Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild

Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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3 MIN

Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland

Ein Projekt von Dr. Markus Steinbrecher, Dr. Heiko Biehl & Dr. Timo Graf

Infanteriesoldaten stehen nach einer Demonstration vor Publikum

Infanteriesoldaten stehen nach einer Demonstration vor Publikum am Tag der Bundeswehr 2019 in Nordholz, am 15.06.2019.

Bundeswehr / David Hecker

Mit seiner jährlichen Bevölkerungsbefragung und den darauf basierenden Forschungsberichten leistet das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Beiträge zur wissenschaftlichen Politikberatung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVgBundesministerium der Verteidigung), zur sicherheits- und verteidigungspolitischen Forschung und zur öffentlichen Diskussion über Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Bevölkerungsbefragung des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wird seit 1996 realisiert und stellt damit die längste Zeitreihe sicherheits- und verteidigungspolitischer Umfragen in Deutschland dar.

Vielfältige Themen

Zentrale Themenstellungen der Befragung sind das Sicherheitsgefühl und die Bedrohungswahrnehmungen der Bundesbürger sowie deren Einstellungen zum außen- und sicherheitspolitischen Engagement Deutschlands. Zudem wird die Haltung der Bevölkerung zur Bundeswehr sowie zu den Auslandseinsätzen analysiert. Die öffentliche Wahrnehmung der Streitkräfte sowie Fragen zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Integration der Bundeswehr stellen weitere Themenbereiche dar. Darüber hinaus wird die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber untersucht und das Verhältnis zwischen Streitkräften und Gesellschaft empirisch erfasst.

Die öffentliche Meinung zählt

Die aktuellen Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung werden für die politische Leitung und militärische Führung der Bundeswehr in einem Forschungsbericht aufbereitet und anschließend auch auf der Webseite des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr veröffentlicht. Die Relevanz – und zuweilen Brisanz – der Bevölkerungsbefragung für Politik und Bundeswehr ist offensichtlich. Denn die Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Streitkräfte sind in der Demokratie auf den Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Die Führungsphilosophie der Bundeswehr, die Innere Führung, verlangt sogar explizit mit ihrer Integrationsfunktion die Rückbindung der Streitkräfte und des sicherheitspolitischen Agierens an den Zuspruch der Gesellschaft.

Beitrag zur Transparenz

Die Bevölkerungsbefragung liefert substanzielle Hinweise auf die öffentliche Unterstützung der Bundeswehr, auf die Haltung zu politischen Entscheidungen, nicht zuletzt zu den Auslandseinsätzen, sowie auf gesellschaftliche Präferenzen und Prioritäten. Dabei treten sowohl Übereinstimmungen als auch Diskrepanzen zwischen öffentlichem Meinungsbild, militärischem Agieren und politischen Entscheidungen zutage, was zuweilen Anlass für Diskussionen und Kontroversen bietet – genau wie es sich für eine lebendige demokratische Gesellschaft gehört. Mit der Publikation der Forschungsberichte leistet das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr einen Beitrag zur Transparenz und demokratischen Kontrolle der Streitkräfte.

Höchste wissenschaftliche Qualität

Die Bevölkerungsbefragung dient auch der sozialwissenschaftlichen Forschung am ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Wie diverse Zeitschriftenartikel, vielfältige Aufsätze in Sammelbänden und vor allem die entstehenden Qualifikationsarbeiten dokumentieren, ist die Bevölkerungsbefragung bestens geeignet, die sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung zu bereichern. Das Interesse externer Kolleginnen und Kollegen am Austausch des Datenmaterials sowie gemeinsam gefertigte Publikationen sind weitere Belege für den wissenschaftlichen Wert und die Qualität der jährlichen Bevölkerungsbefragung.

Veröffentlichungen:

Graf, Timo (2021). Offene Flanke: Zur Bündnistreue der Deutschen. In: Zeitschrift für Innere Führung, Ausgabe 3/2021: 32–35

Steinbrecher, Markus, Graf, Timo, Biehl, Heiko, & Irrgang, Christina. (2021). Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland 2020. Potsdam: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Graf, Timo (2020). Die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik Deutschland zur EU-Verteidigungszusammenarbeit (PDF, 894,7 KB). Potsdam: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Graf, Timo (2020). Unity in the face of threat? Exploring the empirical relationship between strategic threat perceptions and public support for a common European army in Germany. In: European Security, 29(1): 55–73

Steinbrecher, Markus & Biehl, Heiko (2020): Military know-nothings or (at least) Military know-somethings? Knowledge of defense policy in Germany and its determinants. In: Armed Forces & Society 46, 302-32

Graf, Timo (2019). Die Bundeswehr als Mittel deutscher Außenpolitik aus Sicht der Bevölkerung: „Brunnenbohrer“ oder „Kampftruppe“? In: Hartmann, U. & von Rosen, C. (Hrsg.), Jahrbuch Innere Führung 2019: Bundeswehr im Aufbruch. Hindernisse von den verteidigungspolitischen Vorstellungen der AfD bis zu den sicherheitspolitischen Meinungen in der Zivilgesellschaft (S.80–100). Berlin: Miles-Verlag

Graf, Timo (2019). Wie die Deutschen zu einer europäischen Armee stehen: Positive Bilanz, aber erstmal kein Ersatz für die NATO. In: Zeitschrift für Innere Führung, Ausgabe 4/2019: 61–67

Steinbrecher, Markus, Graf, Timo, & Biehl, Heiko (2019). Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland: Ergebnisse und Analysen der Bevölkerungsbefragung 2019. Potsdam: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Steinbrecher, Markus, Biehl, Heiko, & Graf, Timo (2018). Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland: Ergebnisse und Analysen der Bevölkerungsbefragung 2018. Potsdam: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr