Kooperationen des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Unsere Partner in Wissenschaft und Forschung

Internationale Kommission für Militärgeschichte

Die Deutsche Kommission für Militärgeschichte

Das Erkennungszeichen der Commission Interntionale d'Historie Militaire
CIHM/ZMSBw 2019

Die Deutsche Kommission für Militärgeschichte (offiziell: Kommission für Militärgeschichte der Bundesrepublik Deutschland) ist ein Zusammenschluss von Historikerinnen und Historikern, die auf dem Feld der Militärgeschichte arbeiten. Ihr Zweck ist die Förderung dieser historischen Teildisziplin. Die Kommission will dabei eine Plattform sein, um Ideen von und für Militärhistorikerinnen und Militärhistoriker (im weitesten Sinn) auszutauschen und versteht sich als Instrument der „neuen Militärgeschichte“, die neben klassisch kriegshistorischen auch alle anderen Aspekte der militärischen Geschichtsforschung umfasst. Die Deutsche Kommission führt jährlich einen Workshop mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten durch.
An der Spitze der Kommission steht qua Amt der Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Für die laufende Geschäftsführung ist der Generalsekretär Dr. Peter Lieb verantwortlich.
Historikerinnen und Historiker können Mitglied in der Kommission werden, wenn sie sich durch militärgeschichtliches Arbeiten wissenschaftlich ausgewiesen haben. Zur Aufnahme in die Kommission müssen sie von einem Mitglied vorgeschlagen werden; über den Antrag wird auf der Jahresmitgliederversammlung entschieden. Derzeit zählt die Deutsche Kommission knapp 100 Mitglieder.

Die Deutsche Kommission ist Teil der International Commission for Military History – Comité international d’histoire militaire (ICMH – CIHM), einer internationalen Vereinigung unter den Auspizien der UNESCO zur Förderung vor allem vergleichender militärhistorischer Forschungen, Publikationen und Unterrichtsbehelfe auf globaler Basis.

Die ICHM – CIHM hat unter dem Vorstand drei ständige Komitees – für Bibliographie, Archivwesen und Unterricht – die wichtige Informationen und Kontakte für alle Mitglieder anbieten. Derzeit gehören der ICHM – CIHM über 40 nationale Kommissionen an, in denen Militärhistorikerinnen und Militärhistoriker aus den Mitgliedsstaaten vertreten sind. Diese nationalen Kommissionen sind Grundlage und Stärke der Arbeit der ICHM – CIHM. Die nationalen Kommissionen sind in Zusammensetzung, Organisation und Aktivitäten autonom. Die Deutsche Kommission für Militärgeschichte ist die mitgliederstärkste Kommission in der ICHM – CIHM.

Die ICHM – CIHM veranstaltet jährlich eine mehrtägige internationale Tagung, die jeweils von einer nationalen Kommission organisiert wird. 2020 soll die Jahrestagung in Poznań (Polen) stattfinden, 2021 in Athen (Griechenland).


Forschungen zum Afghanistan-Einsatz

Akteneinsicht Afghanistan 2001-2014

Eine Kooperation mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr

ISAF-Logo

Das ISAFInternational Security Assistance Force-Logo zeigt auch den paschtunischen Schriftzug: کمک او همکاری, Komak aw Hamkāri, der mit „Hilfe und Kooperation“ übersetzt wird.

NATO

Die Forschenden des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr haben die Aufgabe, die jüngste deutsche Militärgeschichte zu (be-)schreiben. Dazu gehört selbstverständlich auch der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan in den Jahren 2001 bis 2014, vor allem im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAFInternational Security Assistance Force). Die dafür notwendigen militärischen Akten liegen überwiegend beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Um den Forschenden nun einen Aktenzugang zu ermöglichen, vereinbarten das Einsatzführungskommando und das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr im Oktober 2020 eine Kooperation. Damit wird den Forschenden des Zentrums ermöglicht, Zugang zu Dokumenten über den Afghanistan-Einsatz zu erhalten, um ihn zu untersuchen, zu analysieren und zu beschreiben.

Der Befehlshaber des EinsFüKdoBw, Generalleutnant Erich Pfeffer und der Kommandeur des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann markierten mit der Kooperationsurkunde einen großen Schritt für die Forschenden des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Damit werden künftig Projekte in Form wissenschaftlicher Publikationen, Doktorarbeiten und Habilitationen weiter vorangebracht.

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung des ZMSBw mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Generalleutnant Erich Pfeffer (links) und Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam

ZMSBw / Matthiolius 2020


Kooperation mit der österreichischen Landesverteidigungsakademie

Seit den 1970er Jahre gab es eine sehr kollegiale und ertragreiche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen österreichischen Militärhistorikern und Angehörigen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, die zumeist aufgrund von persönlichen Kontakten gepflegt wurden. Johann Christoph Allmeyer-Beck, Manfried Rauchensteiner, Erwin A. Schmidl, Felix Schneider und Christian Ortner sind sicherlich die prominentesten Wissenschaftler der Alpenrepublik, die auch regelmäßig an der Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG) teilnahmen.

