Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr

Cover des Buches Leben nach Afgahanistan, zwei Soldaten laufen neben einer Schutzmauer

Anja Seiffert und Julius Heß: Leben nach Afghanistan. Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr

ZMSBw 2020

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr begleitete und befragte die Angehörigen des 22.  Kontingents ISAFInternational Security Assistance Force über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren – vor dem Einsatz, während des Einsatzes in Afghanistan, etwa sechs Wochen nach der Rückkehr und dann nochmals drei Jahre später.

Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild des Einsatzes und der Lebensrealität von (Einsatz-)Soldaten und Veteranen. Die Einsatzrückkehrer haben die Erfahrungen des Einsatzes überwiegend positiv in ihr Selbstbild integriert. Viele sagen, an dem Einsatz gewachsen zu sein, fühlen sich gelassener, psychisch belastbarer und wissen das Leben in Deutschland jetzt mehr zu schätzen. Das gilt aber nicht für alle Soldaten und Veteranen des Kontingents. Ein kleinerer Teil berichtet von anhaltenden körperlichen oder seelischen Verletzungen sowie von Fremdheitsgefühlen im Alltag. Die Kontingentangehörigen haben eine der intensivsten Phasen des Engagements der Bundeswehr in Afghanistan erlebt. Das ist an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen. Vielen fällt es schwer, außerhalb des Kameradenkreis über ihre Erfahrungen zu sprechen. Dennoch würde eine Mehrzahl erneut freiwillig in den Einsatz gehen.

Die Einsatzrückkehrer sind ganz überwiegend stolz auf das, was sie und ihre Kameraden geleistet haben. Die Bilanz des Afghanistaneinsatzes fällt jedoch insgesamt gemischt aus. Besonders die Ausbildungs- und Schutzkräfte sind skeptisch und halten ein robustes Vorgehen weiterhin für notwendig. Die meisten Einsatzrückkehrer sehen dafür allerdings keinen politischen und gesellschaftlichen Rückhalt – und sie vermissen Anerkennung durch die deutsche Politik und Gesellschaft.

Zu den Autoren

Dr. Anja Seiffert studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Göttingen und Berlin. Promotion in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. an der Freien Universität Berlin, am SOWISozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr und wissenschaftliche Referentin und Büroleiterin im Bundestag. Seit Ende 2009 Projektbereichsleiterin »Einsatzbegleitung und Einsatzdokumentation« und Leiterin des Projektes ISAFInternational Security Assistance Force 2010 am SOWISozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr/ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

Dr. Julius Heß studierte Soziologie, Geschichte und Philosophie in Hamburg und Paris. Abgeschlossenes Promotionsprojekt zur quantitativen Gewaltursachenforschung. Von 2012 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projektbereich »Einsatzbegleitung und Einsatzdokumentation« am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Seit Oktober 2019 Referent im Auswärtigen Amt.

Angaben zum Buch

Anja Seiffert und Julius Heß, Leben nach Afghanistan. Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr, Potsdam: ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr 2020, 383 Seiten, 15,90 Euro, ISBN 978-3-9415-71-38-9

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis: Leben nach Afghanistan (PDF, 133,1 KB)

Die Studie als Download

Studie „Leben nach Afghanistan“ (PDF, 12,2 MB)