Streitkräftebasis

Reserve: Kooperation zwischen Bundeswehr und Wirtschaft

Reserve: Kooperation zwischen Bundeswehr und Wirtschaft

Das Ziel des Pilotprojektes „Kooperation der Bundeswehr mit Wirtschaft und Arbeitgebern“ ist, in Hessen verloren gegangene Verbindungen zur Wirtschaft wiederherzustellen, um über Bundeswehr und Reserve zu informieren und perspektivisch ehemalige Soldatinnen und Soldaten als qualifizierte Reservistendienstleistende zurückzugewinnen.

In einer gestellten Szene greifen zwei Soldaten, eine Soldatin und zwei Zivilistinnen ihre Arme ineinander.

Hand in Hand mit Wirtschaft und Arbeitgebern.

Bundeswehr/Andrea Bienert

Hintergrund

Eine Kooperation zwischen Bundeswehr und Wirtschaft allgemein gibt es zwar bereits seit Langem, allerdings in unterschiedlicher regionaler Ausprägung und Intensität und weder zentral organisiert noch koordiniert. Besonders im Bereich des freiwilligen Engagements von Reservistinnen und Reservisten hat dieses Thema mit der Aussetzung der Wehrpflicht zunehmend an Bedeutung gewonnen. Denn der vor 2011 besonders regional bestehende Personalkreislauf zwischen Bundeswehr und Wirtschaft ging dadurch verloren. Zusätzlich ist durch das Stationierungskonzept der Bundeswehr die Truppe in vielen Gebieten, so auch besonders in Hessen weitgehend aus dem Bewusstsein verschwunden.

Ziel und Durchführung

Das Ziel des vom Kommando Streitkräftebasis beauftragten Pilotprojekts „Kooperation der Bundeswehr mit Wirtschaft und Arbeitgebern“ auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte ist, in Hessen verloren gegangene Verbindungen zur Wirtschaft wiederherzustellen. So sollen neue Kontakte geknüpft und bestehende intensiviert werden, um über die Bundeswehr, respektive die Reserve zu informieren und perspektivisch ehemalige Soldatinnen und Soldaten als qualifizierte Reservistinnen und Reservisten für Reservistendienste und Ausbildungen zurückzugewinnen.

Das Landeskommando Hessen führt das Pilotprojekt mit einem Team aus Berufssoldaten und wirtschaftserfahrenen Reservisten bis Ende 2022 durch. Für die flächendeckende Umsetzung dieses Projektes ist es auf die Unterstützung von Experten und Expertinnen vor Ort, auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte, angewiesen. Da das Landeskommando Hessen durch seine 26 Kreisverbindungskommandos, kurz KVKKreisverbindungskommando, hessenweit bereits bestens vernetzt ist, werden diese umfassend in das Projekt mit einbezogen.
Die KVKKreisverbindungskommando-Angehörigen sind allesamt selbst Reservisten und hauptberuflich in Wirtschaft und öffentlichen Unternehmen tätig. Mitte September 2019 wurden die jeweiligen KVKKreisverbindungskommando-Leiter offiziell als „Beauftragte für die Kooperation der Bundeswehr mit Wirtschaft und Arbeitgebern“ ernannt. Als Ansprechstellen und „Main-Point-of- Contact“ sind sie für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zwischen Bundeswehr und Wirtschaft in ihren Landkreisen zuständig.

Win-win-Situationen schaffen

Im Umkehrschluss können auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber von der Expertise in der Bundeswehr profitieren - beispielsweise durch fachspezifische Lehrgänge oder die Möglichkeit, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in konjunkturschwachen Phasen für den Reservistendienst freizustellen. Währenddessen können diese sich bei der Bundeswehr beruflich weiter qualifizieren, zusätzliche Führungskompetenz entwickeln und die gewonnene Expertise dann in ihrem zivilen Beruf nutzen. Zusätzlich bietet die Bundeswehr besonderes Fachwissen für zahlreiche Branchen, zum Beispiel in der Logistik, im Bauwesen, oder der Cyber-Sicherheit.

Vier Soldaten im Gespräch

Brigadegeneral Olaf von Roeder, Generalmajor Carsten Breuer und Generalleutnant Jürgen Weigt bei der Auftaktveranstaltung des hessischen Pilotprojekts in Frankfurt.

Bundeswehr/Sascha Becker

Gesellschaftliche Verantwortung – Corporate Citizenship

Die Corona-Pandemie hat nachhaltig die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung verdeutlicht. Um im Notfall ausreichend qualifizierte Reservistinnen und Reservisten zu haben, ist es erforderlich, diese nicht nur in gewerblichen Unternehmen neu zu gewinnen. Berichtspflichtige Unternehmen und solche mit einer besonders hohen öffentlichen Wahrnehmung haben die Möglichkeit, die Freistellung von Reservistinnen und Reservisten als Teilerfüllung ihrer jährlichen Berichtspflicht abzubilden.

FAQFrequently Asked Questions

Die Ansprechstelle für das Pilotprojekt ist im Landeskommando Hessen unter der E-Mail-Adresse LKdoHEBeaBw-Wi-Arbg(at)Bundeswehr.org erreichbar.

  •  Ausgleich saisonal bedingter Schwankungen
  • Stärkung der Unternehmermarke
  • Berichtspflichtige Berücksichtigung im Corporate Citizenship
  • Zusätzliche Qualifikationen der Mitarbeitenden
  • Entwicklung von Soft-Skills, Leitungskompetenz
  • Stärkere Identifikation mit dem Unternehmen
  • Wachsende Zufriedenheit der Mitarbeitenden

Interessierte Reservistinnen und Reservisten finden in der BwBundeswehr-Community alle notwendigen Informationen https://bundeswehr.community/topics/16108/feed

Aktuell handelt es sich um ein Pilotprojekt, das am Beispiel eines mittelgroßen Bundeslandes mit einer sowohl ländlichen wie auch Ballungsraumwirtschaftsstruktur die Faktoren ermittelt, die erforderlich sind, um eine signifikant höhere Bereitschaft und Freistellung von Reservistinnen und Reservisten zu ermöglichen. Das Projekt läuft in dieser Form bis Ende 2022 und wird in einem Abschlussbericht münden, der umfassend Ergebnisse, Möglichkeiten und Anforderungen beschreibt. Diese Erkenntnisse werden dann genutzt, um die Grundlagen für eine bundesweite Ausdehnung ab 2023 zu legen.

weiterführende Links

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