Stiftskaserne Wien

Die Stiftskaserne im Wiener Stadtteil Neubau ist Sitz der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres.

(Österreichisches) Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport

Um diese eher losen Kontakte zu verfestigen, wurde am 2. April 2014 ein von beiden Verteidigungsministerien genehmigtes Kooperationsabkommen zwischen dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und der Landesverteidigungsakademie des österreichischen Bundesheeres in Wien geschlossen. Ziel dieses Abkommens ist es, „die Zusammenarbeit zwischen [den beiden Institutionen] in Bereichen von gemeinsamen Interessen zu stärken; insbesondere angesichts ihrer Tätigkeit in Forschung und Ausbildung auf den Gebieten der Militärgeschichte und Sozial- und Humanwissenschaften.“

Um dieser Kooperation einen angemessenen Rahmen zu geben, ist u.a. das bi-nationale Symposium „Militär – Geschichte – Gesellschaft“ ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, mindestens einmal im Jahr zusammenzukommen und sich über neuste strukturelle sowie wissenschaftliche

Erwin Schmidl und Manfried Rauchensteiener - zwei Experten für Militärgeschichte in Österreich.

Auf dem Podium zu militärischen Traditionen nahmen 2019 u.a. Hofrat Dr. Erwin Schmidl (Mitte) und Universitätsprofessor und Hofrat Dr. Manfried Rauchensteiner (rechts) teil.

Kollmer/ZMSBw 2019

Entwicklungen in beiden Ländern auszutauschen. Die von den beiden für die Zusammenarbeit verantwortlichen Wissenschaftlern Hofrat Dr. Erwin Schmidl und Oberstleutnant Dr. Dieter Kollmer gemeinsam entwickelten, organisierten und durchgeführten Veranstaltung behandelte bisher die Themen „Militär- und Einsatzgeschichte“ (2015), „Allgemeine Wehrpflicht“ (2016), „Medizingeschichte“ (2017), „Übernahme von Offizieren aus aufgelösten Streitkräften“ (2018) und „Traditionsverständnis in Streitkräften“ (2019).

In Rahmen der bisherigen Symposien trug problematisierte mindestens ein Wissenschaftler aus den beiden Nationen seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und stellte sie zur Diskussion.
Darüber hinaus wurden Privatdozentin Dr. Nina Leonhard und Oberstleutnant Dr. Dieter H. Kollmer im Herbst 2017 zunächst einmal für den Zeitraum von fünf Jahren zu Mitgliedern der Wissenschaftskommission des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport ernannt, um ihre Fachexpertise in den Beiräten für Sozialwissenschaften und Militärhistorie einbringen zu können.

War and Conflict Studies

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl Militärgeschichte - Kulturgeschichte der Gewalt der Universität Potsdam und seinem Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Sönke Neitzel, hat das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr den Masterstudiengang „War and Conclict Studies“ eingerichtet.

Der Studiengang „War and Conflict Studies“ erforscht Ursachen, Dynamiken und Kontexte gewaltsamer Konflikte auf nationaler und internationaler Ebene. Wesentliche Teilgebiete bilden hierbei die Militärgeschichte, die Kulturgeschichte der Gewalt sowie die Militärsoziologie mit ihren jeweils spezifischen methodischen Zugriffen und Theorien. Beginnend in der Frühen Neuzeit werden die Wechselbeziehungen von Staat, Gesellschaft und Militär bis in die Gegenwart hinein analysiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Neuesten Geschichte (19. und 20. Jahrhundert). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr bieten für diesen Studiengang Seminare an und betreuen Prüfungsarbeiten.

Nähere Informationen zum neuen Masterstudiengang finden Sie im Internet hier.
 

Seminar Operationsgeschichte

Bereits seit 2014 kooperiert das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften in Potsdam (ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) mit der Führungsakademie der Bundeswehr, Fakultät Landstreitkräfte, in Hamburg (FüAkBw). Unter der Überschrift „Entwicklung deutschen Führungsdenkens“ findet das Seminar Operationsgeschichte des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN) grundsätzlich einmal jährlich in Dresden, Jičín und Hradec Králové (Königgrätz) statt.

Am Beispiel der Schlacht von Königgrätz 1866 werden einige noch heute gültige Führungsgrundsätze des deutschen Heeres in ihrer Entstehung greifbar gemacht. Vor allem aber dient die intensive Auseinandersetzung mit (Militär-)Geschichte der Weitung des Blickes, den der angehende Generalstabsoffizier erfährt.

06452-09

Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 in der Kartenansicht: preußische Truppen (blau) bereiten den österreichisch-sächsischen Truppen (rot) eine vernichtende Niederlage.

