Geheimdienste im Ersten Weltkrieg

Geheimdienste im Ersten Weltkrieg

Datum:
Lesedauer:
1 MIN

Der militärische Nachrichtendienst in den deutschen, britischen und französischen Landstreitkräften 1914-18

Ein Projekt von Wiss. Direktor Dr. Markus Pöhlmann

Ein deutsches Plakat warnt vor der Fernmeldeaufklärung durch die französische Armee, 1914-18

Ein deutsches Plakat warnt vor der Fernmeldeaufklärung durch die französische Armee, 1914-18
Quelle: gemeinfrei; Hans Henning Freiherr von Grote, Vorsicht! Feind hört mit! Eine Geschichte der Weltkriegs- und Nachkriegsspionage, Berlin 1930, S. 21.

gemeinfei: Hans Henning Freiherr von Grote, 1930

Das Projekt untersucht die Entstehung, die Organisation, die Arbeitsweise und den Einfluss des militärischen Nachrichtenwesens in Westeuropa zwischen dem Deutsch-Französischen Krieg und dem Ersten Weltkrieg. Ziel der Arbeit ist es, erstmals die Urgeschichte des modernen, militärischen Nachrichtenwesens im 20. Jahrhundert darzustellen. Die im Untersuchungszeitraum entwickelten Organisationsformen und Techniken blieben bis in die Militärgeschichte nach 1945 hinein prägend.

Die Studie soll einen Beitrag zur Etablierung der Intelligence Studies in der deutschsprachigen Forschungslandschaft leisten. Sie versteht das heute so bezeichnete Führungsgrundgebiet „Militärische Sicherheit“, das Nachrichtendienste beinhaltet, als eine spezifische Form des militärischen Wissensmanagements. Zur Klärung seiner Genese und Reichweite werden (militär-) kulturelle Dispositionen, politisch-strategische Rahmenbedingungen und militärische Organisationen in international vergleichender Perspektive untersucht.

Im Zentrum der Untersuchung steht eine für die Epoche charakteristische Verschränkung von zwei gesamtgesellschaftlichen Prozessen: der Verwissenschaftlichung des europäischen Militärs und der Versicherheitlichung der Innen- und Außenpolitik der genannten Staaten bzw. Imperien im fin de siècle.

Methodisch wird ein trilateraler, symmetrischer Vergleich angestrebt. Der Umstand, dass sich mit Blick auf das Deutsche Reich und Frankreich zwei einigermaßen symmetrische Militärorganisationen gegenüberstanden, lässt es aber zweckmäßig erscheinen, nicht nur Unterschiede, sondern vor allem auch transnationale Aneignungs- und Transferprozesse im Auge zu behalten.