Digitalisierung Step by Step: Personal

Digitalisierung Step by Step: Personal

  • Digitale Ausbildungsakademie
  • Führungsakademie der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

Die fünf Projektgruppen ITInformationstechnik, Infrastruktur, Organisation, Personal und Kultur eint ein Ziel: Sie wollen die Führungsakademie der Bundeswehr weiterentwickeln, sie begleiten auf dem Weg zur digitalen Ausbildungsakademie und aus der höchsten militärischen Ausbildungsstätte Deutschlands einen modernen Campus machen.

Die Grafik zeigt fünf Kreise. Vier sind ausgegraut. Abgebildet sind drei Menschen, stellvertretend für die Gruppe Personal

Fünf Projektgruppen wollen die Führungsakademie hin zur digitalen Ausbildungsakademie entwickeln. So auch der Bereich Personal

Grafik: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann

Viele Ideen sind seither entstanden. Einige davon wurden verworfen, andere wiederum in Steckbriefen manifestiert. Manche wurden beim zweiten Innovationslabor im Privathotel Lindtner und per Videokonferenz mit Teilnehmenden aus Bundeswehr, Wirtschaft und Behörden diskutiert. Welche Schwerpunkte die einzelnen Bereiche setzen, erfahren Sie in unserer Serie: Den Anfang macht die Projektgruppe Personal.

Digitalisierung ist mehr als Technik, Tools und Transformation. Es verändert nicht nur die Arbeitsweise eines Menschen, sondern auch die Art und Weise des Lernens. Dozierende, die ausschließlich an der Tafel stehen, viele Powerpoint-Folien präsentieren und zu Gruppenarbeiten animieren, müssen sich durch die technischen Errungenschaften immer mehr zu Lernbegleitenden entwickeln. Doch was heißt das? Die Projektgruppe Personal hat sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Ihr Leitbild lautet: „Persönlichkeiten entwickeln und Handlungssicherheit erzeugen.“ So unterteilte das Projektteam um Kapitän zur See Peter Görg seine Ideen erst einmal in drei Bereiche:

1) Grundlagen: Leitbild, Rollenverständnis und Kompetenzprofile
2) Qualifizierung und Befähigung der Lernbegleitenden
3) Personalauswahl und Personalentwicklung.

„Die Ideen mussten sich immer wieder an unserer Vision, unserem Leitbild messen lassen. Wenn das gepasst hat, haben wir die Ideen weiterverfolgt. Wenn es nicht zusammenpasste, haben wir sie verworfen“, erklärt Görg das Vorgehen. Elf Ideen sind übriggeblieben: „Wir betrachten nicht nur die Lernbegleitenden, sondern auch die Lehrgangsteilnehmenden. Wir orientieren uns an dem Kompetenzprofil der Bundeswehr. Abgeleitet aus einem Basiskompetenzprofil eines Stabsoffiziers wollen wir dann entsprechende Profile für Dozentinnen und Dozenten, Tutorinnen und Tutoren definieren.“ So galt es für die Online-Zuhörer, sich anfangs in die Lage eines Lernbegleitenden oder eines Lehrgangsteilnehmenden zu versetzen: Was braucht ein Lernbegleitender aus Sicht eines Dozenten? Und was sollte ein Lernbegleitender aus der Sichtweise eines Lehrgangsteilnehmenden mitbringen? Die Antworten reichten von „Handlungssicherheit bei neuen Lernmitteln“ über „Expertise im Thema“, „flexibel und agil sein“, „Empathie für das Personal“, „wertschätzende Interaktion“ bis hin zu „sich mit dem System, das eingesetzt wird, auskennen“.

Kapitän zur See Peter Görg steht an einem Pult, vor ihm ist ein Mikrofon aufgebaut und hinter ihm sind Tafeln mit Plakaten

Kapitän zur See Peter Görg leitet die Projektgruppe Personal, die den Schwerpunkt auf Lernbegleitende und Lehrgangsteilnehmende gelegt hat

Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel

Strukturierte Personalauswahl

„Wir kommen aus einer Welt, in der die Dozenten oder die Offiziere an die Führungsakademie versetzt werden. Welche Kompetenzen sie schon mitbringen, um als Lernbegleitende eingesetzt zu werden, sind häufig unklar. Wir wollen das Ganze strukturieren mit unseren Ideen – nicht nur vom Einsatz her, sondern auch schon von der Personalauswahl“, sagt der Projektleiter. Dafür sind die Rollen und die damit einhergehenden Kompetenzprofile bedeutend. Sobald ein Dozent oder eine Dozention an die Führungsakademie kommt, wird auf dieser Grundlage geschaut, was er noch für eine Ausbildung in den Bereichen Methodik/Didaktik, Technik, an Lernmethoden im virtuellen Raum und in der Präsenzlehre benötigt. Im vergangenen halben Jahr wurde den Dozierenden bewusst vor Augen geführt, was sie im digitalen Umfeld können und beherrschen müssen. „Ich glaube der Prozess ist im vollen Gange und bei Weitem nicht abgeschlossen“, ergänzt Oberstleutnant Markus Neske.

Heike Bühring hält ein Mikrofon in der Hand und spricht zum Publikum

Lehrgangsteilnehmende sind nicht gleich Lehrgangsteilnehmende. Diese Gruppe ist laut Regierungsdirektorin Heike Bühring heterogen

Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel

Die Rollen der Lernbegleitenden und Lehrgangsteilnehmenden

Neben der Rolle einer Dozentin oder eines Dozenten muss auch die Rolle des Lehrgangsteilnehmenden mehr in den Fokus gerückt werden. So unterscheidet Regierungsdirektorin Heike Bühring zwischen Lehrgangsteilnehmenden im Präsenzunterricht und im digitalen Raum. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass sich die Gruppe der Lehrgangsteilnehmenden heterogen zusammensetzt. So gibt es zivile und militärische Teilnehmende. Des Weiteren unterscheide sich die Lehrgangsdauer erheblich. Wie vielfältig die Aufgaben sowohl eines Lernbegleitenden als auch eines Lehrgangsteilnehmenden sind, macht Oberstleutnant Wolfgang Scherler noch einmal deutlich: Der Lernbegleitende müsse einen Spagat leisten in den Bereichen Wissensvermittlung, Kompetenzerwerb und Potenzialabschätzung. So solle der Dozent oder die Dozentin während der Wissensvermittlung auch noch die Lehrgangsteilnehmenden beobachten beziehungsweise beurteilen. Hier gibt es durchaus Widersprüche in der Rollenwahrnehmung und -umsetzung, die es aufzulösen gilt. Denn der Lehrgangsteilnehmende ist Wissenskonsument, Kompetenzerwerber und gleichzeitig auch Kandidat für einen Auswahlprozess. Kein leichtes Unterfangen.

von Sophie Düsing  E-Mail schreiben

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