Digitalisierung der Truppenübungsplätze - Projekt geht in die zweite Untersuchungsphase

Digitalisierung der Truppenübungsplätze - Projekt geht in die zweite Untersuchungsphase

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Vorfreude und ein wenig Spannung lagen in der Luft. Grund dafür war das zweite Experiment des CD&EConcept Development and Experimentation-Projekts „Vernetzung und Digitalisierung der Truppenübungsplätze zur Verbesserung der Gefechts- und Schießausbildung“. Nach vielen Videokonferenzen und WebEx-Meetings war die Präsensveranstaltung in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn eine willkommene Abwechslung. Ziel war es die Prozesse einer Brigadeübung im zukünftigen „Soll“ zu untersuchen.

Ein Soldat sitzt unter Rotlicht im Gefechtssimulator

Vernetzung und Digitalisierung der Truppenübungsplätze zur Verbesserung der Gefechts- und Schießausbildung

Bundeswehr/Marco Dorow

Das Projekt des Planungsamtes der Bundeswehr wird in mehreren Schritten durchgeführt. Das erste Limited Objective Experiment (LOE) Anfang des Jahres untersuchte im Schwerpunkt den IST-Prozess der Planung einer Brigadeübung. Das zweite LOE hatte sich zum Ziel gesetzt Möglichkeiten zu erarbeiten, wie die identifizierten Defizite auf den Truppenübungsplätzen mit Hilfe von Digitalisierung, Simulation und Vernetzung verbessert werden können. Abschließend werden in einem dritten LOE die Verbesserungsmöglichkeiten auf ihren Mehrwert überprüft.

Im ersten Experiment wurden 19 Defizite festgestellt. Daraus lassen sich folgende Problemfelder ableiten:

  1. Die tatsächliche Verfügbarkeit von Personal und Material, um eine Brigadeübung durchzuführen.
  2. Regularien zum sicheren Üben verschiedener Fähigkeiten im Inland (z.B. Steilfeuer).
  3. Die mögliche Überbelastung durch gleichzeitiges Bereitstellen von Übungstruppe, Realorganisation sowie Rahmenleitorganisation aufgrund ablauforganisatorischer Maßnahmen.
  4. Lange und komplexe Planungsverfahren auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Tools und Datenbanken, um Brigadeübungen durchzuführen.
  5. Bottlenecks, während Brigadeübungen durchgeführt werden (z.B. Tätigkeiten Schiedsrichterdienst).
  6. Den sinnvollen und reibungslosen Übungsablauf sicherzustellen, bei steigender Komplexität und möglicher Fehlerquellen, je umfassender geübt wird.

Vom Defizit zur Lösung

An dem zweitägigen LOE nahmen zwölf Experten aus verschiedenen Bereichen teil - von der Übungsplatzkommandantur über das Gefechtsübungszentrum Heer sowie dem Gefechtssimulationszentrum Heer und dem Amt für Heeresentwicklung bis hin zum G3 einer Brigade. Aufgabe war es, Lösungen für die identifizierten Defizite des ersten LOE zu finden.

Dem offenen Denken wurde hierbei keine Grenzen gesetzt. So spielte es keine Rolle, ob die Technik bzw. Simulatoren nach dem heutigen Stand der Dinge bereits existieren. In dem Planspiel wurden Lösungen für Probleme gesucht und gefunden mit dem Ergebnis, dass alle identifizierten Defizite mit Mitteln der Digitalisierung, Vernetzung und Simulation mittelfristig behoben werden könnten.

Eine Grafik stellt den Aufbau eines Truppenübungsplatz dar.

Abb: Schematische Darstellung des Lagebildes

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Ein gemeinsames digitales Lagebild für eine Übungstruppe, Rahmenleitorganisation und Realversorgung hat sich als zentrales Element für die Adaption weiterer technischer Systeme der Digitalisierung, Vernetzung und Simulation erwiesen.

Das zweite zentrale Element für eine sinnvolle Nutzung von Vernetzung und Simulation ist Augmented Reality. Dies bietet eine Chance zur zukunftssicheren Entwicklung und gleichzeitigen Lösung einer Vielzahl von Defiziten durch realistische Zieldarstellung mittels Augmented Reality.

Es wird zu prüfen sein, ob autonome Roboterziele eine Übergangslösung darstellen könnten, bis eine Realisierung von Augmented Reality oder einer anderen virtuellen Lösung für die Truppe verfügbar ist.

Ebenso muss geprüft werden, an welchen Orten und für welche Nutzergruppen die Einführung zuerst stattfinden muss. So wäre denkbar, dass eine virtuelle Zieldarstellung für einen Schützen- oder Kampfpanzer einen höheren Mehrwert hat als für einen einzelnen Schützen, da für großes Gerät bzw. großes Kaliber Übungen mit mehr Einschränkungen verbunden sind.

Ein gemeinsames Tool um Übungen zu planen, durchzuführen und nachzubereiten, würde den Prozess und damit die Ergebnisse erwartungsgemäß verbessern.

In der abschließenden Diskussion der Lösungen wurde festgestellt, dass die Technik für Teillösungen, zumindest in der Güte eines Demonstrators, bereits in der Bundeswehr verfügbar ist. Anschließend fanden sich die Experten aus dem Bereich Simulation sowie das CD&EConcept Development and Experimentation-Team zu einem Brainstorming zusammen, um Möglichkeiten einer experimentellen Überprüfung der beschriebenen Lösungen zu erarbeiten. Im Fokus stand dabei der operationelle Mehrwert und weniger die technische Reife der Systeme. Die Ergebnisse fließen in die Planung des dritten LOE ein.

Das gesteckte Ziel konnte in den zwei Tagen erreicht werden. Neben zahlreichen Anstößen für die weitere Arbeit wurde auch die Gelegenheit zum Netzwerken genutzt. Das zweite LOE endete mit einem Ausblick auf das kommende LOE mit dem Titel „Soll-Ist-Vergleich“.


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