Mali und westlicher Sahel

Mali und westlicher Sahel

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Ein Wegweiser zur Geschichte:
Mali und Sahel

Hrsg. von Dr. Julius Heß und Oberstleutnant a.D. Dr. Karl-Heinz Lutz

G5-Sahel-Konferenz in Berlin 2017

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen begrüßt die Teilnehmer per Videobotschaft bei der Konferenz zur europäischen Unterstützung der Sicherheit in der Sahelregion im Verteidigungsministerium in Berlin am 19.09.2017

2017 Bundeswehr / Andreas Schindler

Der Projektbereich Einsatzunterstützung stellt für die Soldaten im Auslandseinsatz, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit, mit der Buchreihe „Wegweiser zur Geschichte“ seit 2005 Hintergrundinformationen zu Geschichte, Politik, Wirtschaft und Kultur der jeweiligen Einsatzländer bereit.

Die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sich derzeit militärisch an mehreren Einsätzen in der Sahelzone: MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali („Mission multidimensionelle integrée des Nations Unies pour la stabilisation au Mali“) und EUTMEuropean Union Training Mission Mali (European Union Training Mission Mali) in Mali, UNAMIDUnited Nations - African Union Hybrid Operation in Darfur (United Nations-African Union Hybrid Mission in Darfur) im Sudan, UNMISSUnited Nations Mission in South Sudan (United Nations Mission in the Republic of South Sudan) im Südsudan sowie EUNAVFOREuropean Union Naval Forces Somalia (European Union Naval Force – Somalia) am Horn von Afrika. Der personell stärkste Einsatz für die Bundeswehr ist dabei jener in Mali.

Soldaten von der Objektschutzkompanie patrouillieren in Gao/Mali im Rahmen der Mission MINUSMA, am 01.03.2019.

Soldaten der Objektschutzkompanie patrouillieren in Gao/Mali im Rahmen der Mission MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali.

Bundewehr/Robert Habermann, 2019

Der Begriff ساحل / Sāḥil kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie Ufer oder Küste und beschreibt damit den Eindruck, den die Araber nach der Durchquerung der Sahara nach Süden von der nun einsetzenden, wenn auch spärlichen, Vegetation hatten.

Die Sahelzone erstreckt sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer bzw. Indischen Ozean und hat damit eine Ausdehnung von 6000 bis 7500 km (je nachdem, ob man das Horn von Afrika mit einbezieht oder nicht). Die Breite dieses Streifens reicht von 150 bis 800 km. Von West nach Ost gesehen zählen der Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Äthiopien sowie Eritrea zu den Staaten der Sahelzone.

Im westlichen Bereich handelt sich dabei mehrheitlich um Staaten, die zum französischen Einflussbereich gehörten und damit zumindest von der Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit 1960 eine ähnliche Geschichte sowie politische und kulturelle Prägung aufweisen.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Einsätze in den Staaten der Sahelzone und den bereits vorliegenden Wegweisern, gilt es, in dem neuen Wegweiser die Staaten westlich des Sudan abzudecken, also die Staaten Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria und Tschad. Von diesen sieben Staaten haben sich fünf zur G5-Sahel zusammengeschlossen, die laut EU- und Bundestagsmandat auch von deutschen Angehörigen der EUTMEuropean Union Training Mission Mali unterstützt werden dürfen. Beim 19. deutsch-französischen Ministerrat schlossen am 13. Juli 2017 die beteiligten Staaten die „Allianz für den Sahel“ und hoben dabei besonders auf die G5-Sahel-Staaten ab. Der neue Wegweiser wird sich deshalb im Kern mit diesen fünf Staaten befassen.

Die Publikation ist für 2021 vorgesehen.