwei Monaten begleitet und habe dabei gelernt, was es bedeutet, wenn man zukünftig die Verantwortung über das Material und Soldatinnen und Soldaten eines Transportzuges trägt.

Aus Fehlern lernen

Ein Soldat zeigt weiteren Soldaten bei einer Übung worauf sie bei einer Transportsicherung eines Fahrzeugs achten müssen.

Hauptfeldwebel Krause erklärte den Lehrgangsteilnehmenden die korrekte Verwendung einer Transportsicherung.

Bundeswehr/Brian Melzer

Neben zahlreichen Streckenabschnitten, an denen Lehr- und Übungsszenarien gestellt werden können, hat das Standortübungsgelände der Logistikschule in Garlstedt auch eine befahrbare Bahnverladerampe. Die ehemals am Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossene Anlage ermöglicht eine restriktionsfreie Übungsumgebung. Hier können, ohne größere Konsequenzen, Fehler beim Beladen eines Wagons absichtlich herbeigeführt werden, um diese im Praxisunterricht zu visualisieren. So wurden sogenannte „Multis“, vierachsige Transportlastwagen, auf eine transportwagongroße Holzplattform gefahren und mit bedornten Stahlkeilen gesichert. Um diese Stahlkeile in der Ladefläche eines Wagons zu fixieren, befahren die Soldaten diese mit ihrem Multi. Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefordert. Bei einem Einweisungsfehler oder einem technischen Defekt am Fahrzeug kann dieses von den Keilen und schlimmstenfalls vom Wagon rutschen. Dieses zugegebenermaßen eindrucksvolle Ereignis passierte den Lehrgangsteilnehmenden im ersten Übungsanlauf. Ein prägendes Erlebnis, welches die Soldatinnen und Soldaten sicherlich nachhaltig sensibilisierte.  

Fiktive Lage mit realen Anforderungen

Zwei Soldaten sichern ein Fahrzeug mit Transportketten auf einem Transportwagon.

Bei der Bahnverladeübung galt es unterschiedliche Sicherungsmethoden zu beherrschen. Je nach Fahrzeug müssen entsprechende Ketten zur richtigen Transportsicherung verwendet werden.

Bundeswehr/Brian Melzer

Im Rahmen des fiktiven Szenarios “Altraverdo” ging es für die Lehrgangsteilnehmenden zur echten Verladeübung nach Bergen-Belsen. An dieser geschichtsträchtigen Bahnverladeanlage hatten die Soldatinnen und Soldaten drei Tage um in einer realen Umgebung das Erlernte richtig umzusetzen. Unter Anweisung der Hörsaalfeldwebel lernten die Lehrgangsteilnehmenden, wie wichtig die Kommunikation zum örtlichen zivilen Wagenmeister ist und welche Besonderheiten die Übernahme eines sogenannten Militärbegleitwagons, kurz: MBW, beinhaltet. Denn: Der MBW verfügt neben Kabinen mit Schlafplätzen für sechs Soldaten, einen eigenen Dieselgenerator und eine kleine Küche mit Sprechfunkanlage. Somit kann der MBW auch als kleiner, autarker, Gefechtsstand genutzt werden. Der Schulkommandeur, Brigadegeneral Boris Nannt, besuchte den Hörsaal in Bergen. Bei persönlichen Gesprächen mit Hörsaalleitern und Lehrgangsteilnehmenden erkundigte er sich nach Herausforderungen und Lernerfolgen. Höhepunkt war die Verladung eines Bergepanzers. Das über 55 Tonnen schwere Kettenfahrzeug muss aufgrund eines Überhangs mittig und zentimetergenau auf einem Transportwagon ausgerichtet werden, bevor es im Schienenverkehr bewegt werden darf.

Zwischen Feuerwehrhaus und Kuhställen

Eine Soldatin weist zwei weitere Soldaten an einem Sicherungskasten eines Zugwagens ein.

Hilfe zur Selbsthilfe: Im Militärbegleitwagen erhielten die Lehrgangsteilnehmenden eine Einweisung in die Fehlersuche bei einer möglichen Störung.

