Praktikantin schnuppert „Bundeswehrluft“ an der Führungsakademie

Praktikantin schnuppert „Bundeswehrluft“ an der Führungsakademie

  • Menschen
  • Führungsakademie der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

Mit Menschen in Uniformen und mit Dienstgraden hatte Lea Jebram vorher kaum Berührungspunkte. Doch das sollte sich bei ihrem Praktikum an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg schnell ändern. Ein Gespräch mit einem Freund der Familie, der an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland arbeitet, brachte die Psychologiestudentin erst auf die Idee, sich dort zu bewerben. Sie meldete sich bei Diplom-Psychologin Melanie Schulz. Diese leitet das Dezernat Persönlichkeitsentwicklung und Beratung, kurz PEB. Genau jener Bereich, der mithilfe von Coaching-Methoden die individuellen Fähigkeiten von zivilen und militärischen Führungskräften ausbauen möchte. Ein fünfköpfiges Team berät Interessierte zu verschiedenen Fragestellungen, beispielsweise: Wie kann ich besser kommunizieren? Wie kann ich Situationen aus meiner Vergangenheit verarbeiten? Und was ist eine gute Work-Life-Balance?

Lea Jebram sitzt auf einer Mauer im Freien und hat ihren Laptop auf dem Schoß

„Bundeswehr-Luft geschnuppert“: Lea Jebram unterstützte als Praktikantin das Dezernat Persönlichkeitsentwicklung und Beratung

Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann

Lea Jebram lernte das junge Dezernat, das im Oktober 2018 an der Führungsakademie der Bundeswehr ins Leben gerufen wurde, erst einmal kennen. Schnell wurde sie mit einem Projekt vertraut. Sie soll die Arbeit von PEB genauer unter die Lupe nehmen und dafür einen Fragebogen entwickeln. Aus ihrem dreimonatigem Pflichtpraktikum, das sie für ihren Bachelorabschluss benötigte, wurden nun sechs Monate. Denn sie durfte das ihr anvertraute Projekt in ihre Bachelorarbeit verwandeln. „Ich hatte unglaublich Lust darauf, mich in diese Sache reinzuarbeiten, selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen und dafür auch verantwortlich zu sein“, sagt Jebram. Sie recherchierte viel und tauschte sich mit den Angehörigen des Dezernates aus. Schließlich sollten die Fragen so formuliert werden, dass PEB daraus später Rückschlüsse für die weitere Arbeit ziehen kann. „Der Fragebogen richtete sich an Personen, die an den Beratungen teilgenommen hatten, aber auch an Leute, die das Angebot noch nicht für sich entdeckt haben“, sagt die gebürtige Hamburgerin. Rund 70 Personen nahmen an der Befragung teil.

These aufgestellt

„Für uns ist es interessant zu sehen, wie wir als Dezernat wahrgenommen werden und wie unsere Arbeit gesehen wird. Was gibt es für Punkte, die wir verbessern können, was sollten wir nicht verändern, weil es gut läuft und welche Gründe werden aufgeführt, das Angebot nicht wahrzunehmen“, erklärt die Leiterin des Dezernates PEB, Regierungsdirektorin Melanie Schulz. Auch die Einstellung der Mitarbeiter zum Thema Beratung wurde bei der Evaluation aufgegriffen: „Unsere These ist: Wenn das ‚organisationale Commitment‘ gut ist, es also unterstützt wird, dass Beratung mit Coaching-Methoden etwas Positives ist und es wertgeschätzt wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich jemand für eine solche Maßnahme entscheidet.“

Auf einem Computermonitor wird ein Fragebogen angezeigt

Mithilfe eines Fragebogens wurde unter anderem untersucht, wie das Beratungsangebot an der Führungsakademie der Bundeswehr wahrgenommen wird

Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann

Dankbar für die Unterstützung

Sechs Monate zwischen Arbeiten im Büro und Homeoffice sind mittlerweile vergangen. Lea Jebram ist in den letzten Zügen ihrer Bachelorarbeit. Der Abgabetermin rückt immer näher. Viel hat sie über das Dezernat PEB und die Bundeswehr gelernt. „Meine Meinung zur Bundeswehr war vorher neutral. Ich bin jedoch positiv überrascht gewesen von der Freundlichkeit, die hier herrscht. Ich wurde – egal ob man mich kannte oder nicht – freundlich gegrüßt. Das ist ein positives Gefühl, das ich mit rausnehmen werde.“ Sie ist dankbar darüber, dass sie von der Verwaltung dabei unterstützt wurde, das Praktikum zu verlängern. Gleiches gilt sowohl für die gute Zusammenarbeit mit der Abteilung Qualitätsmanagement, die ihr bei der technischen Umsetzung des Fragebogens half, als auch für die Freiwilligen, die den Fragebogen ausgefüllt haben.

Regierungsdirektorin Melanie Schulz (rechts) tauscht sich mit ihrer Praktikantin Lea Jebram auf dem Kasernengelände aus

Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann

Angebot unterbreitet

„Ich habe hier zudem viel Input bekommen. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass mein Input sehr gut angenommen wird und auch erwünscht war. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man als Praktikantin nicht nur etwas mitnehmen kann, sondern auch etwas mitgeben kann. Da fühlt man sich wertgeschätzt und das war von Anfang an hier der Fall“, sagt Lea Jebram. Nach ihrem Bachelor möchte sie ihren Master absolvieren, so die 23-Jährige. „Wir haben ihr schon das Angebot unterbreitet, dass sie ihre Masterarbeit bei uns im Bereich schreiben kann“, sagt Melanie Schulz. Ob sie das Angebot annehmen wird, kann Lea Jebram im Moment noch nicht sagen. „Ich würde es auf jeden Fall nicht ausschließen, hier nochmal zurückzukommen“, sagt die Studentin mit einem Lächeln.

von Sophie Düsing  E-Mail schreiben