Theodor Fontane als Militärschriftsteller

Theodor Fontane als Militärschriftsteller

  • Podcast
  • Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften
Datum:
Lesedauer:
2 MIN

Schlachtenbummler, Kriegschronist, Militärschriftsteller

Theodor Fontane und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Dieses literarische Werk umfasst fast 4.000 Seiten und beschäftigte Theodor Fontane (1819-1898) zwölf Jahre lang. Die Rede ist aber nicht von seinen bekannten Werken zu Effi Briest, Frau Jenny Treibel, dem Stechlin, den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Gedichten oder Theaterkritiken. Nein, es geht um Kriege, die Fontane beobachtet und beschrieben hat.

Von 1864 bis 1876 arbeitete er an seinen Büchern zu den sogenannten „Reichseinigungskriegen“: gegen Dänemark 1864, gegen Österreich 1866 und gegen Frankreich 1870/71. Seine Werke dazu sind weit mehr als schlichte Chronik. Er beschäftigt sich intensiv mit den politischen Hintergründen, mit Motiven, mit den beteiligten Armeen und den Orten der Schlachten sowie Belagerungen. Er lässt beide Seiten zu Wort kommen, konzentriert sich nicht nur auf die Generalität, sondern auch auf die Truppe unten.

Wie Fontane zu diesen Werken kam, wie er es bearbeitet hat und ob er selbst am Krieg teilnahm, bespricht in der neuen Folge des Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa.

Theodor Fontane an seinem Schreibtisch, 1894

Thoedor Fontane sitzt an seinem Schreibtisch. Vor ihm steht ein Abdruck der rechten Hand von Feldmarschall Hellmuth von Moltke.

1894, Theodor-Fontane-Archiv
Wie Fontane zu diesen Werken kam, wie er es bearbeitet hat und ob er selbst am Krieg teilnahm, bespricht in der neuen Folge des Podcast des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa.
Literaturhinweise zum Thema

Der Schleswig-Holsteinsche Krieg im Jahre 1864. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1866

Der deutsche Krieg von 1866.
Band 1: Der Feldzug in Böhmen und Mähren. Decker, Berlin 1870 (Faksimile Ullstein, Berlin 1984)
Band 2: Der Feldzug in West- und Mitteldeutschland. Decker, Berlin 1871 (Faksimile Ullstein, Berlin 1985)

Kriegsgefangen. Erlebtes 1870. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1871

Aus den Tagen der Occupation. Eine Osterreise durch Nordfrankreich und Elsaß-Lothringen 1871.
Band 1. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1871
Band 2. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1872

Der Krieg gegen Frankreich 1870–1871
Band 1: Der Krieg gegen das Kaiserreich. Bis Gravelotte, 18. August 1870. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1873
Band 2. Der Krieg gegen die Republik. Orleans bis zum Einzuge in Berlin. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1876

Die Universität Göttingen hat die Tagebücher Fontanes aus den Jahren 1859 kritisch ediert und online zur Verfügung gestellt. Mehr dazu finden Sie hier: https://www.uni-goettingen.de/de/303691.html

Eine Ausstellung zu Fontane

Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH hat zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane die Online-Ausstellung fontane200/online erstellt, die hier abrufbar ist: https://fontane-200-online.de/

Das historische Foto

Theodor Fontane sitz 1894 am Schreibtisch in seiner letzten Berliner Wohnung in der Potsdamerstr. 34. Geschossen wurde das Bild vom Atelier Zander & Labisch anlässlich seines 75. Geburtstages. Abzüge des Fotos verschenkte er mit Widmungen an Freunde und Bekannte.

Zu Moltkes Hand, von der ein Abguss auf dem Schrreibtisch steht, gibt es ein Gedicht des Zeitgenossen Martin Greif:

Das ist des Feldherrn Hand,
Die, stählern bis ins Mark,
Gedankenschnell und stark
Der Feinde Heer umspannt.

Das ist das Bild der Kraft,
Die Mut mit Weisheit eint,
Im Frieden mild erscheint,
Im Krieg den Sieg erschafft.

von Heiner Möllers