ZMSBw 2019

Das Seminar

Das viertägige Seminar beginnt mit einführenden Vorträgen über den didaktischen Ansatz der Veranstaltung, den politischen Entwicklungen bis zum Juni 1866 und dem Verlauf der Vorgefechte sowie der Schlacht am 3. Juli. Auch die operativen Vorstellungen, die Taktik sowie die Waffenwirkung der Zeit werden erläutert, gefolgt von einer Schau zeitgenössischer Waffen am Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. An den beiden folgenden Tagen behandeln die Dozenten an verschiedenen Geländepunkten bei Jičín und Hradec Králové nicht nur die Kämpfe, sondern widmen sich weiterreichenden Fragen, bspw. wie das Führungsverständnis der Akteure ihre Entscheidungen prägte. Der letzte Seminartag dient dazu, mit den Teilnehmenden übergreifende Themen, auch mit aktuellen Bezügen zu diskutieren. Das militärische Führungsdenken bildet dabei stets den analytischen Orientierungspunkt.

Inzwischen hat sich das Seminar erfolgreich etabliert und nimmt einen wichtigen Platz im Curriculum der Fakultät ein. Mitarbeiter des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Oberstleutnant Dr. Hans-Peter Kriemann und Major Chris Helmecke, sowie Oberstleutnant Lars Zacharias vom NATO Joint Force Training Center in Bydgoszcz/Polen begleiten die Heeresuniformträger des LGAN. Darüber hinaus fließt die Expertise verschiedener Historiker des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, aber auch externer Experten, im Rahmen von Vorträgen in die Seminarphase des letzten Tages ein.

In den vergangenen Jahren haben hier u.a. Prof. Dr. Sönke Neitzel (Universität Potsdam), Prof. em. Dr. Stig Förster (Universität Bern), Dr. Marco Sigg sowie vom ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Oberst a.D. Dr. Gerhard Groß, Oberstleutnant Dr. Thorsten Loch und Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Peter Lieb vorgetragen und Diskussionen moderiert.

Entwicklung des Führungsdenkens

Wie kaum eine andere Schlacht eignet sich Königgrätz für dieses Seminar. Wichtige Entwicklungen deutschen Führungsdenken lassen sich hier gleich unter einem Brennglas hoch verdichtet nachvollziehen. Ideal ist auch das Gelände bei Hradec Králové in der heutigen tschechischen Republik. Auf einer Fläche von gerade einmal sechs mal acht Kilometern trafen hier die drei von Helmuth von Moltke d. Ä. befehligten preußische Armeen am 3. Juli 1866 auf die österreichische Nordarmee unter dem Kommando Ludwig von Benedeks. Das flachwellige Gelände mit seinen Erhebungen und einem Aussichtsturm in der Mitte am Ortsrand von Chlum ermöglicht es auf ideale Weise, die verschiedenen Phasen der Schlacht auf der operativen und taktischen Ebene zu rekonstruieren. Vordergründig erschließt sich damit eine Schlacht. Tatsächlich dient sie als ein didaktisches Vehikel, das einen idealen Zugang zu weiterreichenden politischen, gesellschaftlichen und militärischen Fragen bietet.  
Diese Kooperation zwischen ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und der Fakultät Landstreitkräfte der FüAkBw soll jährlich wiederholt werden.

Oberstleutnant Dr. Hans-Peter Kriemann
Projektbeauftragter des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr für das Seminar Operationsgeschichte


Bilaterale Kooperationen: Serbien

Wappen des Strategic Research Institute des serbischen Verteidigungsministeriums in Belgrad

Wappen des Strategic Research Institute des serbischen Verteidigungsministeriums in Belgrad

SRI Beograd

Das Strategic Research Institute in Belgrad

Gute wissenschaftliche Kontakte pflegt das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr seit einigen Jahren auch mit dem Strategic Research Institute des serbischen Verteidigungsministeriums in Belgrad. Das Institut hat den Charkter einer Universität des nationalen Verteidigungsministeriums. Die Arbeitsfelder des 1984 gegründeten Instituts umfassen Sicherheitspolitik, Militärgeschichte und Sozialwissenschaften.

Cover zu: Daribor Denda, Die Yugoslawische Armee und das Dritte Reich 1933-1941

Cover zu: Daribor Denda, Die Yugoslawische Armee und das Dritte Reich 1933-1941

SRI Beograd / Denda

Mit Oberst Dr. Dalibor Denda verfügt das Strategic Research Institut über einen Militärhistoriker, der als Gastwissenschaftler 2012/13 am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr für seine Dissertation zum Thema The Yugoslav Army and the Third Reich 1933-1941” gearbeitet hat.

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Strategic Research Institute und des ZMSBW nehmen regelmässig an den jeweiligen internationalen Jahrestagungen teil und stellen dort ihre Arbeitsergebnisse zur Diskussion bzw. veröffentlichen diese in den Tagungsbänden.

Link zur englischspreachigen Website des serbischen Strategic Research Institut.

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