Bundeswehr/Brian Melzer

Ortswechsel. In Lehnstedt, einer kleinen Ortschaft nördlich der Logistikschule in Garlstedt, mussten die Lehrgangsteilnehmenden eine ihnen unbekannte Ortschaft erkunden. Bei dieser Erkundung sollten die Soldatinnen und Soldaten einen sogenannten Verfügungsraum identifizieren. In diesem Verfügungsraum müssen Fahrzeuge und Soldaten eines Transportzuges auf Lagekarten so untergebracht werden, dass sie nur schwer von feindlichen Kräften entdeckt werden können. In einer abschließenden Prüfung wurde dieser geplante Verfügungsraum in einer Einweisung gegenüber einem Zugführer, hier der Hörsaalleiter, überzeugend verteidigt. Hierbei erklären die Soldatinnen und Soldaten, welche lokale Infrastruktur wie genutzt werden kann und welche Vorteile ihr gewählter Verfügungsraum bietet. Am Beispiel eines kleinen Bauernhofes bieten so große Maschinenhallen und leere Ställe mit festen Boden die Möglichkeit, Fahrzeuge eines Transportzuges unterzustellen um sie so einer Luftaufklärung von feindlichen Kräften zu entziehen.

Ein Abschluss mit Beförderung und Auszeichnung

Soldaten eines Feldwebellehrgangs werden befördert.

Die Beförderung bei Fakelschein war der abschließende Höhepunkt des Lehrgangs.

Bundeswehr/Brian Melzer

In dieser Prüfung fand der Grundlagenlehrgang Transportfeldwebel seinen Abschluss. Zu diesem gratulierte, der Lehrgruppenkommandeur der Lehrgruppe C, Oberstleutnant Thomas Meineke, im Schein von Fakelträgern den Lehrgangsteilnehmenden zum erfolgreichen Abschluss des Grundlagenlehrgangs. In diesem würdigen Rahmen wurden einige Teilnehmer auch zum Feldwebel oder Bootsmann befördert. Meineke unterstrich hierbei, dass dies auch der Aufstieg in eine neue Ebene der Führungsverantwortung für Mitmenschen und Material bedeute. Eine besondere Würdigung erhielt Feldwebel Alexander Ambrosi. Dieser schloss als Lehrgangsbester ab. Oberstleutnant Meineke überreichte ihm zu seinem Abschluss als Lehrgangsbester den Coin der Logistikschule der Bundeswehr.

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Ein Soldat lässt sich von einem weiteren Soldaten unterrichten.

Brigadegeneral Nannt ließ sich persönlich von einem Lehrgangsteilnehmer über den Fortschritt einer Übung unterrichten.

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Bergepanzer wird auf einem Wagon verladen.

Zum Schluss galt es mit fahrerischem Können einen Bergepanzer zentimetergenau auf einem Transportwagon auszurichten.

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Bergepanzer in einer verschneiten Umgebung.

Damit die Versorgung im Ernstfall funktioniert: Ohne einen Bergepanzer und Rettungssanitäter durfte die Übung an der Bahnverladeanlage nicht beginnen.

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Soldat zeigt weiteren Soldaten bei einer Übung wie ein Bauernhof genutzt werden kann.

Der Bauernhof als Verfügungsraum für Transportfeldwebel. Bei der Erkundungsübung lernten Lehrgangsteilnehmenden wie ein Bauernhof genutzt werden kann.

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Soldat hält einen Kompass in der Hand.

Bei der Erkundungsübung mussten die Lehrgangsteilnehmenden einen Kompass nutzen um einen Verfügungsraum zu ermitteln.

Bundeswehr/Brian Melzer
Zwei Soldaten geben Essensportionen an weitere Soldaten aus.

Ein kleiner Tageshöhepunkt war die Geländeverpflegung. Die Essensausgabe übernahmen die Lehrgangsteilnehmenden.

Bundeswehr/Brian Melzer

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