Empirische Forschungsprojekte

Empirische Forschungsprojekte

  • Militärseelsorge
  • Inklusion
Datum:
Lesedauer:
3 MIN

Der Forschungsbereich „Sicherheitspolitik und Streitkräfte“ erforscht mit qualitativen und quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung vielfältige Themenfelder innerhalb der Bundeswehr.

Inklusionsstudie

Diese Studie untersucht die Einstellung von Bundeswehrangehörigen zur Inklusion sowie Bekanntheit und Umsetzungsstand von Inklusionsmaßnahmen in der Bundeswehr.

Ein Soldat versendet Fragebögen per Post

Versand der Fragebögen zur Inklusionsbefragung

ZMSBw / Christian Adam 2020

Seit dem 26. März 2009 gilt in Deutschland die UNUnited Nations-Behindertenrechtskonvention (BRK). Diese enthält die Verpflichtung, die international entwickelten Normen in nationales Recht umzusetzen. Neben dem Schutz vor Benachteiligung werden die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft als die zentralen Prinzipien der UNUnited Nations-BRK beschrieben. Das heißt: Es gilt, den Schwerbehinderten/Gleichgestellten die Möglichkeit zu bieten, am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu partizipieren. Darüber hinaus steht die Verbesserung ihrer Chancengleichheit in Bildung und beruflicher Integration im Fokus des Interesses. Inklusion ist der zentrale Gedanke der UNUnited Nations-BRK: Menschen mit Behinderung und ihre Belange werden von Anfang an in alle Lebens- und Arbeitsbereiche mit einbezogen, um ihren speziellen Lebenslagen und Bedürfnissen gerecht zu werden. Unter dem Begriff der Inklusion ist ferner zu verstehen, dass Vielfalt respektiert wird und Unterschiedlichkeit als Normalität gilt, weil die durch Inklusion erreichte soziale Teilhabe für alle gewinnbringend ist.

Am 7. Juni 2011 wurde die Umsetzung der UNUnited Nations-BRK im nationalen Aktionsplan der Bundesregierung (NAP) beschlossen. Im Oktober 2014 wurde der Aktionsplan zur Umsetzung der UNUnited Nations-BRK im Geschäftsbereich des BMVgBundesministerium der Verteidigung in Kraft gesetzt und im November 2014 bekanntgegeben. Das Ziel besteht darin, die UNUnited Nations-BRK im Geschäftsbereich des BMVgBundesministerium der Verteidigung umzusetzen.

Erkenntnisinteresse: Wissenschaftliche Evaluation des aktuellen Inklusionsklimas in der Bundeswehr sowie der Bekanntheit und Akzeptanz des Aktionsplans BMVgBundesministerium der Verteidigung zur Umsetzung der UNUnited Nations-BRK innerhalb der Bundeswehr.

Methode: Quantitativ; schriftliche Befragung von Nichtbehinderten Schwerbehinderten/ Gleichgestellten in der Bundeswehr

Laufzeit: 04/2017 – 10/2020

Militärseelsorge

Die Wahrnehmung von Militärseelsorge, Erfahrungen mit Kirche sowie die religiösen Bedürfnisse von Soldatinnen und Soldaten werden in dieser Studie untersucht.

Zwei Geistliche beim ökumenischen Gottesdienst

Ökumenischer Feldgottesdienst am ZMSw, 14. Mai 2020

ZMSBw / Ronny Bereczki 2020

Militärseelsorge erfährt in der Bundeswehr hohe Wertschätzung. Zugleich zeigt sich, dass sich die Ausgangslage für die Arbeit der Militärseelsorge in mehrfacher Hinsicht verändert: die Menschen in der Bundeswehr verändern sich (Entkonfessionalisierung, religiös-weltanschauliche Pluralisierung, verändertes Freizeitverhalten etc.), die Bundeswehr als Organisation verändert sich (Veränderung und Diversifikation der Personalstruktur, vielfältige Einsatzszenarien, Strukturveränderungen, Erweiterung der Militärseelsorge etc.) und die Kirche verändert sich (Strukturveränderungen, neue Konzepte kirchlicher Arbeit, zunehmende Personalknappheit).
Im Rahmen der Studie zur Militärseelsorge sollen zu folgenden Themenkomplexen Erkenntnisse gewonnen werden:

Wahrnehmung von Militärseelsorgearbeit:
  • Akzeptanz/Wertschätzung und Inanspruchnahme der Angebote
  • Rolle (Habitus) der Funktionsträgerinnen und Funktionsträger (Militärgeistliche sowie Pfarrhelferinnen und Pfarrhelfer)
  • Funktion in der Organisation Bundeswehr (Wahrnehmung der öffentlichen Verantwortung von Kirche im Rahmen der Inneren Führung)
religiöse Bedürfnisse/Interessen von Soldatinnen und Soldaten:
  • individuelle Religiosität und religiöse (Ein-)Bindung bzw. Nähe/Distanz zu verschiedenen Religionen und Weltanschauungen
  • im Zusammenhang mit allgemeinen Lebensorientierungen
  • im Zusammenhang mit der konkreten Lebenssituation
Erfahrungen mit Kirche im Kontext Militärseelsorge:
  • Erfahrungen in der (Erst-)Begegnung mit Kirche im Raum der Bundeswehr und Erfahrungen mit Militärseelsorge im Vergleich zu Kirchengemeinden/Religionsgemeinschaften außerhalb der Bundeswehr
  • Erwartungen an religiöse Funktionsträger (Aufgaben, Rollengestaltung) und religiöse Angebote im Raum der Bundeswehr
  • Anschlussfähigkeit an andere kirchliche Strukturen und Angebote

Erkenntnisinteresse: Wahrnehmung von Militärseelsorgearbeit, Religiöse Bedürfnisse/Interessen von Soldatinnen und Soldaten, Erfahrungen mit Kirche im Kontext Militärseelsorge

Methoden: Qualitative Vorstudie; Gruppendiskussionen mit Soldatinnen und Soldaten, Angehörigen von Soldatinnen und Soldaten, Pfarrhelfern und Militärseelsorgern

Quantitative Hauptstudie: Schriftliche Befragung von Soldatinnen und Soldaten

Laufzeit: 04/2019 – 2022