Museumswesen in der Bundeswehr

Museumswesen in der Bundeswehr

  • Waffen
  • Ausstellung
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5 MIN

Kontakt: ZMSBwMuseumswesen@bundeswehr.org

Ausstellungen vermitteln die Geschichte in veranschaulichenden Inszenierungen, die beim Betrachter besonders tief im Gedächtnis haften bleiben. Deshalb kommt dem Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr bei der Vermittlung von Historischer Bildung aber auch bei der Traditionsbildung und Pflege ein besonderer Platz zu.

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, die Museen und die Sammlungen

Ein Gebirgsjäger mit seiner persönlichen Ausrüstung um 1960.

Die Militärgeschichtliche Sammlung in Bischofswiesen zeigt die Geschichte der Gebirgstruppe der Bundeswehr mit anschaulichen Inszenierungen; hier: ein Gebirgsjäger in der Aufbauphase der Bundeswehr, ca. 1960.

ZMSBw/Schilling 2019

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr setzt mit seinen zentralen Richtlinien und Weisungen die strategischen Vorgaben des BMVgBundesministerium der Verteidigung im Museums- und Sammlungswesen um und überwacht die Leitfunktion des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr.
Im eigens dafür in der Abteilung Bildung geschaffenen Referat Museums- und Sammlungswesen führt der Beauftragte für das Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr („BeaMuS“) den Vorsitz im Museums- und Sammlungsverbund der Bundeswehr. Von hier aus werden die Lehr- und Militärgeschichtlichen Sammlungen sowie die Regionalen Ausstellungen der Bundeswehr konzeptionell gesteuert.
Dem ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr führt das MHM in Dresden und seine Außenstellen auf dem Flugplatz Berlin-Gatow und der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge.

Zugleich obliegt ihm aber auch die Fachaufsicht über den Museums- und Sammlungsverbund mit seinen über 100 Lehrsammlungen, Militärgeschichtlichen Sammlungen und Regionalen Ausstellungen.

Im Referat Museums- und Sammlungswesen der Abteilung Bildung laufen alle Fäden der musealen Geschichtsdarstellung in der Bundeswehr zusammen. Hier wird der Museums- und Sammlungsverbund gesteuert, um die Museen und Sammlungen der Bundeswehr als lebendige Lernorte für die Historische Bildung wirksam  und Militärgeschichte für Angehörige der Bundeswehr ebenso wie für die breite Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Sammlungsverbund und Leitmuseum

Zur optimalen Steuerung des Sammlungswesens arbeitet das Referat im ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr mit dem MHM als Leitmuseum im Sammlungsverbund und den Sammlungsbeauftragten der Organisationsbereiche der Bundeswehr in einer Koordinierungsgruppe eng zusammen. In turnusmäßigen Besprechungen werden die notwendigen Weisungen zum Museums- und Sammlungswesen abgestimmt, Entwicklungslinien festgelegt sowie Sachfragen und Probleme beraten.

Karte Sammlungen in der Bundeswehr

Die Karte zeigt die Standorte aller Sammlungen, die in der Bundeswehr bestehen (Stand 2019).

ZMSBw / Nogli 2019

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr führt die Fachaufsicht über den Sammlungsverbund der Bundeswehr. Dem Verbund gehören derzeit über 100 unterschiedliche Sammlungen und Ausstellungen an. Sie vermitteln die Geschichte der Teilstreitkräfte, der Waffengattungen, einzelner Verbände, Regionen und Standorte. Ihnen kommt damit eine wichtige Aufgabe bei der Ausbildung und der Historischen Bildung der Bundeswehrangehörigen zu. Zugleich dienen sie der Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr, unterstützen die Vermittlung des Traditionsverständnisses und helfen bei der Traditionspflege in den Dienststellen.

Letztendlich vermitteln die Sammlungen zudem das Bild der Bundeswehr, ihres Auftrages und ihres Selbstverständnisses in der Öffentlichkeit. Damit sind sie ein wichtiger Mittler zwischen Armee und Gesellschaft.

Beratung und Koordinierung

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und das Leitmuseum MHM beraten die Dienststellen bei der Gestaltung der Ausstellung und der Bewahrung der historischen Objekte. Zudem bietet das MHM Schulungen für Sammlungsleiter, zur Gestaltung Regionaler Ausstellungen oder zu einzelnen Fachfragen im Museumswesen an und fördert damit die Qualität der Sammlungen in den Bundeswehrdienststellen. Jährlich findet zudem im Museums- und Sammlungsverbund eine Tagung statt, die der Weiterbildung sowie dem Informations- und Erfahrungsaustausch mit den Sammlungsbeauftragten und den Sammlungsleitenden dient. 

Gestaltungshilfen für den Aufbau Militärhistorischer Sammlungen finden Sie im Handbuch Aufbau einer Militaergeschichtlichen Sammlung (PDF, 1,7 MB)

Vorschriften zum Museums- und Sammlungswesen in der Bundeswehr finden Sie hier:
Zentrale Dienstvorschrift Museums- und Sammlungswesen (PDF, 629,2 KB)
Zentralrichtlinie Genehmigung von Sammlungen (PDF, 636,8 KB)
Zentralrichtlinie Museums- und Sammlungsverbund (PDF, 525,7 KB)

Referatsleiter: Wiss. Direktor Dr. Torsten Diedrich, Beauftragter für das Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr

Das Militärhiostorische Museum in Desden wurde 2005 bis 2011 durch den Architekten Daniel Liebeskind umfassend neu konstruiert.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr ist das größte Militärmuseum Deutschland.

ZMSBw/Schilling 2019

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHM) gehört zu den bedeutendsten Geschichtsmuseen Europas. Im Zentrum seiner Ausstellungen stehen der Mensch und die Frage nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt. Neben der Dauerausstellung beleuchten auch regelmäßige Sonderausstellungen neue Forschungsfelder.
Über 10.000 Exponate erzählen bewegende Geschichten vom hohen Mittelalter bis heute. Sie werden umrahmt von der einzigartigen Architektur des Stararchitekten Daniel Libeskind. Sein keilförmiger Neubau durchbricht die Fassade eines ursprünglichen Arsenalgebäudes aus dem 19. Jahrhundert.
Das MHM hat den Auftrag, die deutsche Militärgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart im historischen Gesamtzusammenhang darzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf der militärischen Entwicklung in Deutschland seit 1945. Hier steht die Geschichte der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee und ihre Einbindung in die jeweiligen Bündnissysteme im MIttelpunkt. Auch die heutige Rolle der Bundeswehr wird betrachtet. Denn: Neben dem Auftrag zum Ausstellen gehören Bildung und Forschung sowie Sammeln, Bewahren und Erhalten zur übergeordneten Aufgabe des MHM.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Museums

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr - Flugplatz Berlin-Gatow

Halle 3 Bild 001 am 24042018

Die Interimsausstellung "Zwischenlandung" bietet im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr - Flugplatz Gatow einen guten Überblick über die Geschichte der deutschen Militärfliegerei seit den Anfängen.

MHM-Flugplatz Gatow 2019

Das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow befindet sich auf einem denkmalgeschützten historischen Flugplatz aus den 1930er Jahren. Es bietet eine Ausstellung zur Geschichte der deutschen militärischen Luftfahrt und der Luftstreitkräfte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein wichtiges Thema ist zudem die Geschichte der Berliner Luftbrücke 1948/49. Bei der logistischen Meisterleistung der Alliierten zur Versorgung der Berliner Bevölkerung spielte der Flugplatz Gatow eine bedeutende Rolle.
Auf dem ehemaligen Flugfeld und in seinen Hangars befindet sich eine umfangreiche Sammlung von Militärluftfahrzeugen und Flugabwehrsystemen seit dem Ersten Weltkrieg. Anzahl und Vielfalt der Waffen und Geräte beider Bündnisse aus der Zeit der Blockkonfrontation sind weltweit einzigartig.
Zur Gatower Sammlung gehören heute über 600.000 Exponate, darunter 214 Luftfahrzeuge, 66 Flugabwehrraketensysteme, Radargeräte und andere Großgeräte sowie Schriftgut, Kunst, Uniformen, persönliche Nachlässe und Ausbildungsmaterialien. Regelmäßige Sonderausstellungen fragen gezielt nach der Rolle des Menschen im Krieg in der Luft – und aus der Luft.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Museums.

Unsere Partner

Zu nicht wenigen Museen in Deutschland besitzen das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wie auch das MHM partnerschaftliche Beziehungen. Der Informationsaustausch aber auch die gegenseitige Unterstützung, beispielsweise durch die Bereitstellung von Exponaten, gehören dazu.
Diese Museen haben in ihrer Region oftmals nicht nur eine herausragende Bedeutung für den Tourismus. Sie unterstützen auch die Bundeswehr im Rahmen der Historischen Bildung.

Zu diesen Partner zählen vor allem
das Deutsche Marinemuseum in Wilhelmshaven,
das Deutsche Panzermuseum in Munster,
das Hubschraubermuseum in Bückeburg und
das Aeronauticum in Nordholz.

Darüber hinaus sind das Bayerische Armeemuseum in Ingolstadt und das Wehrgeschichtliche Museum in Rastatt dem ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und der Sammlungslandschaft der Bundeswehr seit Jahrzehnten eng verbunden.